Magensäure beim Hund: Alles Wichtige, was du darüber wissen solltest

Autor: Dr. Sabrina Vogt | Zuletzt bearbeitet: 24. März 2022 | Lesezeit: 22 min
Magensäure beim Hund kann zu Beschwerden führen

Die Magensäure des Hundes spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Wird davon jedoch zu viel oder zu wenig produziert, kommt es schnell zu Beschwerden. Eine Optimierung der Fütterung kann dann, ebenso wie einige Hausmittel, schnelle Abhilfe leisten.

‍Einleitung   

Vielleicht hast du schon einmal beobachtet, dass dein Hund auffällig viel Gras frisst. Oder dein Vierbeiner erbricht morgens mit nüchternem Magen weißen Schaum? In diesen Fällen liegt vermutlich eine Störung der Magensäure deines Hundes vor. Diese ist für verschiedene Verdauungsfunktionen enorm wichtig, führt aber auch häufig zu Beschwerden. Ob dein Hund an einer Übersäuerung leidet, solltest du anhand bestimmter Leitsymptome aufmerksam beobachten. Ist dies der Fall, stehen dir einige Möglichkeiten zur Verfügung, um schnell für Linderung der Beschwerden zu sorgen. Auch vorbeugend kannst du einiges tun, um deinen Hund vor magensäurebedingten Gesundheitsproblemen zu schützen. 

Definition

Die Magensäure des Hundes besteht größtenteils aus Wasser und Salzsäure. Letztere bewirkt, dass hier ein besonders saurer pH-Wert vorliegt. Dieser wiederum ist wichtig für die Funktionen der Magensäure. Als Bestandteil des Magensaftes kommen dieser nämlich vielseitige Aufgaben zu, wenn es um die Verdauung deines Hundes geht:

  • die Zersetzung des Nahrungsbreis
  • die Vorbereitung auf die Aufspaltung des Futters im Darm und
  • die Abtötung von Krankheitserregern im Magen, beispielsweise Bakterien, Pilze und Viren, aber auch Parasiten

Da der Hund zu den Fleischfressern zählt, weist er eine besonders aggressive Magensäure auf. Damit der Magen deines Hundes davon keine Schäden nimmt, ist er innen von einer schützenden Magenschleimhaut bedeckt

Ursache

Obwohl die Magenschleimhaut deines Vierbeiners den Magen normalerweise vor der Magensäure schützt, kann dieser Schutz manchmal verlorengehen. Eine Übersäuerung etwa kann bewirken, dass die Magensäure die Schutzschicht reizt oder sogar beschädigt. Es kommt zu Schleimhautreizungen oder einer Magenschleimhautentzündung. Bei unseren Vierbeinern kommt es auch vor, dass die Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort Reizungen, Entzündungen oder Schäden an der Schleimhaut verursacht. 

Die häufigsten Ursachen für ein Übermaß an Magensäure beim Hund sind futterbedingt. Wenn dein Hund zu viel Magensäure produziert, solltest du dich daher fragen, ob eine Fehlernährung oder eine Überernährung vorliegt. Möglicherweise hast du deinem Vierbeiner zu viel Futter verabreicht, sodass dieses nicht schnell genug vom Magen in den Darm weitertransportiert wird. Das im Magen verbleibende Futter kann eine Überproduktion an Magensäure verursachen. Zudem führt Futter, das zu lange im Magen verbleibt, zur Gasbildung. Diese Gase wiederum können den Futterbrei und die Magensäure Richtung Speiseröhre transportieren, was zu typischen Symptomen der Übersäuerung beim Hund führt. Welche das genau sind, erfährst du weiter unten im Artikel. 

Achtung: Auch ein zu hoher Fettanteil im Futter, Gewürze, zu warme oder zu kalte Speisen und zu schnelle Futterumstellungen sind Auslöser einer gestörten Magensäure-Produktion bei Hunden. 

