Welpenalarm – Schwangerschaft bei Katzen

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 25. März 2022 | Lesezeit: 19 min
Katzen in der Schwangerschaft

Wenn Katzen trächtig, also schwanger, werden, kommt, ähnlich wie beim Menschen, eine neuartige, oft sehr aufregende Zeit auf die Tiere und ihre Besitzer zu. Ihre Bedürfnisse ändern sich, und es gilt so einiges für die Ankunft der Neulinge vorzubereiten, um der Katze und ihren Welpen den gemeinsamen Start so schön wie möglich zu gestalten.

Die Zeit vor der Schwangerschaft: Eine gute Vorbereitung ist alles

Damit die Schwangerschaft und die Zeit danach für Katze und Welpen reibungslos ablaufen kann, ist es wichtig, ein paar Geburtsvorbereitungen zu treffen. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Muttertier vollständig geimpft und gegen Parasiten behandelt sein sollte, damit die Gesundheit der Tiere nicht durch Infektionserkrankungen bedroht wird. Die Mutterkatze sollte vorher möglichst vollständig untersucht worden sein, und in der gesamten Zuchtlinie sollten keine Erbkrankheiten bekannt sein. Wenn alles in Ordnung ist, steht einer Trächtigkeit nichts mehr im Wege.

Trächtig werden: Sexualzyklus einer Katze

Damit eine Katze überhaupt tragend wird, muss auch sie wie eine Frau in der passenden Zyklusphase sein. Anders als Frauen haben Katzen jedoch keine Periode und auch keinen monatlich ablaufenden Zyklus. Sie sind saisonalpolyöstrisch. Das bedeutet, dass sie abhängig von den Jahreszeiten wechselnd Zyklen durchlaufen oder anöstrisch sind, also keine Zyklen durchlaufen. Die Phase des Anöstrus durchlaufen Katzen üblicherweise in der Zeit von September bis Januar oder Februar, also dann, wenn die Zeitspanne des Tageslichts unter acht Stunden beträgt. Bei Katzen, die im Haus leben, kommt es allerdings vor, dass sie gar nicht in die anöstrische Phase kommen, weil sie unter Einfluss künstlichen Lichts stehen. 

In der restlichen Zeit durchlaufen Katzen sehr regelmäßige Sexualzyklen, die in der Regel ca. 14 Tage lang andauern. Vom ungefähr 3. bis zum 14. Tag wirken die Katzen aufgrund ihres hohen Östrogenspiegels besonders attraktiv auf die Kater. Diese Phase nennt man Rolligkeit. Im Schnitt sind Katzen alle 3 Wochen rollig, also paarungsbereit. Der Eisprung der Katze wird erst beim Deckakt selbst ausgelöst. Dies unterscheidet sie im Vergleich zu den meisten anderen Säugetieren. Damit die Katze sicher aufnimmt, wiederholen Kater und Katze oft mehrmals hintereinander den Geschlechtsakt. Besonders bei frei laufenden Katzen kann es sogar vorkommen, dass mehrere Kater hintereinander die Katze decken. Aufgrund der induzierten Ovulation können infolgedessen sogar während einer Trächtigkeit, Katzenwelpen von mehreren unterschiedlichen Katern heranwachsen.

Wichtig: Katzen können bereits in einem Alter von weniger als sechs Monaten tragend werden. In dieser Zeit sind sie aber selbst noch Kinder und weder körperlich noch seelisch dazu bereit, eigene Welpen großzuziehen. Das erste Decken einer Katze sollte nicht vor Ablauf der ersten 18 Lebensmonate geschehen.

Woran erkennt man eine Rolligkeit?

Die Phasen der Trächtigkeit

Die Schwangerschaft einer Katze dauert etwa über neun Wochen. In den ersten drei bis vier Wochen verhält sich die zukünftige Mutter normalerweise nicht anders, als sonst. Das erste Anzeichen dafür, dass eine Katze aufgenommen hat und tatsächlich trächtig ist, ist das Anschwellen der Zitzen. Sie werden dunkler und wirken größer. Dies tritt etwa nach 3,5-4 Wochen ein. Nach und nach nimmt die Katze zu, und gewinnt an Bauchumfang. Zum Ende hin, etwa in der letzten Trächtigkeitswoche, steigert sich der Appetit der Katze, damit sie genug Energiereserven für die Versorgung der jungen Kätzchen hat.

Die tierärztliche Untersuchung

Insbesondere in der ersten Phase der Trächtigkeit können die Symptome auch mit einer Scheinträchtigkeit zusammenhängen. Um sicherzustellen, dass eine Katze tatsächlich tragend ist, kann und sollte man sie beim Tierarzt vorstellen. Ab dem 35. Tag der Schwangerschaft kann dieser mittels einer Ultraschalluntersuchung nachvollziehen, ob die Katze trächtig ist. Geübte Tierärzte können dabei sogar schon vorhersagen, wie viele Katzenwelpen im Bauch heranwachsen. Ganz besonders in der Phase kurz vor der Geburt kann er in Kontrollen nachsehen, ob alle Katzen wohlbehalten heranwachsen und alle Herzen noch schlagen.

