Ganz schön haarig – Der Fellwechsel bei der Katze

Autor: Dr. Barbara Wilm | Zuletzt bearbeitet: 13. Mai 2022 | Lesezeit: 31 min

Passend zu den Jahreszeiten wechselt eine Katze regelmäßig im Jahr ihr Fell. In dieser Zeit ist ihr Stoffwechsel besonders gefordert. Aber warum kommt eine Katze überhaupt in den Fellwechsel und wie kann man sie dabei möglichst unterstützen?

Wenn Du schon seit längerer Zeit eine Katze besitzt, wirst Du es vermutlich schon kennen: Zu Beginn des Frühjahres sowie im Herbst verändert eine Katze ihre Fellstruktur. Für Dich bedeutet das, dass Du auf einmal eine ganze Menge Katzenhaare überall verteilt in der Wohnung und auch auf Deiner Kleidung findest. Kuscheln wird zu einer richtig haarigen Angelegenheit und der Hausputz scheint sich plötzlich zu vervielfältigen. Doch nicht nur für Dich ist diese Zeit anstrengend. Für den Fellwechsel wird der Stoffwechsel bei der Katze so richtig angekurbelt. Damit sie ihr Fell vollständig austauschen kann, muss sie fit, gesund und möglichst mit ausreichend Nährstoffen versorgt sein. Du kannst Deine Katze dabei auf vielseitige Weise unterstützen.

Warum wechseln Katzen überhaupt ihr Fell?

Genau, wie wir unsere Kleidung an die jeweiligen Temperaturen anpassen, so passt auch die Katze ihr Fellkleid an die jeweiligen Temperaturen an. Das bedeutet, dass sie ein leichtes, dünnes Fellkleid bekommt, sobald die Temperaturen steigen und die Tage länger werden. Das Fell wird dabei kürzer und ausgedünnt, die vor Wind, Kälte und Regen schützende Unterwolle bildet sich zurück. 

Sobald sich die Zeit des Tageslichts wieder verkürzt und die Temperaturen zunehmend abfallen, legt sich die Katze hingegen einen dicken Winterpelz zu. Die Unterwolle wird wieder dichter und das gesamte Fell länger. Dieser Mechanismus wird passiv im Körper der Katze durch eine veränderte Dauer von UV-Strahlung in Gang gesetzt. Ausgelöst wird er in der Epiphyse. Diese wird auch Gehirnanhangsdrüse genannt, weil sie wie ein kleiner Zipfel dem Gehirn anhängt. Je nach Tageslichtlänge schüttet diese Drüse das Hormon Melatonin aus, welches dann den Stoffwechsel so stimuliert, dass der Fellwechsel beginnt.

Häufig durchleben Wohnungskatzen deshalb einen verminderten oder sogar gar keinen Fellwechsel. Sie leben schließlich immer unter ähnlichen Bedingungen mit Einfluss von künstlichem Licht, sodass sich ihr Körper nicht an den Wechsel der Jahreszeiten anpassen muss.

Wie häufig wechseln Katzen ihr Fell?

Katzen wechseln zweimal im Jahr ihr Fell. In Ländern mit gemäßigtem Klima, zum Beispiel in Deutschland, beginnt ungefähr ab März der Wechsel zum Sommerfell, ab September wiederum startet der Wechsel zum Winterfell.

Woran erkennt man, dass sich eine Katze im Fellwechsel befindet?

Grundsätzlich verlieren Katzen über das gesamte Jahr Haare. Befindet sie sich jedoch mitten im Fellwechsel, nimmt die Menge an abgestoßenem Fell deutlich zu. Dieser Prozess zieht sich etwa über sechs bis acht Wochen.

