Blutiger Durchfall beim Hund: Die 8 häufigsten Ursachen und was man dazu wissen muss

Autor: Dr. Aimara Bello | Zuletzt bearbeitet: 25. April 2022 | Lesezeit: 30 min
Hund mit blutigem Durchfall sitzt im Freien in der Wiese

Durchfall bei Hunden ist leider keine Seltenheit und stellt in den meisten Fällen eine natürliche Darmreinigung von Schadstoffen im Körper dar. Jedoch können auch andere Ursachen dafür verantwortlich sein, welche zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen können. Deshalb sollte Durchfall stets ernst genommen und der Vierbeiner gut beobachtet werden. Manchmal kann sogar Blut im weichen bis flüssigen Stuhlgang enthalten sein. Was dies genau zu bedeuten hat, welche Auslöser dahinter stecken können und wann ein Tierarzt aufgesucht werden muss, wird im Folgendem geklärt.

Welche Hinweise kann blutiger Durchfall beim Hund über die Ursache geben?

Je nach Auslöser oder wo das Problem lokalisiert ist, kann blutiger Durchfall beim Hund in unterschiedlichen Formen und Farben auftreten. Es empfiehlt sich daher, als Besitzer den Stuhlgang genau zu inspizieren, da dieser viel über den Grund verraten kann.

FarbeLokalisierung und mögliche Ursache
Helles BlutDabei handelt es sich meist um frisches Blut aus dem Dickdarmbereich. Grund kann eine Verletzung am After sein. 
Dunkles BlutEs kann durch Verstopfungen ausgelöst werden und ist dunkler, weil es schon länger im Dickdarm verweilt. 
Schwarzes BlutDies weist auf ein Problem im Magen oder Dünndarm hin, da schwarzes Blut bereits verdaut wurde. 

Natürlich können noch viele weitere Gründe den blutigen Durchfall verursachen. Grundsätzlich wird bei Durchfall beim Hund in chronisch und akut unterschieden, je nachdem wie lange die Beschwerden anhalten und wie oft sie auftreten. Allgemein gilt jedoch, dass nach 12 bis 24 Stunden ohne Verbesserung der Symptome gehandelt und bestenfalls zu einem Tierarzt gefahren werden muss. Speziell bei Welpen und Senioren darf keine Zeit verloren werden!

Die Top 8 Ursachen für blutigen Durchfall beim Hund

Durchfall kann bei Hunden aus den unterschiedlichsten Gründen, wie Stress oder Futterunverträglichkeiten, hervorgerufen werden, wobei bei der Kotkonsistenz stets etwas Blut dabei sein kann. Größere Blutmengen im Stuhl können allerdings auch auf bestimmte Auslöser deuten, welche von leichten Verletzungen am After bis hin zu schlimmen gesundheitlichen Erkrankungen reichen können. Hier sind die 8 Hauptursachen für blutigen Durchfall beim Hund zusammengefasst:

#1 Unverdauliche, spitze Gegenstände

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, kann eine Gefahr für Vierbeiner darstellen. Denn getrieben von ihrer Neugierde können auf Entdeckungstouren, auf dem täglichen Spaziergang oder selbst zu Hause Fremdkörper schnell aufgenommen und verschlungen werden. Dies stellt besonders dann eine Gefahr für das Tier dar, wenn diese Gegenstände spitze Ecken und Kanten haben, da sie aufgrund ihrer Konsistenz meist nicht verdaut werden, und somit die Darmwand und -schleimhaut schädigen können. Normalerweise behebt sich dieses Problem von selbst oder es kann auch mit Schonkost oder bestimmten Medikamenten nachgeholfen werden.

Hinweis: In Fällen von aufgenommenen Fremdkörpern kommt das Blut meist flecken- oder streifenartig im Kot vor. Ebenso ist ein gewisser Schleimgehalt im Stuhlgang des Hundes nichts Sonderliches, da es das Ausscheiden von solchen Gegenständen erleichtert.

#2 Verstopfungen

Verstopfungen können bei Vierbeinern durch eine ungewohnte Fütterung oder aufgrund von Fremdkörpern verursacht werden. Dabei kann der Hund nicht nur unter Bauchschmerzen leiden, sondern es kann auch dazu kommen, dass Adern im Darm wegen des vorherrschenden Drucks platzen. Dies erklärt somit auch den auffindbaren Blutgehalt im Durchfall.

#3 Vergiftungen

Nicht jede Nahrung, welche für Menschen geeignet ist, verträgt sich gleich gut mit der Verdauung und dem Magen-Darm-Trakt von Tieren, weshalb sich manche Substanzen als giftige Lebensmittel für Hunde herausstellen. Dazu gehören insbesondere Steinobst, sehr salziges Futter, Schokolade oder Zwiebeln. Des Weiteren kann es durch verschiedene Giftköder in der Natur, wie beispielsweise Rattengift, oder genauso zu Hause aufgrund giftiger Pflanzen oder anderer Substanzen zu Vergiftungen kommen. Dadurch können in Folge innere Blutungen entstehen, welche sich im Durchfall beim Hund bemerkbar machen. Da es sich dabei um eine Notfall handelt, darf man hier keine Zeit verlieren und muss umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Tipp: Als Erste-Hilfe-Versorgung sollte man als Besitzer immer Aktivkohle griffbereit haben, da diese freigesetzte Toxine binden kann. Dennoch erspart dies nicht den Besuch bei einem Experten!

