Der Hund hat Verstopfung: Was tun?

Autor: Dr. Barbara Wilm | Zuletzt bearbeitet: 25. März 2022 | Lesezeit: 15 min
Verstopfung beim Hund

Verstopfung (Obstipation) ist eine Problematik, an der vor allem übergewichtige Hunde leiden. Prinzipiell kann jedoch jeder Hund von Obstipation betroffen sein. Wenn Hausmittel nicht weiterhelfen oder das Problem wiederholt auftritt, muss ein Tierarzt zurate gezogen werden. Hat dein Hund Beschwerden beim Kotabsatz? Ebenso wie beim Menschen kann auch eine Verstopfung beim Hund sehr schmerzhaft sein und zu Komplikationen führen. Daher besteht immer Handlungsbedarf.

Definition

Eine Verstopfung bezeichnet eine erschwerte Darmentleerung infolge einer Passagestörung, also einen gestörten Transport des Nahrungsbreis durch den Darm.

Ursache

Es gibt verschiedene Auslöser und Risikofaktoren für Obstipation. Dazu gehören:

Typische Fütterungsfehler, die Verstopfungen fördern, sind eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Ballaststoffmangel und die Fütterung von Knochen. Letztere können, ebenso wie Fremdkörper, im Darm stecken bleiben und dadurch eine Obstipation oder einen kompletten Darmverschluss verursachen. Da Bewegung die Darmtätigkeit stimuliert, kann Bewegungsmangel im Umkehrschluss eine Darmträgheit zur Folge haben. Nicht zwingend ist der Besitzer daran schuld: Auch ein hohes Lebensalter, eine Erkrankung oder Verletzung kann zur Folge haben, dass der Hund sich (vorübergehend) nicht ausreichend bewegt. Ferner hat auch Übergewicht Bewegungsunlust zur Folge. Außerdem verdrängt übermäßiges Bauchfett den Darm, sodass er in seiner Funktion eingeschränkt wird.

Schmerzen beim Kotabsatz führen dazu, dass der Hund den Kot möglichst lange zurückhält und er immer weiter eindickt. Häufige Ursachen sind Wirbelsäulenarthrosen und Analbeutelentzündungen. Eine Beeinträchtigung des Darmnervensystems, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder eine Diabeteserkrankung, führt zu einer Verminderung der Darmperistaltik; also der Muskelkontraktionen, die den Darminhalt vorwärtsbewegen. Auch eine Einengung des Darms verlangsamt die Passage des Nahrungsbreis. Dies kann beispielsweise im Falle einer Trächtigkeit, aber auch einer vergrößerten Prostata oder eines Darmtumors der Fall sein. Stress wirkt sich bei Mensch und Tier negativ auf die Verdauung aus: Das ausgeschüttete Cortisol hemmt die Magen-Darm-Motorik.

Symptome und Diagnose

Eine Obstipation hat immer eine Grundursache, die es herauszufinden gilt. Ein einmaliges Auftreten ist noch kein Grund zur Sorge; leidet dein Hund jedoch immer wieder an Verstopfungen, ist weiterführende Diagnostik erforderlich.

Symptome

Typische Symptome für eine Obstipation beim Hund sind:

  • wiederholtes erfolgloses Pressen
  • Absatz von sehr harten, trockenen Kot brocken
  • Schmerzsymptome beim Kotabsatz
  • Schmerzhaftigkeit am Bauch
  • reduziertes Allgemeinbefinden (Futterverweigerung, Bewegungsunlust, allgemeine Schmerzanzeichen und so weiter)

Hinweis: Manchmal zeigt der Stuhl bei Obstipation einen Blut- oder Schleimbeisatz. Möglicherweise scheidet der Hund auch sichtbare Knochensplitter oder Anteile eines Fremdkörpers aus.

