Braucht meine Katze ein Zeckenmittel?

Tierärzte und Zoofachhändler bieten die unterschiedlichsten Zeckenmittel für Haustiere an. Obwohl Katzen weniger empfänglich für durch Zecken übertragene Krankheiten sind als Hunde, profitieren auch sie von einem sicheren Schutz.

Artikel von
Dr. Barbara Wilm
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
Inhaltsverzeichnis

Bringt deine Katze öfter einmal „Untermieter" von draußen mit nach Hause? Oder steht demnächst der erste Freilauf an und du möchtest sie frühzeitig gegen einen Befall mit Parasiten schützen? Dann stellst du dir sicherlich die Frage, welches Zeckenmittel für Katzen am besten geeignet ist und worauf du achten musst.

Die Zecke: ein kurzer Exkurs

Was genau ist eine Zecke und welche Risiken gehen von den kleinen Blutsaugern aus? Hier erfährst du mehr.

Wie leben Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren und darunter zu den Milben. Sie suchen ihren Wirt nur vorübergehend auf, um eine Blutmahlzeit zu nehmen; die übrige Zeit verbringen sie in der Umgebung.
Auch seine Eier legt das Zeckenweibchen in der Außenwelt ab. Daraus schlüpfen die Larven und entwickeln sich zunächst zu Nymphen, dann zu adulten Zecken. Die verschiedenen Entwicklungsstadien lauern ihrem Wirt vor allem im hohen Gras auf, lassen sich von ihm abstreifen und suchen sich dann eine geeignete Körperregion zum Blutsaugen. Dort ritzen die kleinen Parasiten die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an, um an ein Blutgefäß zu gelangen.

Warum sind Zecken für Katzen gefährlich?

Ein Zeckenstich an sich ist nicht gefährlich; er kann sich höchstens entzünden, wenn die Samtpfote beispielsweise daran kratzt oder knabbert. Jedoch können Zecken sich beim Blutsaugen mit verschiedenen Krankheitserregern infizieren und diese dann auf ihren nächsten Wirt übertragen.


Die bei Katzen relevanten Zeckenkrankheiten sind nach aktuellem Wissensstand:

  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Diese Krankheiten sind bei Katzen zwar selten, im Falle eines Ausbruchs aber gefährlich und schwer zu therapieren. Ein sehr starker Befall mit Zecken kann, vor allem bei jungen Katzen, zu einer Blutarmut führen.

Welche Zeckenarten sind für Katzen ein Risiko?

  • Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
  • Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
  • Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)
Quelle: stock.adobe.com/Astrid-Gast

Welche Zeckenmittel gibt es?

Die meisten Medikamente, die Katzen vor Zecken schützen sollen, basieren auf dem Wirkstoff Fipronil: Es ist für die Katze gut verträglich, für Zecken hingegen giftig. Als Darreichungsformen stehen zur Verfügung:

  • Spot-on
  • Sprays
  • Halsbänder
  • Tabletten

Im Onlineshop von Dr. SAM findest du wirksame Spot-On-Präparate, die deine Vierbeiner zuverlässig vor einem Insekten- und Zeckenbefall schützen. Die Anwendung ist einfach und sicher: Scheitle die Haare im Nacken deines Hundes vorsichtig, sodass du seine Haut sehen kannst. Nun träufelst du den Inhalt der Spot-On-Tube direkt dort auf. Die Schutzwirkung hält für einen Monat an.

Spot-on

Spot-on erhältst du in kleinen Pipetten. Für die Anwendung scheitelst du das Fell deiner Samtpfote und träufelst den Inhalt der Tube anschließend auf ihre Haut. Am besten eignet sich dafür der Nackenbereich, damit sie das Mittel nicht wegschlecken kann, ehe es eingewirkt ist. Der Wirkstoff wird nun von der Haut aufgenommen und verteilt sich über den Körper. Achte darauf, dass deine Katze in den Stunden nach der Anwendung weder gestreichelt noch von einem anderen Tier geputzt wird. Die Wirkdauer von Spot-ons beträgt etwa vier Wochen.

Sprays

Zeckensprays werden im Gegensatz zu Spot-ons am gesamten Körper des Tieres angewendet. Die Wirkung hält etwa einen Monat lang an. Die meisten Katzen empfinden es allerdings als unangenehm, „eingesprüht" zu werden.

