Dein Hund frisst Kot - Warum tut er das?

Wenn Hunde Kot fressen, ist dies für den Menschen ein sehr gewöhnungsbedürftiger Anblick. Viele Besitzer reagieren erschrocken oder angeekelt. Das Verhalten ist bei Hunden nicht ungewöhnlich, aber risikobehaftet.

Artikel von
Dr. Christian Dimitriadis
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
Inhaltsverzeichnis

Du hast eine befremdliche Entdeckung gemacht: Dein Hund frisst Kot. Nun fragst du dich sicherlich, warum er dies tut, ob es ihm schaden kann und wie du es ihm angewöhnen kannst. In diesem Artikel erklären wir dir die Hintergründe und wie du dich am besten verhältst.

Der Hund frisst Kot: Welche Ursache hat dieses Verhalten?

Kotfressen (Koprophagie) kommt bei vielen Tierarten vor und kann verschiedene Gründe haben. Bei Hunden kommen als Ursachen insbesondere infrage:

  • Geschmacksverstärker im Kot von Artgenossen
  • attraktiver Proteingehalt
  • Ausgleich von Nährstoffdefiziten
  • Bauchspeicheldrüseninsuffizienz (Pankreasinsuffizienz)
  • gestörte Darmflora
  • Wunsch nach Aufmerksamkeit
  • Revierverhalten

Geschmacksverstärker und Aromastoffe, die andere Hunde mit der Nahrung aufgenommen haben, können auch im Kot noch wirksam und somit attraktiv für deinen Vierbeiner sein. Sie finden sich in minderwertigen Futtermitteln. Der hohe Proteingehalt von Hundekot kann Artgenossen ebenfalls dazu motivieren, ihn zu fressen.

Als gesundheitliche Ursachen für Koprophagie kommen unter anderem Nährstoffdefizite infrage. Diese können fütterungsbedingt oder durch gestörte Resorptionsmechanismen im Darm verursacht sein. Letztere wiederum können die Folge einer chronischen Darmentzündung oder eines Wurmbefalls sein. Eine Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsen-Unterfunktion) hingegen geht mit einer mangelnden Bildung von Verdauungsenzymen einher. Die Spaltung der Nahrungsbestandteile ist dadurch beeinträchtigt und es drohen auch hier Mangelerscheinungen. Durch Koprophagie probieren betroffene Hunde instinktiv, die fehlenden Enzyme und Nährstoffe aufzunehmen.

Ebenso versuchen Hunde mit einer gestörten Darmflora gelegentlich, die benötigten Bakterien über den Kot von Artgenossen zu sich zu nehmen. Störungen der Darmflora treten zum Beispiel infolge einer Antibiotikatherapie, einer inadäquaten Fütterung oder einer Darmerkrankung auf.

Letztlich kann Kotfressen psychisch bedingt sein: Mitunter hat dein cleverer kleiner Freund gelernt, dass er deine Aufmerksamkeit bekommt, wenn er Kot frisst. Dann ist es möglich, dass er sein Verhalten gezielt wiederholt. Auch Revierverhalten steht zur Debatte: Möglicherweise versucht dein Vierbeiner durch das Fressen von Stuhl, mit dem fremde Hunde das gemeinsame Territorium markiert haben, in der Rangordnung aufzusteigen.

Der Hund frisst Kot: Ist das gefährlich?

Koprophagie (das Fressen von Kot) wirkt nicht nur befremdlich auf uns Menschen, sondern birgt auch verschiedene Risiken:

  • Infektion mit Krankheitserregern
  • Aufnahme von Würmern und Wurmeiern
  • Ansteckung der Besitzer
  • Aufnahme von Giftstoffen

Im Stuhl wimmelt es nur so von Keimen: Der Darm beherbergt diverse Bakterien, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Darunter fallen auch potenziell krankmachende Arten. Ebenso werden Würmer, Wurmeier und einige Viren über den Kot übertragen. Je nachdem, von welcher Tierart der Stuhl stammt, kann er diverse unterschiedliche Krankheitserreger und Parasiten enthalten, von Giardien über Toxoplasmen bis hin zu Salmonellen.

Wenn dein Hund Kot frisst, sollte eine regelmäßige Wurmkur definitiv stattfinden. Im Onlineshop von Dr. SAM findest du wirksame Entwurmungstabletten, die deine Vierbeiner zuverlässig vor einem Wurmbefall schützen. Die Anwendung ist einfach und sicher: Scheitle die Haare im Nacken deines Hundes vorsichtig, sodass du seine Haut sehen kannst. Nun träufelst du den Inhalt der Spot-On-Tube direkt dort auf. Die Schutzwirkung hält für einen Monat an.


Werden diese Erreger oral aufgenommen, können sie nicht nur deinem Vierbeiner schaden, sondern auch dir als Besitzer: Beim Schmusen, Spielen und Belecken können die Pathogene über den Speichel des Hundes auf dich übertragen werden. Kinder sind besonders gefährdet.

