Durchfall bei Katzen: Die wichtigsten Informationen und welche 5 Tipps sich bewähren

Autor: Dr. Johanna Lüssenhop | Zuletzt bearbeitet: 19. März 2022 | Lesezeit: 55 min
Katze mit Durchfall sitzt vor Katzenklo

Magen-Darm-Störungen und vor allem Durchfall bei Katzen sind keine Seltenheit. Die möglichen Ursachen dafür sind vielseitig. Diese können von einer einfachen Magenverstimmung bis zu folgenreichen Krankheiten variieren. Es ist wichtig anzumerken, dass nicht jede Diarrhö eine schwerwiegende Ursache hat und sofort behandelt werden muss. Allerdings sollte die Katze verstärkt beobachtet werden, um keine Symptome zu übersehen und rechtzeitig einen Tierarzt aufsuchen zu können. Wann es also an der Zeit ist einen Experten aufzusuchen, wie man grundsätzlich am besten bei Durchfall vorgeht, welche Tipps sich für eine Verbesserung bewähren und wie man Diarrhö bei Katzen vorbeugen kann, erfährt man hier.

Wann spricht man von Durchfall bei der Katze?

Durchfall, medizinisch Diarrhö, bezeichnet das häufige Absetzen von weichem, breiigem oder flüssigem Kot. Unter häufig versteht man, dass die Katze mehr als 1 Liter Kot pro Tag absetzt. Grundsätzlich weist Durchfall auf einen reinigenden Mechanismus des Körpers hin, um im Fall von schlechter aufgenommener Nahrung den Verdauungstrakt schnellstmöglich davon zu befreien.

Die Reise durch den Magen-Darm-Trakt dauert in der Regel zwischen 12 und 24 Stunden. Kotkonsistenz, Farbe und die Häufigkeit der Ausscheidung kann sich je nach Ursache, Ernährung oder Darmgesundheit stark unterscheiden. Genauso können Auslöser von Durchfall ganz verschieden sein, weshalb es als Haustierbesitzer oftmals schwierig zu beurteilen ist, ob es sich um eine harmlose oder um eine ernsthafte Ursache handelt. Die Magen-Darm-Störung wird kritisch, wenn weitere Symptome hinzukommen, der Durchfall bereits seit längerem anhaltet oder eine andere Krankheit dahintersteckt.

Der Durchfall ist eines der häufigsten Symptome bei der Katze. Dabei ist der Zustand des Tieres entscheidend, ob ein Tierarzt aufgesucht werden muss oder nicht.

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Ursachen

Der massive Wasser- und Elektrolytverlust ist die Hauptursache, weshalb Diarrhö ernst genommen werden muss. Durchfall entsteht bei der Katze meistens aus unterschiedlichen Gründen und lässt sich zudem unterscheiden, ob die vorhandene Störung auf einen Bereich im Dünn- oder im Dickdarm zurückzuführen ist. Die Lokalisierung lässt sich aufgrund von aufweisenden Merkmalen des Durchfalls, wie die Konsistenz und den Schleimgehalt, feststellen. In der Regel wird Diarrhö durch einen oder mehrere der folgenden Gründe ausgelöst:

Grund 1: Futter

Durchfall kann bei Katzen oft auf die Nahrung zurückgeführt werden. Falsches Futter oder die Gabe von ungeeigneten Substanzen, wie gewürzte Essensreste vom Tisch, können Auslöser sein, da die unverträglichen Stoffe von dem Tier so schnell wie möglich wieder ausgeschieden werden. Aber auch ein abrupter Futterwechsel verträgt sich nicht immer gut mit einem Katzenmagen. Falls man von Trocken- auf Nassfutter, die Sorte oder den Hersteller wechseln möchte, sollte dies langsam und schrittweise erfolgen. Am besten wird das neue Futter unter das bereits bekannte gemischt und allmählich zur Gänze umgestiegen. Des Weiteren kann so manches Futter einige Eiweiße, Kohlenhydrate oder auch Zusatzstoffe enthalten, welche die Katze aufgrund einer Futtermittelunverträglichkeit oder -allergie nicht verträgt

