Durchfall bei Katzen: Was man tun kann und wann man zum Tierarzt sollte

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 17. Juni 2022 | Lesezeit: 32 min
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Genauso wie ein Mensch kann auch eine Katze mal unter Durchfall leiden. In der Regel sind diese nicht so gravierend, sodass die Katze weiter frisst und nicht krank wirkt. Aber wann sollte man zum Tierarzt und wie kann man zu Hause am besten eingreifen?

Die Reinigung des Katzenklos gehört mit Sicherheit zu den unliebsamsten Aufgaben, die es zu erfüllen gilt, wenn eine Katze mit im Haus lebt. Noch ungemütlicher wird es, wenn der eigene Stubentiger plötzlich Durchfall hat und diesem möglicherweise nicht nur im Klo, sondern im gesamten Haus verliert. Viel wichtiger ist dann aber natürlich die Frage: Wie unterscheidet man eine harmlose Durchfallerkrankung von einem schweren Krankheitsgeschehen? Hier erfährst Du, was Du über Durchfall bei Katzen wissen solltest und wann es besser ist, sich Rat von einem Tierarzt einzuholen.

Durchfall kurz erklärt: Was dabei passiert und warum er bedrohlich werden kann

Bei Durchfall oder auch Diarrhö, wie man ihn in Fachkreisen bezeichnet, handelt es sich streng genommen gar nicht um eine Erkrankung, sondern vielmehr um das Symptom von den verschiedensten Krankheitsgeschehen. Dabei führt entweder eine Erkrankung direkt im Magen-Darm-Trakt oder eine Erkrankung eines anderen Organs zu einer Störung der Darmbarriere. Dadurch verringert sich die Resorptionsfähigkeit des Darms. Die für den Körper wichtige Nährstoffe werden nicht aufgenommen, sondern verbleiben im Darm und werden wieder ausgeschieden. 

Die im Darm verbliebenen Nährstoffe ziehen Flüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. Der Kot wird dünnflüssig und gewinnt sehr viel Volumen, welches großen Druck auf das Darmgewebe ausübt. Es entsteht die typische Durchfallsymptomatik. Der übermäßige Verlust von Flüssigkeit und Nährstoffen kann insbesondere bei kleinen Tieren, wie zum Beispiel einer Katze, schnell zur Austrocknung und Verschiebungen im Elektrolythaushalt führen. Das ist eine große Belastung für den Kreislauf, sodass sich das Allgemeinbefinden vieler Tiere binnen kürzester Zeit deutlich verschlechtert, selbst, wenn die Katze weiterhin frisst. 

Bei kleineren Infektionen oder Reizungen im Darm hört die Durchfallsymptomatik meist binnen ein bis zwei Tagen wieder auf, ohne dass Du als Besitzer irgendetwas unternehmen müsstest. Manchmal hört der Durchfall jedoch einfach nicht auf oder ist so schwer, dass es der Katze sehr schnell sehr schlecht geht. Dann hilft nur noch der Rat vom Tierarzt.

Ursachen für Durchfall

Die Ursachen für Durchfall können bei einer Katze vollkommen unterschiedlicher Natur sein. Die meisten sind eher harmlos, allerdings gibt es auch schwerwiegende Gründe, weshalb eine Katze Durchfall entwickelt. In der Tiermedizin unterscheidet man intestinale Ursachen (also ein Krankheitsgeschehen im Magen-Darm-Trakt) von extraintestinalen Ursachen (also ein Krankheitsgeschehen außerhalb des Magen-Darm-Trakts in anderen Organen).

Intestinale Krankheitsgeschehen

Bei einem intestinalen Krankheitsgeschehen wird die Störung der Darmbarriere durch ein Problem im Magen oder im Darm ausgelöst.

Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Virale Infektion (z.B. Parvovirose)
  • Bakterielle Infektion (z.B. E. Coli, Campylobacter, Salmonellen)
  • Parasiten (z.B. Bandwürmer, Coccidien, Giardien)
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • Immunmediierte Entzündungen des Darms
  • Tumore (z.B. Lymphom)
  • Vergiftungen
  • Medikamente
  • Fremdkörper
  • Hypermotilität (z.B. durch Stress)

Extragastrointestinale Krankheitsgeschehen

Bei einem extragastrointestinalen Krankheitsgeschehen spielt sich die eigentliche Erkrankung nicht im Magen-Darm-Trakt ab, sondern in einem anderen Organsystem. Die Störung der Darmbarriere ist hier nur eine Folgeerscheinung, sobald der empfindliche Stoffwechsel im Organismus gestört wird.

Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Erkrankungen der Niere (z.B. Chronische/akute Nierenerkrankungen, Tumore, Infektionen)
  • Erkrankungen der Leber (z.B. Entzündungen, Infektionen, Tumore)
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. Entzündungen, Tumore, Insuffizienz)
  • Erkrankungen der Nebenniere (z.B. M. Addison)
  • Erkrankungen der Schilddrüse (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)

Wann wird es Zeit, zum Tierarzt zu gehen?

Durchfälle können manchmal ganz schön tückisch sein. So kann es sogar passieren, dass man die Symptome unterschätzt und erst relativ spät weitere Maßnahmen ergreift, insbesondere, wenn es der Samtpfote abgesehen vom Durchfall gut geht und sie trotzdem weiterhin frisst. Das muss aber leider nicht bedeuten, dass die Katze nicht so schwer erkrankt ist. Wenn mehr als eines der folgenden Symptome auftreten, wird es auf jeden Fall Zeit, dass Du Dir Hilfe beim Tierarzt suchst:

  • Apathie
  • Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • Leistungsinsuffizienz
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber (Temperatur >39,5°C)
  • Blutbeimengungen im Kot
  • Starke Bauchschmerzen
  • Blasse oder gelbliche, pappige Schleimhäute
  • Struppiges Fell
  • Verhaltensänderungen (z.B. Zurückziehen, Unruhe)

Achtung: Insbesondere, wenn eine Katze noch frisst, kann es manchmal zu Fehleinschätzungen kommen, wenn eine Katze Durchfall entwickelt hat. Andauernder Durchfall führt zu schweren Verlusten von Nährstoffen und Flüssigkeit im Körper eines Stubentigers. Viele Katzen fressen dann nur deshalb, weil sie so viele Nährstoffe verlieren, dass sie kaum hinterherkommen, sie aufzunehmen. Bei tumorösen Erkrankungen zehren die Tumore zusätzlich von den Nährstoffen, die die Katze zu sich nimmt. Oftmals fühlt diese sich aber gar nicht unbedingt eingeschränkt im Allgemeinbefinden und ist in der Anfangsphase womöglich sogar sehr munter und aktiv. Ein wichtiges Indiz für eine schwere Erkrankung ist aus diesem Grund Gewichtsverlust. Verliert eine Katze trotz regelmäßiger und guter Futteraufnahme Gewicht, sollte den Symptomen in jedem Fall auf den Grund gegangen werden.

Quelle:  Axel Bueckert

Was macht der Tierarzt?

Wenn Du Deine Katze bei einem Tierarzt vorstellst, wird er Dir zunächst einige Fragen stellen. Wichtig ist, dass Du ihm sagen kannst, seit wann der Durchfall besteht, wie oft und wie viel Deine Katze Durchfall abgesetzt hat und ob Dir in letzter Zeit noch etwas anderes an Deiner Katze aufgefallen ist. Wahrscheinlich wird er sich auch nach ihrem Impfstatus erkundigen, weshalb es von Vorteil ist, wenn Du ihren Impfausweis immer mit Dir trägst. Gut ist es auch, wenn Du bereits eine Kotsammelprobe mitbringst. Diese kann der Tierarzt sich dann anschauen, um einen Eindruck von dem Durchfall zu bekommen.  Außerdem kann er sie auf Parasiten und andere Erreger untersuchen lassen.