Katzen verbringen innerhalb dieser Periode deutlich mehr Zeit damit, sich ausgiebig zu putzen, um die abgestorbenen Haare und Hautschüppchen loszuwerden. Das kann in der Folge auch dazu führen, dass sie mehr Haare hinunterschluckt und als Haarballen wieder hinauf würgt. Um diesen Prozess zu stimulieren, ist sie deutlich interessierter an Gras und Pflanzen. Man sieht sie in dieser Zeit deutlich häufiger daran knabbern.

Der Fellwechsel ist ein anstrengender Prozess, der langhaarigen Rassen und auch älteren Tieren ganz schön viel abverlangt. Folgende Symptome können den Fellwechsel aus diesem Grund begleiten:

Achtung: Haarausfall, Abgeschlagenheit, Juckreiz und Schuppen sind neben dem Fellwechsel auch häufig Symptome von anderen Erkrankungen, zum Beispiel von Ektoparasitenbefall oder Allergien. Sollten die Symptome zu einem untypischen Zeitpunkt auftreten oder besonders ausgeprägt sein, ist es notwendig, einen Tierarzt um Rat zu fragen. Er kann eine Einschätzung darüber geben, ob sich die Symptomatik im Rahmen eines üblichen Fellwechsels befindet oder ob die diesen übersteigt. Gegebenenfalls muss dann weitere Diagnostik und eine Behandlung erfolgen.

Quelle:  fast_9

Schwierigkeiten beim Fellwechsel

Wenn Katzen im Fellwechsel sind, ist das für sie und ihren Körper ein ganz schön anstrengender Prozess. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Das kann insbesondere bei älteren oder Katzen mit einem schwächeren Immunsystem dazu führen, dass sich in dieser Zeit Sekundärerkrankungen ausbilden. So werden in dieser Zeit sehr häufig Pilzinfektionen beobachtet. Pilze fühlen sich, je nach Art, vor allem auf der Haut, aber auch auf Schleimhäuten und sogar in der Lunge richtig wohl und können zu entsprechenden Symptomen führen. Sind die üblichen Symptome des Fellwechsels ungewöhnlich stark auf, solltest Du Dir folglich auf jeden Fall Rat beim Tierarzt suchen. Folgende Symptome können außerdem ein Hinweis darauf sein, dass Deine Katze möglicherweise krank ist:

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit (> 36-48 Stunden)
  • starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit
  • hochgradiger Juckreiz
  • nässende, übelriechende Hautwunden
  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Dyspnoe
  • Veränderter Mundgeruch
  • Veränderungen der Maulschleimhaut
  • Erbrechen

Aber auch bei vollkommen gesunden Katzen kann es zu Schwierigkeiten beim Fellwechsel kommen. Besonders langhaarige Rassen werden durch das stetig ausfallende Fell gefordert. Katzen, die zum Beispiel aufgrund ihres Alters, ihres Körpergewichtes oder orthopädischer Einschränkungen nicht mehr so beweglich sind, können die Pflege ihres Fells im Fellwechsel nicht mehr adäquat aufrechterhalten. Die Folge der mangelhaften Fellpflege sind Verfilzungen, die sich zum Teil zu richtigen Fell“platten“ ausbreiten können. In diesen Bereichen ist das Fell besonders dicht, sodass die Haut kaum noch „atmen“ kann. Die sich dadurch anstauende Wärme und der mangelhafte Luftaustausch bieten ein ideales Milieu für Parasiten, Bakterien und Pilze.

Da eine Katze sich vornehmlich mit der Zunge putzt, nimmt sie im Fellwechsel eine deutlich gesteigerte Menge von Haaren auf. Manchmal verklumpen die Haare im Magen dann zu so festen Ballen, dass sie von der Katze nicht mehr ausgewürgt werden können. Sie können dann die Magenschleimhaut reizen und sogar zu Störungen bis hin zur vollständigen Verlegung der Magen-Darm-Passage führen. Dies äußert sich in häufigem, schweren Erbrechen bei häufig gleichzeitig nur wenigem bis gar keinem Kotabsatz. Ein Darmverschluss ist ein echter Notfall. Besteht ein solcher Verdacht, muss die Katze umgehend zum Tierarzt gebracht werden. Wird ein Darmverschluss nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu schweren Verläufen mit einer Blutvergiftung oder sogar einem Darmdurchbruch mit möglicher Todesfolge kommen. Oft können zu große Haarballen nur mittels Gastroduodenoskopie oder chirurgisch in Narkose entfernt werden.