Grund 2: Parasiten

Häufig verursachen auch Parasiten Durchfall bei Katzen. Darunter versteht man Würmer, wie Spul- und Bandwürmer, als auch Giardien und Kokzidien, welche zu den Einzellern gehören. Besonders Freigänger sind davon häufiger betroffen als reine Hauskatzen, da das Risiko eines Befalls von diesen Übeltätern in der Natur wahrscheinlicher und erhöhter ist. Giardien können beispielsweise ganz leicht durch das Trinken aus Pfützen aufgenommen werden. Daher wird hier zu regelmäßigen Entwurmungen geraten. Ob es dafür wieder an der Zeit ist, kann ein Tierarzt anhand einer Kotprobe feststellen. Allerdings wird dabei empfohlen eine Sammelkotprobe von den letzten 3 Tagen abzugeben, da Wurmeier in unregelmäßigen Abständen ausgeschieden werden und es in manchen Fällen zu keinem Nachweis, trotz Vorhandensein, kommen kann.

Grund 3: Magen-Darm-Infektionen

Viren (Parvovirus), Bakterien (Salmonellen) als auch Pilze können nicht nur bei Menschen, sondern ebenso bei Katzen verschiedene Infektionen, wie eine Magen-Darm-Infektion, und den damit verbundenen Durchfall auslösen. Besonders jüngere Tiere sind davon häufiger betroffen. Wenn eine Samtpfote an mehreren unterschiedlichen Erregern gleichzeitig leidet, spricht man auch von einer sogenannten Mischinfektion.

Grund 4: Organfehlfunktionen und immunbedingte Erkrankungen

Ebenso können metabolische Ursachen, strukturelle Darmveränderungen als auch Stoffwechsel- und immunbedingte Erkrankungen hinter dem Durchfall stecken, weshalb auch hier die Magen-Darm-Störung der Katze unbedingt ernst genommen werden muss. Zu Stoffwechselerkrankungen gehören Krankheiten, welche nicht direkt etwas mit dem Magen-Darm-Trakt zu tun haben. Also Organfehlfunktionen und weitere Grunderkrankungen, wie eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder sogar Tumore, welche zu chronischen Diarrhö führen können. Schwere Verstopfungen, aufgrund der Aufnahme eines Fremdkörpers, können eine Abknickung oder eine Einstülpung des Darms und weitere Folgen verursachen. Anzeichen dafür sind, dass sich das Allgemeinbefinden des Tieres merklich verschlechtert und klinische Symptome, wie Erbrechen und Fieber, auftreten. Aber auch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (IBD), kann für Durchfall und weitere Symptome, wie stumpfes Fell, Trägheit oder Müdigkeit, verantwortlich sein, da es sich dabei um eine Fehlregulierung des Immunsystems handelt.

Grund 5: Vergiftungen

Freigänger- als auch Wohnungskatzen können von Vergiftungen betroffen sein, da solche Substanzen in der Natur durch giftige Pflanzen, Dünger oder andere Gifte, aber ebenso zu Hause aufgenommen werden können. Deshalb sollte man als Besitzer die Wohnung tierfreundlich einrichten und gestalten, damit Reinigungsmittel, Pflanzen und weitere giftige Gegenstände für die Samtpfote nicht erreichbar sind und daher nicht von ihr aufgenommen werden können. 
Bei der Verabreichung von Antibiotika kann ebenso Durchfall als eine Nebenwirkung auftreten. Deswegen sollte vor der Anwendung ein Experte miteinbezogen werden, um schwere gesundheitliche Folgen zu vermeiden..

Grund 6: Stress

Katzen sind sehr stressempfindliche Tiere, weshalb sie daher auch aufgrund von Stress Durchfall bekommen können. Vor allem in Fällen mit bisher unproblematischen Vorerkrankungen kann Diarrhö als eine Folgeerscheinung auftreten. Besonders scheue Samtpfoten, welche sich viel verstecken, sind davon häufiger betroffen. Bereits eine Veränderung im Haushalt, der Einzug einer neuen Person, eine Baustelle, ein Umzug oder eine Umpositionierung des Katzenklos kann als Stress empfunden und wahrgenommen werden.