Während die Gefahr einer Krankheitsübertragung für die meisten Menschen einleuchtend ist, stößt das Thema Vergiftung häufig auf Verwunderung. Es spielt eine besondere Rolle beim Verzehr artfremden Stuhls, vor allem dem von Pferden: Wurde das entsprechende Tier zuvor mit einem Medikament, zum Beispiel einem Wurmmittel, behandelt, finden sich im Kot häufig Rückstände. Einige der gängigen Wirkstoffe sind für Hunde giftig.

Wie finde ich die Ursache für das Kotfressen heraus?

Wenn dein Vierbeiner gelegentlich Kot frisst, ist die Ursache schwer nachvollziehbar; denn dann findet sie sich meistens in der Zusammensetzung dieser konkreten Ausscheidung. Dein kleiner Freund frisst Kot und das regelmäßig? In dem Fall solltest du nachforschen.

Gesundheitliche Ursachen

Zuallererst solltest du vom Tierarzt abklären lassen, ob die Koprophagie deines Hundes eine gesundheitliche Ursache hat. Die Untersuchung einer Kotprobe kann hier sehr aufschlussreich sein: Parasiten und ihre Eier sind bereits unterm Mikroskop erkennbar; eine gestörte Darmflora wird durch eine bakteriologische Untersuchung im Labor festgestellt. Hat das Verhalten erst begonnen, nachdem dein kleiner Freund mit einem Antibiotikum behandelt wurde, besteht die Ursache ziemlich sicher darin.

Es gibt einige typische Symptome, die auf eine Pankreasinsuffizienz hindeuten. Dazu gehört ein fettiger Stuhl in Verbindung mit einem fortschreitenden Gewichtsverlust, obwohl dein Hund ausreichend frisst. Gegebenenfalls sollte also zuerst in diese Richtung untersucht werden. Dies erfolgt vor allem mittels Blutuntersuchung.

Chronische Darmentzündungen lassen sich zum Beispiel durch einen Ultraschall oder eine Darmspiegelung diagnostizieren.

Fütterungsbedingte Ursachen

Kann der Tierarzt keine Erkrankung bei deinem Liebling feststellen, empfiehlt sich eine sogenannte Rationsüberprüfung bei einem Spezialisten für Tierernährung. Dieser analysiert das Futter deines Hundes genau und stellt fest, ob er optimal mit allen notwendigen Nährstoffen und Nahrungsbausteinen abgedeckt ist. Gegebenenfalls wird die Ration gezielt angepasst.

Psychische Ursachen

Hierbei handelt es sich in erster Linie um eine Ausschlussdiagnose; du solltest also erst dann davon ausgehen, dass dein Liebling lediglich Aufmerksamkeit möchte oder Revierverhalten zeigt, wenn alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen wurden.

Zeigt dein Vierbeiner bereits vor der Koprophagie ein aufmerksamkeitsförderndes Verhalten, kann dies jedoch hinweisend sein: Möglicherweise beginnt er erst im „zweiten Schritt" mit dem Kotfressen, nachdem du ihn zuvor nicht beachtet hast. Wenn dein Liebling generell oder neuerdings sehr dominant ist, kann dies ein Hinweis auf Revierverhalten als Ursache sein.

Der Hund frisst Kot: Was schafft Abhilfe?

Je nachdem, aus welchem Grund dein Vierbeiner Kot frisst, sind verschiedene Maßnahmen angezeigt:

  • Behandlung mit einem Wurmmittel
  • Aufbau der Darmflora mit einem Probiotikum
  • Behandlung einer Darmentzündung mit verschiedenen Präparaten
  • Zufuhr von Verdauungsenzymen
  • Anpassung der Ernährung
  • Verhaltenstherapie

Bis die Ursache beseitigt ist, solltest du deinen Liebling in jedem Fall vom Kotfressen abhalten. Auch eine gelegentliche Koprophagie, die durch besonders attraktiven Stuhl verursacht wird, solltest du nach Möglichkeit verhindern. Dies funktioniert am besten, indem du deiner Fellnase gezielt beibringst, ohne deine „Erlaubnis" nichts zu fressen. Idealerweise lässt du dich diesbezüglich von einem zertifizierten Hundetrainer oder einem Fachtierarzt für Verhaltenstherapie beraten. Gerne kannst du dich auch jederzeit an dein Tierärzteteam bei Dr. SAM wenden!

Bist du dir unsicher und würdest du gern mehr über Dr. SAM erfahren - klicke einfach den Link an und erhalte weitere Einblicke in unsere Arbeit.

Liebe Grüße,
Dr. Christian Dimitriadis
- Tierarzt bei Dr. SAM

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Dr. Christian Dimitriadis
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
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