Wie Du Deine Katze im Fellwechsel unterstützen kannst

Eine Katze im Fellwechsel steht unter großem Stress und kann jede Unterstützung gebrauchen. Es gibt zum Glück verschiedene Möglichkeiten, wie Du Deiner Katze den Fellwechsel effektiv erleichtern kannst:

Bürsten

Eine regelmäßige und gründliche Fellpflege ist im Fellwechsel entscheidend. Bürsten bildet dabei eine entscheidende Grundlage. Dabei gilt: Je häufiger, desto besser. Viele Katzen lieben es, in regelmäßigen Abständen gebürstet zu werden und kommen sogar freiwillig zur Fellpflege. Um eine Katze problemlos bürsten zu können, beginnt man am besten in einem jungen Alter damit, sie zu trainieren und an eine Bürste zu gewöhnen. Dabei sollte man nicht grob vorgehen und ein wenig Geduld mitbringen. Vorsichtiges Bürsten fühlt sich für die Katze wie eine sanfte Massage an und hat auch ähnliche Effekte. Es reinigt die Haut von Schmutz, abgestorbenen Hautschüppchen und entfernt ausgefallenes Fell. Durch die angeregte Durchblutung werden die nachwachsenden Haare ausreichend mit Nährstoffen versorgt und so gestärkt. Die Produktion der Talgdrüsen wird angeregt, sodass das Fell mit einer schützenden Ölschicht ummantelt wird. Es glänzt und fühlt sich seidig und glatt an – wie es sich für eine echte Samtpfote gehört. Ein positiver Nebeneffekt des Bürstens: Die angenehme Beschäftigung mit dem Stubentiger festigt das Vertrauen zum Besitzer und sorgt für intensive Kuschelzeiten.
Tipp: Wenn Deine Katze das Bürsten und Kämmen überhaupt nicht mag, kannst Du es vielleicht mal mit einem Pflegehandschuh probieren. Diese werden meist besser von Katzen angenommen und erfüllen mit ihren Gumminoppen genauso ihren Zweck wie eine Bürste.

Nährstoffe

Während des Fellwechsels hat die Katze einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • ungesättigte Omega-3 und 6-Fettsäuren für die Gesundheit von Haut und Fell
  • Fasern und Malz für eine bessere Ausscheidung der aufgenommenen Haare
  • Biotin und Bierhefe zur Kräftigung der Haut- und Haarstruktur
  • Vitamine und Mineralstoffe für das Immunsystem
  • Proteine zur Unterstützung des Stoffwechsels

Damit Du Deine Katze ideal mit Futter- und Nahrungsergänzungsmitteln versorgen kannst, lässt Du Dich am besten von einem Tierarzt beraten. Der Dr. SAM Immunbooster für Katzen ist mit seinen zu hundert Prozent natürlichen Zutaten aus Kamille, Geißblatt, Holunderblüte und Forsythie eine tolle Möglichkeit, das Immunsystem der Katze zu kräftigen und ihr Wohlbefinden zu steigern, sodass sie für den nächsten Fellwechsel optimal vorbereitet ist.

Katzengras

Das Fressen von Gras lockert die Haare im Magen auf und stimuliert den Würgereiz Deines Stubentigers. So wird der Ansammlung zu großer Haarmengen im Magen-Darm-Trakt vorgebeugt. Wenn Deine Katze draußen nur beschränkten Zugang zu Gras hat, sorge dafür, dass Du in Deiner Wohnung Katzengras aufstellst. Dieses bekommst Du bei vielen Tierfachhändlern zu kaufen und ist sehr pflegeleicht. Achte darauf, dass Deine Katze sich keine anderen Pflanzen zum Knabbern sucht. Lilien und Co. können zu schwerwiegenden Vergiftungen führen und sollten Deiner Katze keinesfalls als Ersatz für Gras dienen.