Um Vergiftungen vorzubeugen, sollte man die eigenen vier Wände von giftigen Gegenständen, wie auch Waschmittel, befreien oder sie zumindest außer Reichweite von Tieren aufbewahren. Ebenso sollte auf Spaziergängen immer nach ungewöhnlichen Substanzen Ausschau gehalten werden.

#4 Medikamente

Ebenso können verabreichte Medikamente und Antibiotika Nebenwirkungen bei Tieren hervorrufen. Diese können sich von Verhaltensänderungen über Erbrechen bis hin zu Durchfall erkenntlich zeigen. Da dadurch ebenso der Magen-Darm-Trakt gereizt werden kann, ist das Ausscheiden von Blut im Stuhlgang keine Seltenheit. Hier sollte ebenfalls die Meinung eines Experten eingeholt werden, da es manchmal auch sein kann, dass ein Vierbeiner eine Unverträglichkeit oder Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe hat. Ein Wechsel eines Medikamentes oder die Gabe einer Alternative kann hier bereits die Lösung sein.

#5 Parasiten

Verschiedene Endoparasiten, wie Würmer oder speziell Giardien, können Probleme im Magen-Darm-Bereich hervorrufen. Meist werden sie durch Kontakt mit bereits infizierten Tieren oder Kot aufgenommen oder über einen Zwischenwirt übertragen. Die Parasiten entziehen dem Vierbeiner nicht nur wichtige Nährstoffe aus der Nahrung, wodurch es manchmal zu Mangelerscheinungen kommen kann, sondern können auch Darmschäden verursachen. Dadurch kann es in Folge zu blutigem Durchfall beim Hund kommen, wobei häufig Giardien für die rötliche Stuhlkonsistenz verantwortlich sind. Deshalb ist es naheliegend, das Tier vor solchen Schädlingen zu schützen. Der online Tierarzt Dr. Sam ist der perfekte Ansprechpartner im Thema Entwurmungen und Vorkehrungen gegen Parasiten.

#6 Parvovirose

Der Parvovirus ist zwar nicht ansteckend für Menschen, aber es handelt sich dabei dennoch um eine ernsthafte Viruserkrankung für Hunde. Auch hier können sich die Tiere durch Kontakt zu infizierten Artgenossen anstecken. Der Virus ist deshalb so gefährlich, da er entwickelnde Zellen angreift und es so zu Schäden der Darmschleimhaut kommen kann. Dadurch entstehen Blutungen, welche zusammen mit Durchfall als Folge ausgeschieden werden. Zudem kann sich eine Infektion rasch im Körper ausbreiten und weitere Bereiche angreifen und zerstören.

Hinweis: Da der Parvovirus häufig von Erbrechen und Durchfall begleitet wird, verliert ein Tier viel Flüssigkeit. Deshalb muss bei einer Infektion auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden.

Einer Erkrankung mit dem Parvovirus kann glücklicherweise mit einer Impfung gegengewirkt werden. Diese wird zumeist bei der üblichen Grundimmunisierung im Welpenalter verabreicht und sollte in regelmäßigen Abständen von 1 bis 3 Jahren aufgefrischt werden.

#7 Chronische oder akute Darmentzündungen

Blutiger Durchfall beim Hund kann ebenso durch Darmentzündungen hervorgerufen werden. Die Ursachen sind dafür nicht immer klar und eindeutig, wobei oftmals eine Futterunverträglichkeit oder eine Immunantwort dahinter stecken kann. Von akuten Fällen spricht man, wenn diese plötzlich auftreten. Sollte eine Entzündung über einen längeren Zeitraum anhalten und immer wieder auftreten, so handelt es sich um ein chronisches Problem. In beiden Situationen sollte jedoch ein Tierarzt aufgesucht werden, da oftmals eine besondere Behandlung für eine Besserung notwendig ist.

#8 Magen-Darm-Erkrankungen und Tumore

Seltene, aber dennoch mögliche Auslöser für blutigen Durchfall können Magen-Darm-Erkrankungen, wie eine Gastritis beim Hund, oder auch Tumore im Dünn- oder Dickdarm sein. Da es sich hier oftmals zu lebensgefährlichen Situationen entwickeln kann, ist hier der Gang zu einem Experten unausweichlich, da ein Tier zuerst eine detaillierte Diagnose und eine dementsprechende Sonderbehandlung braucht. Außerdem kann es auch zu grundlegenden Anpassungen im Alltag, aufgrund einer Therapie, kommen.

Wie man also sieht, können die Auslöser für blutigen Durchfall beim Hund stark variieren. Grundsätzlich gilt jedoch, dass wenn die Symptome innerhalb der ersten Stunden nach Auftreten nicht wieder abklingen, weitere Beschwerden hinzukommen oder bereits Vorerkrankungen bekannt sind, nicht lange auf eine fachliche Meinung und Behandlung gewartet werden soll. Ebenso wird von Fütterungen von Speiseresten abgeraten, da diese von Tieren nicht immer gut vertragen werden und Besitzer sollten sich um regelmäßige Entwurmungen als Schutz vor Parasiten kümmern.