Wie man also sieht, kann Durchfall bei Katzen durch die verschiedensten Gründe ausgelöst werden. In den meisten Fällen verschwindet die Magen-Darm-Störung allerdings wieder von selbst und es besteht zumeist kein Grund zur Sorge. Wenn man jedoch die Situation als Haustierbesitzer schwer einschätzen kann, dann kontaktiere lieber einen Tierarzt von Dr. SAM, um auf Nummer sicher zu gehen.

Was verrät der Stuhlgang über die Gesundheit der Katze bei Durchfall?

Sobald eine Katze Durchfall aufweist, muss diese als auch der abgesetzte Kot gut im Auge behalten werden. Dabei können Merkmale des Stuhlgangs wichtige Indizien für die auslösende Ursache geben. Findet man Würmer im Kot, so ist dies ein eindeutiges Anzeichen für einen Wurmbefall bei dem Tier. Des Weiteren kann ein schleimiger Kot auf einen Befall von Giardien hindeuten. Sollte sich Blut im Absatz der Samtpfote wiederfinden, so könnte es sich ebenso um eine vorhandene Darmverletzung oder um Hämorrhoiden handeln. Selbst die Farbe des Stuhlgangs kann Hinweise auf verschiedene Erkrankungen des Tieres geben, wie beispielsweise der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder einen Teil des Darms.

Welche Symptome zeigen Katzen mit Durchfall?

Sobald das Darmgleichgewicht aus dem Lot ist oder sich eine andere Störung in diesem Bereich anbahnt, reagiert eine Katze häufig darauf mit Durchfall. Allerdings sind die Samtpfoten dafür bekannt, ihre Beschwerden und ihr Unwohlsein zu verbergen. Um daher beurteilen zu können, ob es sich bei dem Tier um Diarrhö handelt oder nicht, ist es wichtig sich die Kotkonsistenz anzusehen. Wenn der Tiger ein Freigänger ist und nur draußen sein Geschäft erledigt, gestaltet sich das Ganze ein bisschen schwierig.

Ob ein Katzendurchfall vorliegt, lässt sich anhand der folgenden Anhaltspunkte erkennen:

  • Ist der Kot breiig oder wässrig?
  • Ist der Kot hell-, dunkelbraun, rot oder sogar schwarz?
  • Ist der Kot schleimig oder mit Blut vermischt?
  • Presst die Katze ohne Erfolg oder hat Schmerzen beim Stuhlgang?
  • Hat sich die Häufigkeit des Stuhlgangs erhöht?

Klassische Symptome bei Katzen, welche oft begleitend zu Durchfall auftreten, sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen
  • Klinische Symptome: Erbrechen, Fieber
  • Verhaltensänderungen: Apathie, Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Schwäche
  • Dehydrierung: erhöhter Herzschlag, schwacher Puls

Da eine Katze durchfallbedingt viel Flüssigkeit ausscheidet, ist es möglich, dass es in weiterer Folge zu einer Dehydrierung kommt, welche ebenso mit einem Elektrolytverlust zusammenhängen kann. Speziell bei Kitten sollte einem solchen Defizit mit Elektrolytmischungen vorgebeugt werden, welche man ganz einfach in den Wassernapf untermischen kann. Eine Austrocknung kann zudem zu weiteren Symptomen führen, weshalb man dem Tier eine ausreichende Wasserzufuhr zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung stellen und es bei zu wenig Flüssigkeitsaufnahme auch zum Trinken animieren sollte.

Um sicherzustellen, dass sich ausreichend Wasser im Körper der Katze befindet, gibt es 3 Wege dies herauszufinden:

KontrollartHinweise auf eine Austrocknung
Kontrolle der MaulschleimhautBei einem Flüssigkeitsmangel ist das Zahnfleisch rosarot und klebrig
Kontrolle der AugenTrübheit und eingesunkene Augen deuten auf eine Dehydrierung hin
Kontrolle der HautfaltenVerstreicht eine angehobene Hautfalte nur langsam, ist dies ein weiteres Indiz für eine dringende Wasseraufnahme

Junge sowie ältere Katzen haben eine höhere Gefahr auszutrocknen! In Kombination mit Erbrechen, kann in sehr kurzer Zeit sehr viel Wasser aus dem Körper der Samtpfote verloren gehen. Bei ersten Anzeichen sollte daher umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden!