Wenn du deinen Hund barfst, solltest du dich außerdem fragen, ob du vielleicht zu viele Eierschalen verfütterst. Das darin enthaltene Calcium kann mit der Magensäure deines Hundes zu Kohlensäure reagieren. Diese ruft bei empfindlichen Tieren ebenfalls Beschwerden hervor. Weitere mögliche Ursachen, wenn dein Hund Zeichen einer Übersäuerung zeigt, sind Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Futterbestandteilen, Stress oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch Grunderkrankungen wie Störungen im Hormonhaushalt können zu Problemen mit der Magensäure des Hundes führen.

Gut zu wissen: Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass feste Fütterungszeiten bei Hunden zu einer falschen Erwartungshaltung führen können. Bleibt die Fütterung einmal aus oder verschiebt sich, produziert der Magen deines Hundes in Erwartung des Futters Magensäure, die dann nicht benötigt wird und die Magenschleimhaut reizt. Es ist daher ratsam, keine zu starren Fütterungszeiten oder -rituale zu verfolgen. 

Quelle: gismo2015

Symptome und Diagnose

An den folgenden Symptomen erkennst du, dass dein Hund möglicherweise zu viel Magensäure produziert:

  • häufiges Schmatzen, Schlucken oder Speicheln
  • auffällige Magengeräusche
  • Erbrechen (insbesondere morgens vor dem Füttern, oft mit gelbem oder weißem Schleim)
  • Intensives Grasfressen
  • mangelnder Appetit
  • Sodbrennen (saures Aufstoßen)
  • Husten
  • Würgen
  • Unruhe
  • schmerzempfindliche Wirbel oder sichtbare Mulden der Wirbelsäule 

Es kommt neben der Überproduktion von Magensäure bei manchen Hunden auch zum gegenteiligen Phänomen: Der Hund leidet unter einer mangelhaften Produktion von Magensäure. Diese ist jedoch wichtig, damit die Verdauungsprozesse optimal ablaufen. Produziert der Magen deines Hundes zu wenig Magensäure, wird er ähnliche Symptome wie die einer Übersäuerung zeigen. Zusätzlich kommt es dann häufig zu Durchfall, Juckreiz am After und Hefepilz-Infektionen. 

Stellst du deinen Hund dem Tierarzt vor, wird dieser anhand einer Allgemeinuntersuchung und deines Vorberichts bereits einschätzen, ob eine Übersäuerung oder eine mangelhafte Magensäure-Produktion vorliegt. Die Untersuchung einer Kotprobe und die Durchführung einer Blutuntersuchung können die Diagnose unterstützen. Hilfreich ist es auch, wenn du im Vorhinein ein Futtertagebuch führst. Darin vermerkst du, wann du deinem Hund wie viel Futter verabreichst. Notiere dabei auch die Art des Futters. Zusätzlich gilt es, alle Symptome, die dein Vierbeiner zeigt, mit Uhrzeiten versehen aufzuschreiben. So hat dein Tierarzt die Möglichkeit, die Beschwerden deines Hundes mit der Fütterung in Verbindung zu setzen und zu prüfen, ob die Ursachen fütterungsbedingt sind. 

Therapie

Viele Hunde steuern einer Übersäuerung selbst entgegen, indem sie beginnen, Gras zu fressen. Daher ist es keine gute Idee, sie dabei zu unterbrechen. Oft lindert das Grasfressen die Beschwerden bereits. Das Gras bindet die Magensäure, schützt die Magenschleimhaut und transportiert gegebenenfalls in der Speiseröhre befindliche Magensäure wieder Richtung Magen und Darm. Auch das Übergeben nach dem Grasfressen dient dazu, überschüssige Magensäure loszuwerden. Doch du kannst deinen Hund trotzdem unterstützen, wenn er unter zu viel Magensäure leidet. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten am Tag statt einer großen. Auch Snacks für zwischendurch sind sinnvoll. Zur Beruhigung der Schleimhäute bieten sich Hüttenkäse, milder Joghurt und püriertes Gemüse (etwa Möhren) an. Eine Schonkost aus fettarmem Fleisch, etwa Geflügel, und Reis soll helfen, den Magen zu beruhigen. Wenn dein Hund diese annimmt, kannst du ihm auch Kräutertees mit Fenchel oder Kamille anbieten.