Welche weiteren Symptome können neben blutigem Durchfall beim Hund auftreten?

Für gewöhnlich bleibt es meist nicht nur bei Durchfall allein, sondern das Tier weist weitere Symptome auf. Je nach Ursache, Lokalisierung des Auslösers und Menge des ausgeschiedenen Blutes, können die hinzukommenden Beschwerden variieren. Um einen Überblick zu schaffen, sind hier die häufigsten Symptome bei blutigem Durchfall beim Hund aufgelistet:

  1. Schlappheit, Antriebslosigkeit, Apathie
  2. Appetitverlust und Gewichtsreduzierung
  3. Blasse, rosarote Schleimhäute
  4. Hund erbricht, möglicherweise mit Blut
  5. Schmerzen beim Stuhlgang
  6. Häufiges Rutschen und Lecken am After
  7. Schwellungen oder offene Wunden am After

Als Besitzer sollte man jegliche Beschwerden genau beobachten, da diese wichtige Informationen für einen Tierarzt sind und bei einer Diagnose weiterhelfen können.

Wie geht man bei blutigem Durchfall beim Hund vor?

Allgemein sollten bei blutigem Durchfall ähnliche Vorkehrungen wie bei normalem Durchfall beim Hund getroffen werden. Dazu gehört es auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten, da das Tier viel Flüssigkeit mit dem Stuhlgang ausscheidet, den Hundemagen durch Fasten auf natürliche Art zu entleeren, mit Schonkost die Verdauung zu beruhigen und auf erhöhte Hygienemaßnahmen zu achten. Außerdem sollte der Vierbeiner vermehrt im Auge behalten und sämtliche Anstrengungen, wie der tägliche Spaziergang, reduziert werden.

Wann muss ein Tierarzt aufgesucht werden?

Sollte es sich beim blutigen Durchfall nicht nur um einen kleinen Blutabsatz handeln, welcher durch eine leichte Verletzung am After hervorgerufen wurde, sollte stets ein Tierarzt involviert werden. Genauso auch, wenn der Durchfall bereits länger als 12-24 Stunden anhält. Da die Behandlung von dem entsprechenden Auslöser abhängt, muss zuerst die Ursache ausfindig gemacht werden. Als Besitzer empfiehlt es sich vor dem Besuch bei einem Experten eine Stuhlprobe einzusammeln und diese im Anschluss mitzunehmen. Dadurch kann ein Tierarzt eine Blutuntersuchung des Kots als auch weitere Tests durchführen. Des Weiteren ist es hilfreich, sich vor einem Termin mit den wichtigsten Informationen vorzubereiten. Dazu gehören Fragen wie:

  • Wann ist der blutige Durchfall das erste Mal aufgetreten?
  • Weist ein Hund weitere Symptome auf?
  • Gab es in letzter Zeit eine Futterumstellung?
  • Wurde dem Tier etwas Ungewöhnliches verabreicht?
  • Ist eine Vergiftung auszuschließen?
  • Leidet der Vierbeiner an Unverträglichkeiten oder Allergien?

In Folge können weitere Untersuchungen, wie eine Endoskopie oder Röntgenverfahren, stattfinden, bis der Grund identifiziert wurde. Zu guter Letzt wird die anschließende Behandlung oder Therapie besprochen, welche eine Futterumstellung, die Gabe von einem Medikament, die Verwendung von Salben, eine Wurmbehandlung oder sogar eine Operation beinhalten kann. In Fällen von starkem Blutverlust kann auch die Verabreichung von Bluttransfusionen notwendig sein.
Ebenso können auf tierärztlichen Rat Schonkost oder Hausmittel gegen Durchfall beim Hund verabreicht werden. Diese können vorbeugend oder begleitend zu solchen Beschwerden eingesetzt werden, jedoch sollte man sich hier unbedingt an eine vorgegebene Dosierung halten.

Fazit

Sobald ein Hund häufiger Kot absetzt, dieser zudem weich oder sogar flüssig ist und sich Blut beimischt, sollte man als Besitzer zuerst Ruhe bewahren und den Vierbeiner inklusive Stuhlgang genau beobachten. Denn nicht immer steckt hinter blutigem Durchfall eine schwerwiegende Ursache. Damit jedoch keine Anzeichen übersehen werden, sollte in manchen Fällen lieber ein Tierarzt zurate gezogen werden. Speziell, wenn der Durchfall nach 12 bis 24 Stunden nicht abklingt oder sich der Zustand des Hundes verschlechtert. Denn es können auch Parasiten, Darmentzündungen oder weitere Magen-Darm-Erkrankungen dafür verantwortlich sein. Ein Experte kann durch verschiedene Untersuchungen und Tests die Ursache für den blutigen Durchfall ausfindig machen und, abgestimmt auf die Diagnose, eine entsprechende Behandlung einleiten.

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