Oft ist in Zeckensprays der Wirkstoff Permethrin drin, der für Katzen hochgradig giftig ist

Halsbänder

Zeckenhalsbänder haben gegenüber Spot-ons und Sprays den Vorteil, dass sie deutlich länger wirken: Der integrierte Wirkstoff wird über mehrere Monate hinweg kontinuierlich an die Haut abgegeben. Darüber hinaus besitzen Zeckenhalsbänder eine repellierende (abwehrende) Wirkung auf Zecken, wodurch diese gar nicht erst zustechen. Dies ist ein Vorteil gegenüber insektiziden Präparaten, die erst wirken, wenn die Zecke bereits Blut saugt.

Ein Nachteil besteht darin, dass Menschen (und andere Tiere) mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen, wenn sie mit ihrem vierbeinigen Freund schmusen oder im selben Bett schlafen. Vor allem, wenn bei euch zu Hause Kinder leben, kann dies problematisch sein. Weiterhin gehen Zeckenhalsbänder häufig verloren, wenn das Tier damit durchs Dickicht streift: Integrierte Sollbruchstellen verhindern, dass die Katze sich strangulieren kann, wenn sie mit dem Halsband an einem Ast oder Gegenstand hängen bleibt.

Tabletten

Antiparasitika in Tablettenform entfalten ihre Wirkung von innen: Der Wirkstoff wird im Darm resorbiert, gelangt dadurch ins Blut und verteilt sich bis in die Haut. Es besteht also kein Risiko, dass er durch Putzen, Streicheln oder auch Nässe entfernt werden könnte. Die Tabletteneingabe gestaltet sich allerdings bei manchen Katzen als schwierig bis unmöglich. Die Wirkdauer wird mit bis zu drei Monaten angegeben.

Ein Nachteil besteht hier darin, dass beim Vorhandensein von Nebenwirkungen diese nicht so einfach zu beseitigen sind, da sich der Wirkstoff nicht mehr aus dem Körper der Katze entfernen lässt.

Sind Zeckenmittel gefährlich für die Katze?

Medikamente zur Zeckenabwehr, die für Katzen zugelassen sind, werden in aller Regel sehr gut vertragen. Wie bei jedem Medikament sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Dazu gehören zum Beispiel Hautirritationen an der Applikationsstelle und kurzzeitige Übelkeit.

In einigen Fällen empfiehlt es sich, vor der Anwendung Rücksprache mit einem Tierarzt zu halten:

  • Anwendung bei Jungtieren
  • Anwendung bei immungeschwächten Katzen
  • Anwendung bei Katzen mit einer chronischen Hautkrankheit oder Magen-Darm-Problematik
  • Anwendung bei trächtigen oder säugenden Kätzinnen
  • Anwendung bei Katzen, die schon einmal eine Überempfindlichkeitsreaktion auf ein Medikament gezeigt haben


Wende bei einem Haustier keinesfalls ein Antiparasitikum für eine andere Tierart an! Beispielsweise wird der Wirkstoff Permethrin von Hunden sehr gut vertragen, für Katzen ist er jedoch giftig. Fipronil hingegen eignet sich für Katzen, Hunde und Meerschweinchen, während es für Kaninchen giftig ist.

sonstige Vorbeugemaßnahmen


Gibt es Alternativen zu Zeckenmitteln vom Tierarzt? Was, wenn bereits eine Zecke zugebissen hat? Hier erfährst du mehr.

Was taugen „alternative" Zeckenmittel?

Um chemische Substanzen zu umgehen, greifen einige Tierbesitzer auf pflanzliche Alternativen zurück: Von Bernsteinketten über Knoblauch bis hin zu Kokosöl sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Leider besteht häufig eine schlechte Wirksamkeit und viele „Hausmittel" bergen sogar gesundheitliche Risiken. Greife daher besser auf tiermedizinische Produkte mit erwiesener Wirkung zurück.

So entfernst du Zecken

Entdeckst du im Fell deiner Samtpfote eine Zecke, solltest du sie schnellstmöglich entfernen: Denn je länger sie Blut saugt, desto höher ist das Risiko einer Krankheitsübertragung. Fasse den Zeckenkopf dazu mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange. Anschließend ziehst oder drehst du den Parasiten vorsichtig heraus. Der Kopf sollte nicht abreißen, da sich die Stichstelle anderenfalls entzündet.

Keinesfalls solltest du die Zecke mit Alkohol oder sonstigen Substanzen beträufeln! Ansonsten provozierst du ein Erbrechen, wodurch potenzielle Krankheitserreger erst recht in den Katzenkörper gelangen.

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Liebe Grüße,
Dr. Barbara Wilm
- Tierarzt bei Dr. SAM

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Dr. Barbara Wilm
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
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