Saubere Umgebung

Katzen fühlen sich in einer unreinen Wohnung nicht wohl. Wenn sie stark haaren, verlassen sie schon nach kurzer Zeit ihren Lieblingsplatz, wenn dieser durch ihre eigenen Haare zu stark verschmutzt ist. Auch für das eigene Wohlbefinden ist eine reine Wohnung essenziell. Fusselrollen, Bürsten und sogar einfaches Paketband können Dir dabei helfen, Deine Wohnung auch in der Hoch-Zeit des Fellwechsels sauber zu halten, damit Du und Deine Katze sich dort weiterhin rundum wohlfühlen können.

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Wann ist der Fellwechsel vorbei?

Nach sechs bis acht Wochen endet in der Regel der Fellwechsel und die Katze beginnt mit einem neuen Haarzyklus. Dabei durchläuft ein Katzenhaar insgesamt vier Phasen:

  1. Anagene Phase
    In dieser Phase erfolgt die Neubildung der Haarwurzel unter Verbrauch von reichlich Nährstoffen. Das Haar beginnt, langsam zu wachsen. Diese Phase findet verstärkt mitten im Fellwechsel statt und ist der wichtigste Grund dafür, dass der Fellwechsel für die Katze so anstrengend ist.
  2. Katagene Phase
    Jedes Haar einer Katze hat eine vorbestimmte Länge. Sobald diese Länge erreicht ist, ist das Haarwachstum abgeschlossen. Die katagene Phase beginnt. Ab diesem Zeitpunkt versiegt der Nährstofffluss an die Haarwurzel, sie fordert den Körper somit nicht mehr so heraus.
  3. Telogene Phase
    In der Ruhephase, der am längsten andauernden Lebensphase eines Haares, ist dieses fest in der Wurzel verankert, ohne besondere Nährstoffe zu verbrauchen. Bei den meisten Haaren liegt diese Phase in der Zeit zwischen zwei Fellwechseln.
  4. Exogene Phase
    Das Ende des Lebenszyklus eines Haares, befindet sich verstärkt am Beginn des Fellwechsels. Die Haarwurzel lockert sich, bis das Haar schließlich ausfällt, sodass ein Neues nachwachsen kann.

Schon gewusst?

Die meisten Haare einer Katze überleben nur kurz, bis der nächste Fellwechsel ansteht. Menschenhaare werden hingegen recht alt. Sie wachsen bis zu 7 Jahre, ehe sie ausfallen und Platz für ein neues Haar machen.

Zusammenfassung

In der Regel wechselt eine Katze, abhängig vom Tageslicht, zweimal im Jahr ihr Fellkleid, um sich an die Temperaturen der jeweiligen Jahreszeit optimal anpassen zu können. Der Fellwechsel stellt eine große Herausforderung für den Stoffwechsel dar und bedarf einer guten Pflege und ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen. Besonders ältere und schwächere Tiere haben in dieser Phase oft zusätzlich mit sekundären Belastungen, zum Beispiel mit einer Pilzinfektion oder Parasitenbefall, zu kämpfen. Die Periode eines Fellwechsels umfasst etwa sechs bis acht Wochen. Müdigkeit, Fressunlust, Juckreiz, Haarausfall und Schuppen sind in geringem Ausmaß typische Symptome eines Fellwechsels. Sollten die Symptome außergewöhnlich stark ausgeprägt sein, sollte ein Tierarzt um Rat gefragt werden. Unsere Tierärzte von Dr.SAM sind 364 Tage im Jahr von 8-24Uhr für Dich erreichbar!

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