Wie kann ich das Immunsystem meines Hundes stärken – Was steckt dahinter?

Unsere Hunde müssen sich jeden Tag mit Krankheitserregern auseinandersetzen. Für Hunde mit einem guten Immunsystem ist das nicht weiter schlimm, aber erkrankte, alte Hunde oder Welpen können damit aus dem Gleichgewicht geraten.

Artikel von
Dr. Romina Pankow
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet es, wenn das Immunsystem eines Hundes gestärkt werden muss?

Ein gesundes Immunsystem kann damit hervorragend umgehen, dass es jeden Tag mit potenziellen Krankheitserreger  konfrontiert wird und wir Hundebesitzer merken davon gar nichts. Allerdings kann das bei Hunden, die z.B. bereits erkrankt sind oder unter starkem Stress stehen, ganz anders aussehen. Diese Vierbeiner können dann sehr schnell aus dem Gleichgewicht geraten und benötigen Unterstützung beim Immunsystem. Dabei kann es sich um ältere Hunde handeln, aber auch Junghunde und Welpen, deren Immunsystem neben dem Wachstum sich mit vielen verschiedenen Dingen auseinandersetzen muss. Auch nach einer Therapie, z.B. mit Antibiotika, kann es notwendig sein, das Immunsystem unserer Vierbeiner positiv zu unterstützen

Ursache

Das Immunsystem unserer Hunde, genauso wie das von uns Menschen, schützt einen Körper vor Krankheiten. Es wehrt Krankheitserreger ab und lässt uns gesund bleiben. Ist das Immunsystem aber geschwächt, bekommen z.B. die Möglichkeit unseren Körper zu schwächen und wir werden krank. 

Zu den Krankheitserregern, die für unsere Hunde eine Bedeutung haben, gehören Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten

Um diese Keime gut abwehren zu können, besitzt ein Hundekörper verschiedene Bereiche, die ein Eindringen erschweren. Dazu gehört zunächst, dass Haut und Schleimhäute eines Körpers (z.B. Maulschleimhaut, aber auch im Verdauungstrakt oder in den Atemwegen) mit einer Barrierefunktion ausgestattet sind. Das bedeutet, dass Keime nicht nur schwieriger dadurch in den Körper gelangen können, weil es wie eine Grenze funktioniert, sondern an diesen Stellen werden auch abweisende Stoffe freigesetzt. Dazu gehört z.B. auch, dass die Haut einen sauren pH-Wert durch die Talgdrüsen erhält. Dies erschwert es Bakterien sich dort niederzulassen und sich vermehren zu können. Geraten Keime doch in den Körper hinein, werden sie von den weißen Blutkörperchen erkannt. Von den vielen verschiedenen weißen Blutkörperchen hat jede Sorte unterschiedliche Funktionen. So können sie z.B. in erkranktes Gewebe eindringen und Keime dort direkt bekämpfen, oder sogar dafür sorgen, dass ein Körper damit beginnt diese Keime abzutöten. Dies gelingt ihnen dadurch, dass sie chemische Signale aussenden können und so z.B. Fieber auslösen, um dann Mikroorganismen abzutöten oder den Stoffwechsel deutlich zu erhöhen. So bringen sie unser Immunsystem dazu, sich mit voller Kraft auf den Krankheitserreger zu konzentrieren und ihn aus dem Körper zu eliminieren

Quelle: Lindsay_Helms


Symptome und Diagnose

Ein geschwächtes Immunsystem bei unseren Hunden zu erkennen, ist nicht immer so einfach. Denn nicht nur ältere und stark erkrankte Hunde können Beschwerden mit ihren Abwehrkräften haben. Auch sehr junge Hunde, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, können schneller erkranken. Ebenfalls können Hunde, die z.B. gerade einen Infekt hatten, sich schneller wieder mit Keimen infizieren. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Hund eventuell Unterstützung beim Immunsystem benötigt, solltest du ihn dir nochmal genauer ansehen. Wir haben dir hier die 4 Top Symptome für ein geschwächtes Immunsystem zusammengestellt:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Dein Hund neigt immer wieder zu Erkrankungen und Beschwerden
  • Chronische Krankheiten
  • Vermehrter Stress, oder Leistungssport

Wenn dein Hund eher viel schläft, obwohl er vorher sehr aktiv war und auch Spaß an euren Spaziergängen hatte, wirkt er nun nur noch lustlos. Oder du bemerkst, dass er immer wieder Probleme hat wie Durchfall oder Nasenausfluss. Diese Beschwerden müssen gar nicht lange anhalten, sondern können nur einen Tag vorkommen und danach wirkt dein Hund wieder unbeschwert. Allerdings bemerkst du einige Zeit später wieder, dass es ihm nicht gut geht. Entdeckst du solche Anzeichen bei deinem Hund, solltest du dich tierärztlich beraten lassen. Durch eine gründliche Untersuchung deines Vierbeiners kann herausgefunden werden, was deinem Hund fehlt. Je nach Stärke der Beschwerden, kann es durchaus sein, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Zu denen gehören u.a. Blutuntersuchung, Untersuchung von Kotproben, aber auch Röntgenbilder und Ultraschalluntersuchungen


Therapie

Kann eine Krankheit bei deinem Hund festgestellt werden, wird sie natürlich direkt behandelt. So kann es sein, dass z.B. Hunde mit einem bakteriellen Infekt mit Antibiotika versorgt werden müssen und bei Befall mit Parasiten mit gezielten Medikamenten, die gegen sie wirksam sind.  Ist dein Hund aber nicht stark erkrankt, sondern neigt vielleicht mehr dazu immer wieder Beschwerden zu zeigen? Oder hast du einen alten bzw. jungen Hund, den du dabei unterstützen möchtest? Es gibt es viele Dinge die du als Hundebesitzer tun kannst. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung deines Vierbeiners steht hier an erster Stelle. Gerade bei Hunden, die z.B. an Futtermittelallergien leiden, ist es besonders wichtig auf die Ernährung zu achten. Denn gerade in diesen Fällen kann es sein, dass bei der Aufnahme von Allergenen einige Krankheitssymptome ausgelöst werden und das Immunsystem deines Hundes nicht richtig funktionieren kann. Eine Allergie kann also die Krankheitsanfälligkeit erhöhen. Auch solltest du darauf achten, dass dein Hund vor einigen Wettereinflüssen ausreichend geschützt ist. Denn z.B. sehr kurzhaarige Hunde, die kein oder kaum Unterfell haben, können so bei starkem Regenwetter oder bei niedrigen Temperaturen  im Winter, sich eher mit Krankheiten anstecken lassen. Ebenfalls solltest du z.B. in der Zeit des Fellwechsels deinen Hund unterstützen. In dieser Zeit arbeitet der Stoffwechsel deines Vierbeiners auf Hochtouren und ist eventuell empfänglicher für Krankheitserreger. Dies kannst du nicht nur damit erreichen, dass du ihn regelmäßig bürstest, sondern, auch wenn du ihm wichtige Nährstoffe fütterst.

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Liebe Grüße,
Dr. Romina Pankow
- Tierarzt bei Dr. SAM

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Dr. Romina Pankow
Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM
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