Wenn die Katze beißt

Autor: Dr. med. vet. Lea Weiss | Zuletzt bearbeitet: 26. März 2022 | Lesezeit: 18 min
Katze beißt

Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren – gut 15 Millionen Stubentiger leben in deutschen Haushalten. Leider sitzen auch tausende Katzen in den Tierheimen, weil sie von ihren Besitzern dort abgegeben oder einfach ausgesetzt wurden. Oft liegt es daran, dass sich die Menschen vor der Anschaffung des Tieres nicht ausreichend über die Haltungsansprüche und das Verhalten von Katzen informieren. Wenn eine Katze plötzlich beißt, kann es dafür unterschiedliche Gründe geben.

Das Leben mit einer Katze

Die meisten Katzen leben gerne mit Menschen zusammen. Sie sind liebevolle Schmusetiere und freuen sich, wenn ihr Mensch mit ihnen spielt. Allerdings behält eine Katze auch immer ihre Eigenständigkeit, und entscheidet gerne selber darüber, wann sie gestreichelt werden oder spielen möchte. Manchmal kommt es dann zu Missverständnissen und die Samtpfote reagiert auf einen Annäherungsversuch oder mitten im Spiel plötzlich mit aggressivem Kratzen, oder gar Beißen. Und ein Katzenbiss tut nicht nur im Moment unangenehm weh, er kann sich auch sehr leicht entzünden, und dann zu langfristigen Problemen führen. Was aber treibt eine Katze dazu, ihren Menschen überhaupt zu beißen? Und was kannst Du dagegen tun?

Mögliche Ursachen, warum die Katze beißt

Zunächst kommt es auf die Situation an, in der die Katze plötzlich zubeißt. Hat sie sich erschrocken, weil sie unvermittelt angefasst wurde? Ist sie durch irgendetwas abgelenkt? Hat sie gerade etwas zu fressen, oder ein Spielzeug, das sie verteidigt? Hast Du etwas anders gemacht, als normalerweise? Denke darüber nach, ob Du selber den Biss Deiner Katze provoziert hast.

Hier einige Gründe für einen Katzenbiss:

  • Die Katze hat sich erschrocken oder hat Angst
  • Die Katze wurde an einer Stelle berührt, wo es ihr unangenehm ist
  • Die Katze hat Schmerzen oder ist krank
  • Die Katze ist generell sehr selbstbewusst und angriffslustig
  • Die Rangordnung wird infrage gestellt
  • Die Katze beißt liebevoll zu, wenn Du sie streichelst
  • Auslösung des Beißreflex durch Jagdverhalten (z.B. im Spiel)
  • Die Katze ist eifersüchtig (neues Haustier, neuer Partner, Baby)
  • Die Katze will Deine Aufmerksamkeit
  • Die Katze ist unausgelastet und unterfordert


Diese und andere Gründe können dazu führen, dass eine Katze mit plötzlicher Aggressivität reagiert, und kratzt oder beißt.

Einige Tipps, um Katzenbisse zu verhindern oder Deiner Katze das Beißen abzugewöhnen

Ist Deine Katze generell etwas ängstlich, solltest Du im Umgang mit ihr immer vorsichtig sein, und sie nicht unvermittelt anfassen oder sie erschrecken. Warte am besten, bis sie von selber zu Dir kommt und sich streicheln lassen will. Wenn Du weißt, an welchen Stellen Deine Katze nicht gern gestreichelt oder angefasst wird, dann versuche, das zu respektieren. Viele Katzen mögen es zum Beispiel nicht, am Bauch oder am Schwanz angefasst zu werden. Allerdings wird es sich manchmal nicht vermeiden lassen, dass Du Deine Katze auch dort berührst, etwa wenn Du sie bürsten oder mit Medikamenten behandeln musst. Daher solltest Du von klein auf Deinen Stubentiger daran gewöhnen, dass sie sich bestimmte Berührungen gefallen lassen muss.