Zu den eher selten auftretenden, aber durchaus ernstzunehmenden Symptomen zählen Blut, Parasiten, unverdautes Futter oder Fremdkörper im Stuhl.
In unsicheren und schwereren Fällen kann eine Kotuntersuchung Klarheit bringen. Denke auch hier wieder daran, eine Sammelkotprobe einzureichen. Solche Untersuchungen sollten nur in einem speziellen Labor oder von einem Tierarzt gemacht werden. Von Selbstexperimenten zu Hause oder nicht zugelassenen Laboren (wie z.B. Anbieter, welche bestimmte Sets zum selbst einschicken anbieten) ist dringend abzuraten, da die Ergebnisse nicht zu 100% vertrauenswürdig sind.

5 Tipps gegen Durchfall bei Katzen

Um die Heilung der Katze zu fördern und den Durchfall zu lindern, können die folgenden 5 Tipps hilfreich sein:

1 Schlecht verträgliche Nahrung meiden

Manche Lebensmittel sind schwerer zu verdauen und werden von Katzen nicht ganz so gut vertragen. Deshalb sollte man bei vorhandenem Durchfall auf die Gabe von Brot, Milch, Schwarten, stärke- und zuckerreichen Lebensmitteln, sowie Futter mit einem hohen Ballaststoffgehalt verzichten. So wird der ohnehin beanspruchte Katzenmagen nicht noch mehr gereizt und die Darmflora kann sich leichter regenerieren und wieder ins Gleichgewicht bringen.

2 Trinkwasser abkochen

Bakterien, Viren als auch Verunreinigungen können ebenso Durchfall bei Samtpfoten hervorrufen. Solche Schadstoffe können sich auch im Trinkwasser befinden, weshalb dieses zuvor immer abgekocht werden sollte. Da bei Durchfall auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden muss, werden so keine größeren Mengen an schädlichen Substanzen aufgenommen, da diese nun bereits vorher entfernt werden und der Magen-Darm-Trakt wird nicht zusätzlich dadurch noch belastet. Ebenfalls wirkt sich das Trinkwasser bei Raumtemperatur am schonendsten auf den gestörten Magenbereich der Katze aus. Verzichte daher auf zu kalte und zu warme Flüssigkeiten im Trinkwassernapf.

3 Hausmittel

Weist eine Katze Durchfall und weitere leichte Symptome auf, kann dem Tier mit Hausmitteln und Naturheilkunde geholfen werden. Diese Substanzen können den Selbstheilungsprozess bei einer vorhandenen Magen-Darm-Störung unterstützen und Haustierbesitzern bietet sich so die Möglichkeit, Erste-Hilfe-Maßnahmen von zu Hause aus durchzuführen. Zu den bewährtesten Hausmitteln für Katzen zählen Heilerde, Kohletabletten, Flohsamenschalen, amerikanische Ulmenrinde als auch weitere Naturheilkunde. Da Durchfall kein selten vorkommendes Symptom bei Samtpfoten ist, empfiehlt es sich, mit solchen Stoffen auszustatten, um sie bei vorhandener Diarrhö griffbereit zu haben. Jedoch muss man gerade bei Kitten und weiteren Risikogruppen aufpassen, da sich nicht jedes Hausmittel für jedes Tier eignet. Auch auf geschmackliche Vorlieben sollte geachtet werden. Wenn man mehr zu Hausmitteln gegen Durchfall bei Katzen erfahren möchte, findet man in diesem Artikel noch weitere Informationen dazu.

