Kurz zusammengefasst:

Ab wann ist eine Katze alt? Da gehen die Meinungen auseinander. Ein definitives Seniorenalter kann man schlecht festlegen, es kommt auf viele begleitende Umstände an, so zum Beispiel die Rasse oder Größe der Katze. Auch altern Katzen individuell, manche schneller, manche langsamer. Spitzenalter von 20 Jahren werden nicht allzu häufig erreicht, sind aber durchaus möglich.

Die alte Katze

Eine ältere Katze hat andere Probleme, als eine jüngere, das ist sicher. Die Top 5 altersbedingte Probleme bei der Katze:

  1. Bewegungsapparat:
    Ältere Katzen neigen eher zu Beschwerden im Bewegungsapparat, zum Beispiel aufgrund von Arthrosen. Ihr Gang scheint schwerfälliger, zeitweise kann Schonhaltung auftreten. Auch springen oder klettern sie weniger. Hier kann es sein, daß sie erhöhte Fressnäpfe oder niedrigere Kratzbäume benötigen. Ein Tip wäre auch Kratzgelegenheiten an der Wand anzubringen oder als kleine Kratztonnen im Raum stehend zu haben. Auch die Krallenpflege und Fellpflege kann für sie nicht mehr einfach möglich sein, da brauchen sie Unterstützung durch ihre Besitzer. Viele ältere Katzen nehmen deutlich ab, auch hier muß sichergestellt sein, daß dies nicht durch eine Erkrankung geschehen ist.
  2. Zahnprobleme:
    Mit der Zeit kommt es bei vielen älteren Katzen auch zu Zahnausfall. Der Zahnhalteapparat ist nicht mehr so strapazierfähig. Auch hier sollte regelmäßig das Gebiss kontrolliert werden, um schmerzhafte Entzündungen, auch durch teils abgebrochene Zähne schnell zu erkennen und zu lindern. Ein Symptom kann sein, daß sie weniger fressen und damit eine verringerte Nährstoffzufuhr haben oder beim Kauen auffällige knirschende Geräusche machen, wobei sie den Kopf schiefhalten.
  3. Verdauung:
    Im Alter kann es nötig sein, die Fütterung anzupassen. Es sollte leicht verdauliche Proteine enthalten und nicht allzu energiereich sein, da die Aktivität im Alter nachlassen kann. Auf die Verdaulichkeit muss geachtet werden, da Verstopfungen häufiger bei älteren Katzen beobachtet werden. Dazu sollte es erst gar nicht kommen. Die Fütterung muss generell auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Liegen Nierenprobleme oder gar Diabetes vor, muss ein spezielles Futter verabreicht werden, um den Körper zu entlasten.
  4. Taubheit, Hörprobleme, Sehschärfe:
    Viele Sinne können im Alter schwächer werden. Manchen Besitzern fällt auf, daß ihre Katze erst bei mehrmaligem oder lauterem Ansprechen reagiert. Es sollte hier ausgeschlossen werden, daß die Katze insgesamt reduzierter, also schwächer reagiert, oder ob sie einfach schwerhörig geworden ist. In letzterem Fall ist es wichtig auch im Umgang darauf zu achten, daß sich die Bedürfnisse geändert haben, sie sollte sich nicht oft erschrecken müssen und muss vielleicht eher bei gewissen Situationen im Vorfeld geweckt oder angesprochen werden. So kann Staubsaugen sie sehr plötzlich aus ihrem Schlaf reißen, auch wenn sie früher alleine schon durch das Hervorholen des Staubsaugers wusste, was gleich passiert. Das Sehvermögen kann merklich nachlassen. So werden Sprünge häufig nicht mehr so grazil ausgeführt oder das Ziel wird ab und an einfach verpasst. Sichtbare Veränderungen der Augen, wie konstant weite Pupillen oder einen grauen oder grünen Schleier in der Mitte der Augen, weisen auf Grunderkrankungen hin und müssen tierärztlich kontrolliert werden.
  5. Schlaf:
    Die Schlafphasen verlängern sich bei alten Katzen deutlich. Schlafen junge oder erwachsene Katzen schon durchschnittlich 12 Stunde am Tag, kann es sein, daß die ältere Katze scheinbar nur noch schläft. Auch hier ist wichtig abzuklären, ob das ihr normaler Bedarf ist, oder sie aus Schwäche so viel Ruhe benötigt.

