Meine Katze haart – Ist sie im Fellwechsel?

Autor: Dr. Sabrina Vogt | Zuletzt bearbeitet: 28. März 2022 | Lesezeit: 11 min
Katze haart auf Schoß von Besitzer

Zweimal im Jahr haart unsere Katze und wechselt so ihr Fell. Wir Katzenbesitzer finden dann überall in der Wohnung, an den Möbeln und unserer Kleidung Unmengen an Fell. Warum deine Katze einen Fellwechsel hat und wie du sie dabei unterstützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet es, wenn meine Katze im Fellwechsel ist?

So wie wir Menschen verlieren auch unsere Katzen Haare. Jedes Haar hat einen eigenen Wachstumszyklus und ist dieser abgeschlossen, fällt das Haar aus. Bei uns Menschen liegt ein normaler Haarverlust pro Tag bei ca. 70 bis 100 Haaren. Ähnlich verhält es sich auch bei unseren Katzen, nur dass sie sogar bis zu 1000 Haare pro Tag verlieren können. Im Fellwechsel heißt das für uns allerdings – noch mehr Haarverlust. Denn unsere Samtpfoten stellen sich, ganz natürlich, auf die neuen Witterungsverhältnisse unserer Umgebung ein. Und so wird das Fell unserer Katzen im Winter schön dicht, um sie vor Kälte zu schützen. Oder im Sommer etwas dünner, damit unsere Samtpfote bei den hohen Temperaturen nicht überhitzt.

Ursache

In der Haut liegen die Haarwurzeln nebeneinander. Durch die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln können aus diesen dann Haare wachsen. Haben die Haare dann ihre genetisch veranlagte Länge erreicht, stoppt das Wachstum. Daraufhin versiegt der Nährstoffzufluss der Haarwurzel langsam und das Haar ruht, verankert in der Wurzel. Nach gewissen Zeit lockert sich das Haar dann und fällt aus. Im Fellwechsel hingegen wird durch äußere Einflüssen, wie z. B. Tageslichtdauer und Temperaturen, der Haarverlust oder das Aufbauen von neuen Haaren beeinflusst. So kommt es, dass es im Herbst durch die sinkenden Temperaturen und kürzeren Tageslichtzeiten, mehr Fell aufgebaut wird und eine dicke Schicht an Unterwolle produziert wird. Durch dieses dichte Fell sind unsere Katzen dann vor Kälte und Nässe im Winter geschützt. Im Frühjahr hingegen muss dieses wärmende und isolierende Haarkleid wieder abgelegt werden. Gerade dann zeigen unsere Samtpfoten einen sehr deutlichen Fellwechsel mit starkem Ausfall der Haare. Ist dieser Fellwechsel dann abgeschlossen, trägt unsere Katze ein sehr leichtes Sommerfell, um nicht überhitzen zu können und zusätzlich vor UVStrahlung der Sonne geschützt zu sein. Im Durchschnitt kann solch ein Fellwechsel 6 bis 8 Wochen dauern. Reine Hauskatzen müssen allerdings keinen richtigen Fellwechsel zeigen. Denn sie sind den natürlichen Veränderungen unserer Umwelt nicht immer ganz ausgesetzt. Das liegt daran, dass wir Katzenhalter, in unserem Zuhause die Heizung anstellen und Lichter anschalten, wenn es früher dunkel wird. So kann es sein, dass dadurch kein dichter Winterpelz, bei unseren Hauskatzen gebildet wird.

Symptome und Diagnose

Der Fellwechsel unserer Katzen ist normal und nichts Gefährliches für unseren Stubentiger. Wir Katzenhalter bemerken hingegen, dass besonders im Frühling und Herbst, unsere Samtpfote deutlich mehr Haare verliert und bekommen das beim Hausputz teilweise merklich zu spüren. Dennoch können einige Katzen während des Fellwechsels Beschwerden zeigen, denn der Stoffwechsel unserer Lieblinge arbeitet in dieser Zeit auf Hochtouren. So kann es sein, dass uns in dieser Zeit auffällt, dass unsere Katzen etwas schläfriger oder durch herabgesetzte Abwehrkräfte, empfänglicher für Erkrankungen sind. Auch mal ein etwas stumpferes Fell kann uns Katzenbesitzern in dieser Zeit auffallen. Ebenfalls kann unsere Katze in dieser Zeit vermehrt Erbrechen zeigen. Das liegt daran, dass Katzen besonders darauf bedacht sind, sich zu pflegen. Sie lecken und putzen sich jeden Tag intensiv, sodass gerade in der Zeit des Fellwechsels auch besonders viele Haare abgeschluckt werden können. Die damit geschluckten Haarballen werden dann wieder von unserer Samtpfote erbrochen. Ältere Katzen zeigen eventuell auch verfilzte Fellbereiche, da sie nicht mehr an alle Stellen beim Putzen gelangen können. Wenn du dir nicht sicher bist, ob deiner Katze vielleicht doch etwas fehlt oder sie vielleicht stärkere Beschwerden hat, solltest du dich tierärztlich beraten lassen. Wir haben dir hier einmal die 6 TopSymptome zusammengestellt, die darauf hindeuten können, dass mehr hinter dem Fellwechsel deines Lieblings stecken könnte:

  • Heftiges und immer wiederkehrendes Erbrechen
  • Deine Katze frisst nicht
  • Starker Juckreiz
  • Haarlose Bereiche
  • Gerötete Hautbereiche
  • Beschwerden beim Kotabsatz

Therapie

Grundsätzlich ist es nichts Schlimmes wenn eine Katze haart, aber dennoch kannst du sie dabei tatkräftig unterstützen! Denn z. B. das regelmäßige Bürsten und Kämmen deiner Samtpfote beugt Verfilzungen und Hautkrankheiten vor. Das liegt daran, dass sich gerade unter altem, verfilzten Fell Parasiten, Pilze und Bakterien sehr wohlfühlen. Durch das Auskämmen bzw. –bürsten, gibst du diesen Problemen also wenig Chancen sich auszubreiten. Ob du nun einen Kamm oder eine Bürste benutzt, ist davon abhängig wie lang das Fell deiner Katze ist. Außerdem gibt es einige Vertreter, die dem Fellpflegeprogramm nicht sehr positiv entgegentreten. In diesen Fällen können Pflegehandschuhe sehr nützlich sein, um deiner Samtpfote den Stress beim Bürsten zu lindern. Ebenfalls kannst du mit dieser Unterstützung der Haarballenbildung bei deiner Katze entgegenwirken. Denn sie schluckt so weniger Haare bei ihrem täglichen Putzritual ab. Außerdem kannst du zusätzlich Malzpaste als Snack anbieten – denn sie fördert das Ausscheiden der Haarballen über den Kot. Zusätzlich kannst du über die Ernährung dafür sorgen, dass deine Katze ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist, damit ihr der Fellwechsel leichter fällt. So gibt es einige Präparate, die mithilfe ihrer Zusammensetzung unterstützend wirksam sind. Dazu gehören z. B. Präparate mit Biotin, Kupfer und Zink. Aber auch Nahrungsergänzungen mit Vitaminen können deinem Liebling in dieser Zeit eine Hilfe sein. 

Quelle: Inga Domian

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