4 Ausreichend Ruhe

Jeder Organismus benötigt viel Ruhe und Entspannung, um sich so gut wie möglich von gesundheitlichen Beschwerden regenerieren zu können. Genauso ist es auch bei Durchfall. Da Katzen besonders auf Unruhe und laute Geräuschkulissen reagieren, sollten solche Faktoren bestmöglich reduziert werden. Vor allem, wenn sich Kinder in einem gemeinsamen Haushalt mit Samtpfoten befinden, muss unbedingt Rücksicht auf das Tier genommen werden. Ein abgelegenes Plätzchen ist daher die perfekte Lösung, da es der Katze ermöglicht zu genügend Ruhe und Schlaf zu kommen.

Bei ersten Anzeichen von Durchfall muss auch unbedingt selbst Ruhe bewahrt werden, da Tiere Nervosität und eine gewisse Anspannung wahrnehmen können und sich dies wiederum auf eine Katze auswirken kann.

5 Bei Unsicherheiten einen Experten aufsuchen

Nicht nur bei Durchfall, sondern bei allen gesundheitlichen Angelegenheiten gilt stets bei Unsicherheiten lieber einen Tierarzt zu befragen. Denn Selbstdiagnosen und das eigenmächtige Handeln führen nicht immer zu positiven, gewünschten Resultaten. Gerade bei Durchfall kann sich der Gesundheitszustand der Katze durch falsch getroffene Maßnahmen rasch verschlechtern. So sollten auch Durchfallpräparate oder Dosierungen von Hausmitteln zuvor mit einem Experten besprochen werden. Online Tierärzte, wie Dr. SAM, sind bei sämtlichen Fragen die beste Anlaufstelle, da so eine einfache und schnelle Kontaktaufnahme geboten wird und Ratschläge für die weitere Vorgehensweise gegeben werden können.

Was tun, wenn die Katze Durchfall hat?

Sobald es einer Samtpfote nicht gut geht, ist es normal, dass man als Katzenbesitzer in Sorge gerät und ihr so schnell und effektiv wie möglich helfen möchte. Doch was kann man gegen Diarrhö tun und was gibt es zu beachten?

  • Füttern oder nicht Füttern? Die Antwort auf diese Frage kann von Tier zu Tier variieren, da jede Katze unterschiedlich auf einen Futterentzug reagieren kann. Durch eine Pause der Nahrungsgabe kann sich der Darm zwar auf natürliche und schonende Weise entleeren, jedoch haben neuere Studien gezeigt, dass eine normale Darmbewegung nur stattfindet, wenn kleinere Futtermengen verabreicht werden. Sollte man sich dennoch für einen Futterentzug entscheiden, darf dieser auf keinen Fall länger als 24 Stunden durchgezogen werden.
  • Was soll gefüttert werden? Schonkost ist leicht verdaulich, weshalb sie sich auf einen gestörten Magen-Darm-Trakt förderlich auswirkt. Dazu zählt unter anderem gekochtes Hühnchen, Reis, Kartoffelbrei, Hüttenkäse als auch Karotten. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass sämtliche Lebensmittel ungewürzt zubereitet und bei Raumtemperatur verfüttert werden. Am besten stellt man immer wieder kleinere Portionen über den Tag verteilt der Katze zur Verfügung. Allerdings können gewisse Nahrungsmittel, wie Milchprodukte, den Durchfall sogar verschlimmern. Auch Schonkost sollte nicht länger als 1 Woche angewendet werden, da der benötigte Nährstoffbedarf nicht zur Gänze gedeckt wird. Vorübergehend können zusätzlich noch Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden. 
    Schonkost lässt sich entweder selbst leicht zubereiten oder es gibt auch die Option bereits fertige Schonkost im Handel oder bei einem Tierarzt zu kaufen.
  • Auf genügend Wasseraufnahme achten! Da eine Samtpfote aufgrund von Durchfall und eventuell begleitenden Erbrechen viel Flüssigkeit verliert, sollte der Wassernapf stets mit frischem, abgekochten Trinkwasser befüllt werden. Schaue darauf, ob die Katze selbstständig genügend Flüssigkeit aufnimmt oder sie dazu in regelmäßigen Abständen angeregt werden muss.
  • Katze genau beobachten! Freigänger sollten erstmal nicht nach draußen gelassen werden, damit man sie selbst, den Stuhlgang und weitere gesundheitliche Veränderungen gut im Auge behalten kann.
  • Darmpräparate verwenden? Eine gestörte Darmflora lässt sich mithilfe von Darmpräparaten und Durchfallpasten wieder auf Vordermann bringen. Denn solche Mittel binden das überschüssige Wasser im Darm und verhelfen dadurch zu einer Besserung bei Durchfall. Vor der Vergabe sollte auch hier wieder zuvor die Meinung eines Tierarztes eingeholt werden.