Krankheiten im Alter

Gewisse Krankheiten treten eher im Alter auf und es sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob krankhafte Symptome bestehen. Die 4 häufigsten Erkrankungen werden hier einmal kurz erläutert:

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit):
    Diabetes
    oder die “Zuckerkrankheit” bedeutet einen unkontrollierten Anstieg des Blutzuckers. Im Blut werden sehr hohe Glukosewerte gemessen. Da die Glukose in diesem Fall hauptsächlich im Blut und nicht in den Organen ist, wo sie aber als Treibstoff gebraucht wird, werden die Organe unterversorgt. Diabetes zeigt sich mit unterschiedlichen Symptomen. Die Top 5 Symptome sind:
    -vermehrter Durst
    -vermehrter Harnabsatz
    -Schwäche, Abmagerung, struppiges Fell
    -Veränderungen der Augen
    -Krämpfe

Bei Verdacht wird zuerst ein Blutbild angefertigt und nicht nur die Blutglukose sondern auch der Langzeitzuckerwert, das Fruktosamin, gemessen. Desweiteren sollte eine Urinuntersuchung und auch eine Sonographie des Bauchraumes zur Absicherung durchgeführt werden. Ein diagnostizierter Diabetes muss behandelt werden, dabei kann es nötig sein, daß Insulin gespritzt werden muss.

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose):
    Eine Überfunktion der Schilddrüse, Hyperthyreose, ist ein häufiger Vorstellungsgrund in der Kleintierpraxis. Auch hier sind die Symptome unterschiedlich, häufig treten aber diese Top 5 Symptome auf:
    -Abmagerung
    -struppiges, schuppendes Fell
    -vermehrter Durst
    -starker Hunger
    -anhaltender Durchfall

Auch hier ist ein Blutbild als erstes angezeigt. Es werden auch die Schilddrüsenhormon TSH und T4 gemessen. Eine Sonographie der Schilddrüse ist möglich. Um mehr über die Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze zu erfahren, klicke hier.

  • Nierenprobleme
    Katzen insgesamt neigen zur Entwicklung einer Nierenfunktionsstörung. Entgiftende und Wasserhaushalt-regulierende Funktionen, neben anderen Nierenfunktionen, können auf Dauer beeinträchtigt sein und eine Niereninsuffizienz entstehen. Die Symptome ähneln denen der Diabetes und der Schilddrüsenüberfunktion. Die Top 5 Symptome sind:
    -vermehrter Durst
    -vermehrter Urinabsatz
    -struppiges Fell
    -Abmagerung
    -Schwäche

Auch hier sieht man, wie wichtig ein Blutbild ist, um die Diagnose zu finden. Die Nierenwerte wie unter anderem das Creatinin/Kreatinin oder der Harnstoff (BUN) zeigen in diesem Fall eine Erhöhung an. Sind diese Werte erhöht, funktionieren aber schon 70% der Nieren nicht mehr. Auch hier ist ein Langzeitwert vorhanden, der SDMA-Wert (Symmetrisches Dimethylarginin), der schon vor Anstieg des Creatinins/Kreatinin zeigt, daß die Nierenfunktion beeinträchtigt ist. Wenn du mehr über die Niereninsuffizienz bei der Katze erfahren möchtest, klicke hier. Dazu haben wir einen Artikel verfasst.

  • Demenz:
    Auch als kognitive Dysfunktion bezeichnete Altersdemenz kann auch bei Katzen auftreten. Diese Katzen zeigen häufig neue oder wunderliche Verhaltensweisen. Haben sie früher ihren Futternapf immer schnell gefunden, kann es nun sein, daß sie laut protestierend im falschen Raum sitzen und das zu ihrer Fütterungszeit. Auch können solche Schreiattacken in der Nacht auftreten, manchmal begleitet durch zielloses umherwandern. Manchmal gelingt es dann durch Ansprache das Verhalten zu durchbrechen und den Katzensenior zu beruhigen. Es ist möglich mit Medikamente oder Zusatzfuttermitteln unterstützend tätig zu werden. In jedem Fall muss auch hier vorher eine Diagnose erfolgen, damit keine anderweitigen Erkrankungen, die zu diesen Symptomen führen verpasst werden.

Alters-Check-up:

Es ist sehr wichtig, ab einem Alter von ca. 8 Jahren, regelmäßig Alters-Check-ups beim Tierarzt durchführen zu lassen. Besonders wichtig ist dies bei der Früherkennung von Krankheiten. Langzeitwerte wie SDMA und Fruktosamine erleichtern die Früherkennung, so daß schnellstmöglich eine Anpassung der Fütterung oder auch die rechtzeitige Anwendung von Medikamenten begonnen werden kann. Das Ausmaß des Check ups kann eine einfache klinische Untersuchung und ein geriatrisches Blutbild enthalten, aber auch durch eine Sonographie des Bauchraumes und auch Herzens ergänzt werden.

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