Vorbericht

Wie genau dein Tierarzt vorgeht und welche Diagnostikmethoden er anwendet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am besten bereitest du dich schon einmal auf den Termin vor, indem du dir die folgenden Fragen stellst:

  • Akutes oder chronisches Problem: Zeigt dein Hund plötzliche, starke Symptome oder leidet er immer mal wieder an leichten Kotabsatzproblemen?
  • Welche Symptome hast du genau beobachtet? Liste alles auf, was dir aufgefallen ist.
  • Wie oft setzt dein Hund normalerweise Kot ab, wie ist die Farbe und Konsistenz?
  • Wann war der letzte Kotabsatz und wie genau sah der Kot aus?
  • Kann dein Hund einen Fremdkörper aufgenommen haben?
  • Hast du deinem Hund bereits Hausmittel gegen Obstipation gegeben? Welche?
  • Was bekommt dein Hund zu fressen (Hauptfutter und Leckerlis)?
  • Hast du in letzter Zeit die Fütterung umgestellt?
  • Bekommt dein Hund zur Zeit Medikamente?
  • Sind chronische Erkrankungen bei deinem Hund bekannt?
  • Wie alt ist dein Hund?

Vieles lässt sich bereits aus der Ferne klären. Wende dich im Zweifelsfall gerne an deine Tierärzte von Dr. SAM, damit deinem Liebling schnell und zielgerichtet geholfen werden kann.

Quelle:  alexandersw

Diagnose

Meist kann die Diagnose Obstipation schon anhand des Vorberichts gestellt werden. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, kommen oftmals weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz:

  • rektale Untersuchung
  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Endoskopie
  • Blutprofil

Damit kann bereits ein großer Teil der möglichen Ursachen abgeklärt werden.

Therapie

Längerfristige und häufige Verstopfungen können bleibende Schäden nach sich ziehen: Durch die Überdehnung wird die Darmwand geschwächt, das Festsitzen eines Fremdkörpers führt zu Vernarbungen und dadurch der Entstehung von Engstellen. Beides steigert das Risiko einer erneuten Passagestörung. Entwickelt sich eine Obstipation zu einem Darmverschluss, kann der Patient sogar akut daran versterben.

Hausmittel

Im Anfangsstadium einer Obstipation ist der Einsatz verschiedener Hausmittel möglicherweise ausreichend:

  • Abführmittel wie Laktulose, Milch oder aufgequollene Flohsamenschalen
  • Einlauf
  • vorsichtige Bauchmassagen

Achtung: Zeigt sich nicht innerhalb weniger Stunden eine Besserung, ist ein Tierarztbesuch unerlässlich.

Tierärztliche Therapie

Der Tierarzt wird in jedem Fall eine symptomatische Therapie der Obstipation einleiten. Dazu gehören:

  • Flüssigkeitszufuhr (Infusionen)
  • Schmerzmittel
  • Abführmittel
  • Einlauf

Im Falle einer Hypothyreose erhält der Hund außerdem Schilddrüsenhormone, im Falle eines Diabetes mellitus benötigt er Insulin. Beides ist dauerhaft erforderlich

Liegt ein konkreter Auslöser für die Passagestörung vor, der medikamentös nicht behandelbar ist, kann auch eine Operation notwendig sein. Dies ist beispielsweise bei festsitzenden Fremdkörpern und Tumorerkrankungen der Fall. Leidet dein Rüde an einer vergrößerten Prostata, ist die Kastration meist das Mittel der Wahl.

Unterstützende Maßnahmen und Vorbeugung

Um bei Obstipation dauerhaft Abhilfe zu schaffen oder sie von vornherein zu vermeiden, solltest du im Alltag mit deinem Hund einiges beachten:

  • Fütterung eines hochwertigen, leicht verdaulichen Futtermittels
  • Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr (Umstellung auf Nassfutter)
  • Erhöhung der Ballaststoffzufuhr (Zufütterung rohfaserhaltiger Futtermittel)
  • Ergänzungsfuttermittel, die die Darmpassage fördern
  • keine Knochenfütterung
  • regelmäßige Bewegung
  • Gewichtsreduktion bei Fettleibigkeit

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Zusammenfassung

Hat ein Hund Verstopfung, kommen verschiedene Auslöser infrage. Leichte Formen einer Obstipation können oft durch Hausmittel behandelt werden; wiederkehrende Verstopfungen sind oft mit einer Anpassung der Ernährung und des Lifestyles in den Griff zu bekommen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist ein Tierarztbesuch erforderlich.

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