Wie wird Diarrhoe bei Katzen diagnostiziert?

Hat die Katze Durchfall und weitere Symptome, sollte auf Nummer sicher gegangen und eine Diagnose festgestellt werden. Denn die Priorität Nummer 1 bei Diarrhö ist das Ausfindigmachen der Ursache, damit man die nächsten Behandlungsschritte richtig wählt. Tierärzte können beispielsweise Fremdkörper durch Abtasten erkennen, bestimmte Auslöser ausschließen oder bestätigen und den Gesamtzustand der Katze erfassen und bewerten.
Hierfür wird die Katze abgetastet, die Temperatur gemessen, der Puls geprüft, etc. . Für die endgültige Diagnose können dann, abhängig vom Zustand der Katze, verschiedene Tests, wie beispielsweise Blut- und Stuhlproben, und in schwereren Fällen auch Ultraschall- oder Röntgen-Untersuchungen angeordnet werden. Ebenso gibt es die Option, die Samtpfote auf Futtermittelunverträglichkeiten und -allergien auszutesten. Damit die Diagnose so schnell und genau wie möglich erfasst wird, sollte man als Besitzer vor dem Besuch beim Experten sämtliche Informationen zum bisherigen Verlauf der Magen-Darm-Störung gesammelt parat haben. Denn grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten bei Durchfall, welche unterschiedliche Ursachen haben können und verschiedene Behandlungsmethoden benötigen. Nämlich akuten und chronischen Durchfall.

Akuter Durchfall

Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er plötzlich auftretet und in der Regel nur für 1 bis 2 Tage anhaltet. Die Auslöser reichen von einer falschen Nahrungsaufnahme, über einen Parasitenbefall, bis hin zu einer Infektion oder aufgegriffenen Giftstoffen. Da die weiteren gesundheitlichen Folgen sehr voneinander abweichen können, muss der störungsbedingte Verlauf genauestens beobachtet und die Maßnahmen passend abgestimmt werden.

Chronischer Durchfall

Der größte Unterschied zu akuten Durchfall ist, dass sich dieser schleichend bei einer Katze bemerkbar macht. Zudem haltet eine chronische Magen-Darm-Störung für mindestens 14 Tage an und kommt in einem längeren Zeitraum in regelmäßigen Abständen vor. Besonders bei Freigängerkatzen wird diese von Haustierbesitzern erst nach einigen Tagen wahrgenommen. Bei chronischem Durchfall empfiehlt es sich früh einen Tierarzt aufzusuchen, damit der Katze so schnell wie möglich geholfen werden kann, die auslösende Ursache gefunden wird und die wiederholt auftretenden Symptome gelindert werden können. Diese Art von Durchfall wird zumeist von einer Futtermittelintoleranz, einer -allergie, durch einen Parasitenbefall oder aufgrund eines Bauchspeicheldrüsenproblems hervorgerufen.

Wann sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden?