Besondere Fütterung und andere Pflegetipps

Ab der 5. Trächtigkeitswoche wird eine spezielle Fütterung für tragende Katzen empfohlen. Diese ist an ihren speziellen Nährstoffbedarf angepasst und hilft der Katze dabei, sich selbst und die Welpen mit ausreichend Energie zu versorgen. Um das richtige Futtermittel zu finden, holt man sich am besten Rat beim Tierarzt oder bei erfahrenen Züchtern. Ruhe, Streicheleinheiten und die Gewährleistung eines Rückzugsorts sind während der Trächtigkeit, essenziell für die baldige Katzenmutter.

Quelle:  galzpaka

Die Geburt

Wenn die Geburt bevorsteht, sollten umfassende Vorbereitungen getroffen werden. Am besten stellt man der Katze eine Wurfkiste zur Verfügung, die an einem ruhigen Ort steht. So bietet man der Katze einen bequemen Rückzugsort, an dem sie die Welpen zur Welt bringen, und in der sie in der ersten Zeit betreuen kann. Dieser Ort sollte sauber gehalten werden und warm und kuschelig sein.

Im Durchschnitt setzt eine Geburt ca. am 63. Trächtigkeitstag ein. Ein erstes Anzeichen für den Beginn der Geburt ist, dass ein Schleimfaden aus der Vulva ausgeschieden wird. Der Geburtskanal beginnt, sich zu öffnen. Zugleich wird die Katze oft anschmiegsamer und unruhiger. So richtig geht es los, wenn sich bei der Katze erste Kontraktionen der Bauchmuskulatur zeigen. Diese Presswehen kündigen an, dass der erste Katzenwelpe in wenigen Stunden das Licht der Welt erblicken sollte. Zwischen den einzelnen Kätzchen kann einige Zeit vergehen. 

Achtung: Sollte eine Katze jedoch länger als 15 Minuten in Presswehen liegen, sollte ein Tierarzt kontaktiert werden.

Nach der Geburt eines jeden Kätzchens öffnet die Katze durch Lecken die Fruchtwassermembran. Außerdem frisst sie die Nachgeburt (Nabelschnur, Plazenta, Membran). Das ist wichtig, damit in ihrem Körper die Milchproduktion in Gang gesetzt wird. 

Hinweis: In den meisten Fällen weiß die Katze bei der Geburt instinktiv, was zu tun ist. Nur selten muss man als Besitzer eingreifen. Oftmals kann man ein wenig Unterstützung leisten, indem man die Welpen von Schleim und Membranresten befreit, ihren Kreislauf durch sanftes Massieren stimuliert oder sie an die Mutter anlegt.

Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt

Die Trächtigkeit und die Geburt sind einschneidende Ereignisse in den Körper einer Katze. Dabei kann es auch mal zu Komplikationen kommen. Die häufigsten Komplikationen sind:

  • Abort
  • Tod der Welpen
  • Gebärmuttertorsion
  • Blutungen
  • Überladung
  • Zwerchfellruptur
  • Entzündung der Gebärmutter
  • Geburtsverletzung (z. B. durch Größe oder Geburtsstellung der Welpen)

Wann sollte man den Tierarzt rufen?

  • Blutungen
  • Offensichtliche Schmerzen
  • Fieber
  • Nach der Geburt andauernde Unruhe
  • Andauernde Presswehen
  • Angeschwollener Bauch
  • Wiederholtes Erbrechen
  • Apathie und Abgeschlagenheit
  • Atemnot
  • Stinkender, gelber, dunkelgrüner oder schwarzer Ausfluss

Nach der Geburt

Nach der Geburt brauchen Katzen und Welpen erstmal ein wenig Zeit für sich. Es ist wichtig, dass die Welpen binnen der ersten 24 Stunden Muttermilch zu sich nehmen. Das Wiegen und Markieren der Welpen hilft, die Entwicklung der Welpen genau zu dokumentieren und schnell eingreifen zu können, falls Auffälligkeiten auftreten.

Zusammenfassung

Wie beim Menschen ist auch die Schwangerschaft bei der Katze ein Wunder und ein sehr aufregendes Ereignis. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, ist es wichtig, sich vorab gut zu informieren und vorzubereiten. So kann man schnell und sicher Hilfe leisten, wenn etwas nicht so abläuft, wie geplant. Die Katze sollte unbedingt gesund und alt genug sein, ehe man sie zum ersten Mal deckt. Ein Tierarzt sollte während der gesamten Zeit involviert sein, um im Notfall eingreifen zu können. Dies erleichtert der Katze und ihren Welpen den Start in die erste gemeinsame Zeit.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.