Hast Du das Gefühl, es geht Deiner Samtpfote nicht gut, weil sie krank ist oder sich eventuell verletzt hat, solltest Du bald einen Tierarzt aufsuchen, der das Tier gründlich untersucht. Oft lassen sich Katzen in der Tierarztpraxis eher untersuchen, als in der gewohnten Umgebung. Falls sie sich auch dort wehrt, hat der Tierarzt Möglichkeiten, die Katze kurzfristig mit Medikamenten zu beruhigen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Eine sehr selbstbewusste Katze, die ihren Kopf durchsetzen will und ihre Menschen oft angreift, kratzt oder beißt, ist schwierig nachträglich zu erziehen. Denn auch für Katzen gilt, dass die Erziehung so früh wie möglich beginnen sollte, und vor allen Dingen konsequent sein muss. Merkt die Katze, dass sie tun und lassen kann, was sie will, dann nutzt sie das aus und übernimmt quasi die Führung im Mensch-Katzen-Rudel.

Bei manchen Katzen ist das vorsichtige Zubeißen beim Streicheln auch eine Art Liebesbekundung. Tut sie Dir dabei nicht wirklich weh, kannst Du es in etwa so verstehen wie das freundliche Lecken eines Hundes. Beißt sie aber zu fest zu, zeige ihr deutlich, dass Du das nicht möchtest – sage zum Beispiel laut „Nein!“ und höre sofort auf, sie zu streicheln. Erst nach einer kurzen erzieherischen Pause nimmst Du dann den Kontakt zu ihr wieder auf. In einem wilden Spiel kommt es öfter vor, dass durch den natürlichen Jagdinstinkt der Beißreflex Deiner Katze ausgelöst wird. Daher sollte mit einer sehr wilden, jungen und ungestümen Katze vorsorglich nur kontrolliert gespielt werden, und als „Jagdobjekt“ wird besser ein Spielzeug wie etwa eine Katzenangel eingesetzt und nicht die eigenen Hände oder Füße.

Quelle:  chendongshan

Viele Katzen reagieren auf Veränderungen in ihrem direkten Umfeld auch mit auffälligem Verhalten. Hast Du zum Beispiel ein neues Haustier aufgenommen (etwa einen Hund, eine andere Katze oder auch ein Kleintier) oder ein neuer Partner ist bei Dir eingezogen, kann es ein, dass Dein Stubentiger eifersüchtig ist und daher plötzlich zubeißt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein neugeborenes Baby in die Familie kommt, denn auch das kann zur Eifersucht bei der Katze führen – daher dürfen Baby und Katze niemals unbeaufsichtigt zusammen bleiben.

Fühlt sich Deine Katze unausgelastet, weil sie als Wohnungskatze den ganzen Tag alleine zu Hause ist, während Du arbeiten musst? Versucht sie vielleicht durch ungezogenes Verhalten Deine Aufmerksamkeit zu erlangen? Viele Menschen glauben, dass Katzen Einzelgänger sind und gerne alleine bleiben, aber das stimmt nicht! Katzen sind im Gegenteil sehr gesellig, und wenn die Samtpfote ständig alleine zu Hause bleiben muss, fehlt ihr einfach der soziale Kontakt. Viel besser ist es, wenn Du Dir von Anfang an gleich zwei Katzen anschaffst, denn dann haben sie immer einen Spiel- und Kuschelpartner, auch wenn Du nicht zu Hause bist. Willst Du Deiner ausgewachsenen Katze einen Spielpartner zugesellen, muss das aber gut geplant sein. Die beiden müssen sehr vorsichtig und langsam aneinander gewöhnt werden, um heftige Rangordnungs- und Revierkämpfe zu vermeiden.

Vorbeugung vor einem Katzenbiss

Auf jeden Fall ist es ganz wichtig, dass Du Dich mit dem normalen Verhalten und den Ausdrucksmöglichkeiten von Katzen gut auskennst, damit Du Deine Samtpfote immer gut verstehen kannst. Auch Katzen brauchen eine konsequente Erziehung, um zu lernen, was ihr Mensch von ihnen möchte, und welches Verhalten er nicht mag. Um einer sehr ängstlichen oder besonders nervösen Katze etwas mehr Sicherheit zu geben, kannst Du ihr auch ganz gezielt mit bestimmten Nahrungsergänzungen wie zum Beispiel unserem RelaxCat zu mehr Entspannung und Gelassenheit verhelfen. Die besondere Mischung unterschiedlicher Heilkräuter wie Baldrian und Katzenminze wirkt beruhigend und kann dazu beitragen, dass Deine Katze mit stressigen oder ungewohnten Situationen besser klarkommt, und nicht mehraggressiv reagiert.

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