Ohrmilben beim Hund – Wie wird man sie wieder los?

Autor: Dr. Alice Holzapfel | Zuletzt bearbeitet: 23. März 2022 | Lesezeit: 13 min
Hund mit Ohrmilben kratzt sich hinter Ohr

Die Ohrmilben können jeden Hund betreffen. Besonders Welpen und immungeschwächte Tiere neigen dazu, einen starken Befall zu entwickeln. In der Folge kommt es häufig zu einer Ohrenentzündung. Kratzt dein Hund sich neuerdings verstärkt, schüttelt den Kopf und möchte sich nicht mehr an den Ohren berühren lassen?  Dann besteht der Verdacht auf Ohrmilben. Ohrmilben sind für ihren Wirt sehr unangenehm und ansteckend für andere Tiere. Daher solltest du sie frühzeitig erkennen und behandeln.

Definition


Bei Hunden und Katzen wird die Ohrräude (umgangssprachlich Ohrmilben) vorrangig durch die Milbenart Otodectes cynotis verursacht. Milben gehören zu den Spinnentieren und ernähren sich von Hautzellen und deren Produkten. Ohrmilben besiedeln vor allem die Gehörgänge, wo sie bei stärkerem Befall schmerzhafte Entzündungen verursachen: Ihr Speichel führt zu Hautirritationen verschiedener Art.

Ohrmilben verbringen ihren kompletten Lebenszyklus auf ihrem Wirt: Die Weibchen legen ihre Eier auf der Hautoberfläche ab, wo nach wenigen Tagen die Larven schlüpfen. Diese entwickeln sich innerhalb von drei Wochen zu adulten Milben. Die Schmarotzer können mehrere Monate abseits vom Wirt in der Umgebung überleben.

Ursache

Die Infektion mit Ohrmilben erfolgt vor allem direkt bei befallenen Artgenossen oder Freigängerkatzen; aber auch in einer kontaminieren Umgebung können sich Hunde indirekt anstecken. Ausgewachsene Tiere mit einer starken Immunabwehr haben die Parasititen oft so gut im Griff, dass sie keine oder kaum Symptome zeigen. Bei Welpen, älteren sowie chronisch kranken Hunde hingegen ist der Befall oft massiv.

Symptome und Diagnose

Ohrmilben führen meist zu relativ eindeutigen Symptomen, anhand derer bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt werden kann. Typischerweise verursachen Ohrmilben diese Top 5 Symptome:

  1. vermehrtes Kratzen der Ohren
  2. Kopfschütteln
  3. Bräunliches, übelriechendes Ohrsekret
  4. Rötungen, Schuppen und kleine Wunden im Ohrenbereich
  5. Krusten oder borkige Beläge in den äußeren Gehörgängen
Entzündeter Ohrmuschel eines Hundes. Quelle: thamkc/stock.adobe.com

Durch ihre Bisse und ihren Speichel verursachen die Milben Hautreizungen, Juckreiz und allergische Reaktionen. In der Folge kratzen sich betroffene Tiere vermehrt, wodurch kleine Hautwunden und -krusten entstehen. Auch nervöses Kopfschütteln und allgemeine Ruhelosigkeit sind möglich. Bei einem starken Befall halten die Tiere gelegentlich den Kopf schief, um das (stärker) entzündete Ohr zu entlasten.
Milbentypische Ohrenveränderungen sind ein bräunlicherübelriechender Ausfluss sowie feste Beläge, die an Wachs, Borke oder Kaffeesatz erinnern können. Sie setzen sich aus Ohrenschmalz, Blut, Milbenkot und Zellsekreten zusammen.

Wird der Ohrmilbenbefall längerfristig nicht behandelt, kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen, welche die Therapie erschweren. Dazu gehören unter anderem:

  • generalisierte Räude
  • Mittel- und Innenohrentzündung
  • Gehirnentzündung
  • Sekundärinfektion durch Bakterien

Je länger ein Ohrmilbenbefall bei Hunden unbehandelt bleibt, desto stärker neigen die Parasiten dazu, sich auf den restlichen Körper auszubreiten. Dabei können sie zum Beispiel von den Ohren in den Nacken-, Rücken- und Flankenbereich wandern oder ins Mittel- und Innenohr vordringen. Von dort aus wandern sie schlimmstenfalls ins Gehirn. Eine weitere häufige Komplikation sind sekundäre bakterielle Hautentzündungen, da die Hautbarriere infolge der Entzündungen und Kratzwunden beeinträchtigt ist. Dadurch sind schwere, mitunter eitrige Infektionen möglich.

Um Milben nachzuweisen, muss man zunächst ins Ohr reinschauen. Dabei ist Vorsicht geboten, um dem Patienten nicht wehzutun; insbesondere, wenn bereits eine Ohrenentzündung vorliegt. Oft kann beobachtet werden, wie die Milben vor dem Licht flüchten. Ist dies nicht der Fall, entnimmt der Tierarzt vor Ort eine Probe der Ohrbeläge, bereitet sie auf und betrachtet sie unter dem Mikroskop.

In der Regel sind Ohrmilben mit bloßem Auge sichtbar

Ohrmilbe unter dem Mikroskop. Quelle: stanisaw/adobe.stock.com

Therapie

Die Therapie eines Milbenbefalls fußt auf zwei Säulen: der Therapie des Tieres und der Umgebungsbehandlung. Alle Maßnahmen müssen über mindestens 21 Tage durchgeführt werden, um alle Entwicklungsstadien der Parasiten zu „erwischen“: Anderenfalls überlebt ein Teil der Milben und es kommt zu einer neuerlichen Infektion.

Für die Therapie der Ohrräude werden spezielle Salben angeboten, welche die Parasiten abtöten. Die Anwendung funktioniert wie folgt:

  • Säubere das Ohr nach tierärztlicher Anweisung mit einem Ohrreiniger.
  • Nun trägst du die Salbe auf die entzündeten Bereiche auf.
  • Besprich die Behandlungsdauer vorab mit einem Tierarzt. Drei Wochen sollten nicht unterschritten werden.
  • Wenn du noch andere Haustiere hast, die Kontakt mit deinem Hund haben oder sich im selben Raum aufhalten, musst du sie gegebenenfalls mitbehandeln. Lass dich diesbezüglich aber unbedingt von einem Tierarzt beraten: Manche Antiparasitika sind für andere Tierarten giftig!

Achte während der Milbenbehandlung auf eine sehr gute Hygiene. Anderenfalls ist eine Reinfektion (erneute Infektio) des Hundes in der Umgebung möglich. Zu den Hygienemaßnahmen gehören:

  • intensive Reinigung aller Liegeplätze (Körbchen, Decken, Sofas, Sessel, …) des Hundes
  • tägliches gründliches Staubsaugen der Böden
  • Reinigung und Desinfektion aller Oberflächen
  • soweit möglich, niedrige Luftfeuchtigkeit
  • gründliches Händewäschen, nachdem du den Patienten angefasst hast.

Da Milben in feuchten Umgebungen besonders lange überlebensfähig sind, trägt eine niedrigere Luftfeuchtigkeit aktiv zu ihrer Bekämpfung bei.

Vorbeugung

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Eine gute Hygiene kann ebenfalls zur Prophylaxe eines Milbenbefalls bei Hunden beitragen. Sie beinhaltet die regelmäßige Reinigung von Teppichen, Kissen, Decken, Bezügen und der Umgebung. Dadurch werden potenziell eingeschleppte Parasiten frühzeitig abgetötet.

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