Sobald der Tierarzt sein Anamnesegespräch beendet hat, folgt die allgemeine Untersuchung der Katze. Dabei achtet er auf Kleinigkeiten, zum Beispiel auf ihre Figur und das Fellkleid und misst sämtliche Parameter, die ihm einen Eindruck über den Gesundheitszustand der Katze vermittel können. Je nachdem, was in diesen ersten Untersuchungen gefunden wurde, schließen sich möglicherweise weitere Untersuchungen an.

Eine Diagnostik bei Durchfall ist meistens sehr aufwendig, weil es viele Erkrankungen gibt, die eine solche Symptomatik auslösen können. Manchmal kann es sogar sein, dass man gar keine Ursache findet.

In der Regel ist der erste Schritt nach einer allgemeinen Untersuchung und der Untersuchung des Kots, dass man ein Blutbild und ein Organprofil erstellt. Daraus kann ein Tierarzt bereits eine ganze Menge ablesen, zum Beispiel, ob möglicherweise gerade im Körper der Katze ein Entzündungsprozess stattfindet, ob sie ausreichend Flüssigkeit im Körper hat oder ob zum Beispiel die Leber oder die Niere in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Manchmal können auch weitergehende Untersuchungen des Blutes notwendig sein. Dazu gehören beispielsweise das Messen der Schilddrüsenwerte oder Vitamin B12 und Folsäure zur Bewertung der Darmresorptionsfähigkeit.

Mittels einer Ultraschalluntersuchung des Bauches kann der Tierarzt sich die Organe Deiner Katze genauer anschauen und mögliche Veränderungen beurteilen. Erkrankungen des Magens und Darms, der Leber, der Niere, des Lymphgefäßsystems, der Bauchspeicheldrüse, der Nebenniere, der Schilddrüse können so aufgedeckt werden. Leider lassen sich nicht immer alle Erkrankungen sofort diagnostizieren. Tritt ein Durchfall immer im Zusammenhang mit bestimmten Futtermitteln auf, kann man mit einer Eliminationsdiät eine mögliche Futtermittelunvertäglichkeit diagnostizieren. In seltenen Fällen sind größere Eingriffe notwendig. So kann es notwendig werden, dass Organe mittels einer Punktion beprobt werden, dass eine Magen-Darm-Spiegelung zur Beurteilung des Magen-Darm-Trakts oder sogar eine Eröffnung der Bauchhöhle in einer Operation notwendig wird, um ein andauerndes Durchfallgeschehen einordnen zu können.

Wie lässt sich Durchfall bei einer Katze behandeln?

Viele Durchfallerkrankungen hören nach ein bis drei Tagen ganz von alleine auf. Die Therapie von Durchfall hängt meistens von der jeweiligen Erkrankung ab. Bei rein gastrointestinalen Problemen kann man seine Katze oftmals nur symptomatisch unterstützen. Das bedeutet, dass man den Flüssigkeitshaushalt ausgleicht, mögliche Bauchschmerzen behandelt und eine Magen-Schonkost füttert. 

Bei bakteriellen Infektionen sind manchmal Antibiotika notwendig, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Bandwürmer und andere Parasiten therapiert man mit einer Entwurmung. Futtermittelunverträglichkeiten benötigen eine Ernährungsumstellung. Wenn eine Katze an chronischen Darmentzündungen erkrankt ist, kann man manchmal nur das Immunsystem unterdrücken (zum Beispiel mit Kortison oder Chlorambucil), um dem Durchfall Herr zu werden. Beruht die Durchfallsymptomatik auf einem Tumor, kann dieser manchmal chirurgisch entfernt werden. Bei manchen, inoperablen Tumorarten kann man mittels Chemotherapie versuchen, ihr Wachstum zu verlangsamen.

Erkrankungen von anderen Organsystemen müssen ihrerseits weiter aufgearbeitet und therapiert werden. Sobald dann die Erkrankungen im Griff sind, bessert sich in der Regel auch der Durchfall schnell wieder.

Wie schnell bessert sich Durchfall bei einer Katze wieder?