Sollte man den vorhandenen Durchfall von einer vorübergehenden Diarrhö differenziert haben, dann sollte so rasch wie möglich ein Tierarzt kontaktiert und aufgesucht werden. Ein typisches Anzeichen für eine solche Unterscheidung ist, dass der Durchfall nach 24 bis 48 Stunden immer noch nicht abgeklungen ist oder weitere Symptome hinzukommen.
Vor allem bei den folgenden auftretenden Krankheitszeichen sollte umgehend professioneller Rat eingeholt werden: 

  1. Die Katze frisst nicht mehr
  2. Die Katze trinkt nicht mehr
  3. Verhaltensänderungen und Apathie
  4. Blut im Kot
  5. Zittern 
  6. Erbrechen
  7. Fieber

Wenn die Ursache vorübergehend verschwindet, sollte man dennoch zur Absicherung fristgerecht handeln und einen Tierarzt aufsuchen, damit dieser eine Diagnose feststellen und schwerwiegende Auslöser ausschließen kann. Denn in manchen Situationen kann ein hoher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust lebensbedrohlich werden. Zudem ist es immer sinnvoll, ein Thermometer als Katzenbesitzer zur Hand zu haben. Beträgt die Temperatur mehr als 39,2°C ist Vorsicht geboten. Mehr zu Fieber bei Katzen erfährt man hier.

Bei Kitten, älteren und bereits geschwächten Katzen darf man auf keinen Fall Zeit verlieren, sondern es muss sofort zu einem Tierarzt gegangen werden. Denn selbst leichter Durchfall kann den Körper in einen kritischen Zustand versetzen!

Die Tierärzte bei Dr. SAM helfen gerne dabei, die Situation einzuschätzen und geben durch die online Sprechstunden nützliche Tipps.

Kann man Durchfall bei Katzen vorbeugen?

Obwohl Durchfall die unterschiedlichsten Auslöser haben kann und sich nie zur Gänze vermeiden lässt, gibt es dennoch Vorkehrungen, mit denen sich das Risiko einer solchen Magen-Darm-Störung reduzieren lässt und zumindest ein paar Ursachen bereits im Vorhinein vermieden werden können.

  • Futtermittelunverträglichkeit: Solange eine Samtpfote keine Probleme mit der bisherigen Futteraufnahme aufweist, sollte weder die gewohnte Ernährung, der Hersteller, noch die Geschmacksrichtung verändert werden. Denn die Hauptursache für Durchfall bei Katzen ist eine Futtermittelunverträglichkeit, welche durch eine abrupte Nahrungsumstellung hervorgerufen werden kann. Außerdem muss stets auf ein qualitativ gutes Futter mit wichtigen Nährstoffen geachtet werden.
  • Katzengerechte Haltung: So lieb man das Haustier auch hat, darf es dennoch nicht vermenschlicht werden. Darunter versteht man keine Lebensmittel an die Katze zu verabreichen, die für den Menschen gedacht sind, da nicht alles gleich gut von den Vierbeinern verdaut und vertragen wird. Ebenso sollten jegliche verschluckbaren Fremdkörper und Giftstoffe, wie bestimmte Pflanzen und Putzmittel, außer Reichweite von Katzen gebracht werden. Des Weiteren muss den Tieren ausreichend Möglichkeit für Bewegung geboten werden.
  • Hygienestandards: Auch mangelnde Hygiene im Trink- und Futternapf kann Durchfall verursachen. Deshalb sollten sämtliche Schüsseln täglich gereinigt werden und nur mit sauberem, im besten Fall abgekochtem, Trinkwasser befüllt werden. Speziell Nassfutter muss nach einiger Zeit beseitigt werden, da es ungekühlt verdorben und schlecht werden kann. Genauso bedarf auch das Katzenklo bei vorhandener Diarrhö mehr Reinigungen und Hygienemaßnahmen als unter normalen Umständen.
  • Regelmäßige Untersuchungen: Ebenso können bestimmte Organerkrankungen, wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Nierenprobleme, Durchfall verursachen. Allerdings lassen sich solche gesundheitlichen Beschwerden mit regelmäßigen Untersuchungen in den Griff bekommen und gut mit Medikamenten behandeln. Auch bei älteren Tieren gibt es noch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um gegen Erkrankungen vorzugehen.
  • Entwurmungstabletten und Impfprophylaxe: Achte darauf, die Katze immer zu entwurmen und mit weiteren Impfungen vor einem Parasitenbefall zu beschützen. Vor allem Freigängerkatzen sind häufig von dieser Durchfallursache betroffen.

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Artikel von Dr. Johanna Lüssenhop Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM

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