Generell sind Kräuter eine tolle und natürliche Option, den Magen deines Hundes auf sanfte Weise zu unterstützen. Bewährt haben sich in der Naturheilkunde für den Magen insbesondere die folgenden Heilkräuter:

  • Kamille
  • Pfefferminze
  • Angelikawurzel
  • Islandmoss
  • Ingwer
  • Hopfen
  • Süssholzwurzel und 
  • Mariendistel

All diese wertvollen Kräuter findest du vereint in Magenfein für Hunde von Dr. Sam. Die Heilpflanzenmischung speziell für magensensible Hunde wurde von unseren Tierärzten zusammengestellt, um den Schutz und die Regeneration der Magenschleimhaut zu unterstützen. Islandmoos und Süßholzwurzel sollen mit ihren pilzfeindlichen und antibakteriellen Eigenschaften die Magensäure regulieren. Die Mischung eignet sich besonders für Hunde, die zu Sodbrennen und Magenschleimhautentzündungen neigen. 

Tipp: Leidet dein Hund unter einem Mangel an Magensäure? Dann kannst du versuchen, die Magensäure-Produktion mit Bitterstoffen anzuregen, wie sie etwa in Chicorée oder Endiviensalat vorkommen.

Wenn dein Hund ab und an unter Sodbrennen leidet, können solch einfache Hausmittel und Tipps oft genügen, um für Linderung zu sorgen. Kommt es jedoch dauerhaft zu den weiter oben genannten Symptomen, solltest du die Ursache dafür tierärztlich abklären lassen. Eine tierärztliche Beratung zum Thema Übersäuerung beim Hund erhältst du von unseren Tierärzten von Dr. Sam. Diese helfen dir auch dabei, eine magenfreundliche Fütterungsstrategie für deinen Liebling zu erstellen. 

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer dauerhaften Übersäuerung kommt, beherzige die folgenden Tipps:

  1. Steht eine Futterumstellung an? Dann sollte diese möglichst langsam erfolgen.
  2. Vermeide unnötigen Stress für deinen Hund. 
  3. Unterstütze die Magengesundheit deines Vierbeiners mit hochqualitativem Futter, welches an das Gewicht und die Bedürfnisse deines Hundes angepasst ist.
  4. Füttere nicht zu starren Zeiten, sondern variiere hier ein wenig.
  5. Wenn dein Hund zu Übersäuerung neigt, verteile die gesamte Futtermenge auf mehrere Rationen am Tag.
  6. Vermeide zu lange Zeiten, in denen dein Vierbeiner nichts frisst. Ein Snack zwischendurch sorgt dafür, dass die produzierte Magensäure verbraucht wird.

Zusammenfassung

Die Magensäure ist ein wichtiger Bestandteil der Verdauung deines Hundes. Ein Zuviel an Magensäure kann ebenso problematisch für deinen Hund werden wie ein Zuwenig. Die Symptome beider Probleme sind ähnlich, doch bei der mangelnden Magensäure kommt es häufig zusätzlich zu Durchfall. Eine ausgewogene Fütterung ist die beste Prophylaxe vor Beschwerden: Du solltest das Futter genau an deinen Vierbeiner anpassen und eine Überfütterung vermeiden. Kommt es doch einmal zu ernsthaften Beschwerden, wirkt Schonkost lindernd. Frisst dein Hund Gras, solltest du ihm dieses gestatten, da es der Übersäuerung entgegenwirkt. Zusätzlich unterstützen kannst du deinen Hund mit der Vermeidung von Stress, einem optimierten Futtermanagement und magenfreundlichen Kräutern, wie sie in Magenfein von Dr. Sam vorkommen. 

Stelle deine Frage direkt per WhatsApp einem Tierarzt!
Jetzt chatten