Die meisten Durchfälle bei Katzen sind vollkommen harmlos und bessern sich binnen kurzer Zeit wieder. Dauert ein Durchfall länger als drei Tage, sollte man einen Tierarzt um Rat fragen, da dies oft ein Hinweis ist, dass nicht nur eine kleine Reizung oder Stress zu den Symptomen geführt haben und die Katze möglicherweise ein wenig Unterstützung braucht, um sich zu erholen. In ganz seltenen Fällen liegt der Symptomatik eine so schwere Erkrankung zugrunde, dass sich eine Katze nur sehr langsam oder gar nicht mehr davon erholt. 

Es kann auch sein, dass sie bis an ihr Lebensende Medikamente nehmen muss. Trifft so ein Problem auf Deine Katze zu, ist es wichtig, dass Du im Blick behältst, wie es Deiner Katze geht. Solange eine gute Lebensqualität aufrechterhalten werden kann, kannst Du die gemeinsame Zeit mit Deiner Katze bedenkenlos genießen. Sollte es Deiner Katze jedoch offensichtlich schlecht gehen oder sie nicht mehr in der Lage sein, ihre natürlichen Bedürfnisse selbstständig zu erfüllen, kann es manchmal auch notwendig sein, dass Du die Entscheidung treffen musst, sie einschläfern zu lassen. Für Sorgen und Fragen steht Dir dafür der Tierarzt Deines Vertrauens zur Seite.

Wie kann man Durchfällen vorbeugen?

Den meisten Durchfällen kannst Du mit einer guten Pflege Deiner Katze vorbeugen. Dazu gehört vor allem eine regelmäßige Gesundheitsvorsorge. Katzen sind sehr widerstandsfähig und kompensieren Krankheiten meistens für eine lange Zeit, sodass es oft schon zu spät ist, wenn sie auffällt. Achte deshalb darauf, Deine Katze mindestens einmal im Jahr bei einem Tierarzt vorzustellen und durchchecken zu lassen, um mögliche Krankheiten bereits in ihren Anfängen zu erkennen und rechtzeitig einschreiten zu können. 

Eine regelmäßige Impfung nach dem Impfprotokoll des Tierarztes sowie eine Entwurmung etwa alle drei Monate gehören ebenfalls zu vorbeugenden Maßnahmen. Wenn Du eine Katze hast, die ängstlich ist und schnell nervös wird, solltest Du ihr möglichst eine Routine bieten und stressige Situationen vermeiden. Ein hochwertiges Futter versorgt Deine Katze mit ausreichend Nährstoffen und unterstützt so ihre Gesamtkonstitution. Achte darauf, dass Deine Katze sich ausreichend bewegt und nicht zu dick wird.

Achtung!: Wenn Dir etwas an Deiner Katze auffällt, das Dir Sorgen bereitet, zögere nicht, Dich an einen Tierarzt zu wenden, damit ihr im Zweifel so schnell wie möglich eine Lösung finden und Deiner Katze helfen könnt.

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Zusammenfassung

Wenn eine Katze Durchfall hat, ist das ein Symptom, das durch viele verschiedene Erkrankungen bedingt sein kann. Oft ist die Ursache für Durchfall ganz harmlos und hört ganz ohne eine Behandlung wieder auf. Die Katze ist dann meist gar nicht verändert, frisst und trinkt gut und wirkt auch sonst sehr fit. Liegt dem Durchfall eine schwere Erkrankung zugrunde, dauert er in der Regel länger als drei Tage an.

Da eine Katze mit Durchfall viel Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe verliert, sollte man sich in einem solchen Fall Rat beim Tierarzt suchen, um sie unterstützen und mögliche Ursachen detektieren zu können. Das gilt auch dann, wenn Deine Katze weiterhin munter ist und frisst. Die Therapie von Durchfall richtet sich ganz nach der jeweiligen Erkrankung. Manche Erkrankungen fordern eine lebenslange Therapie. 

Bei allen Maßnahmen und Therapieversuchen solltest Du niemals das Wohlbefinden Deiner Katze aus dem Auge verlieren. Leitend für all Deine Entscheidungen sollte deshalb die Gewährleistung einer guten Lebensqualität für das Tier sein. Dann spricht auch bei einer langwierigen Therapie nichts dagegen.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.