Fellwechsel beim Hund – Was steckt dahinter?

Autor: Dr. Barbara Wilm | Zuletzt bearbeitet: | Lesezeit: 9 min
Fellwechsel beim Hund draußen auf der Wiese

Wir Hundebesitzer kennen das: zweimal im Jahr haart unser Liebling! Dabei fällt uns besonders auf, wie viele Haare auf einmal überall in der Wohnung verteilt sind und beim Streicheln aus dem Pelz unseres Lieblings fallen. Aber woher kommt das? Und können wir etwas tun, um unseren Hund beim Fellwechsel zu unterstützen? In diesem Artikel erfährst du mehr über den Fellwechsel bei Hunden.

Was bedeutet es, wenn mein Hund im Fellwechsel ist?

Der Fellwechsel bei Hunden ist nichts Schlimmes, sondern ein ganz natürlicher Vorgang. Zum Winter hin wird dein Hund einiges an Fell dazu bekommen, da er sich auf winterlichere Temperaturen einstimmt. Durch die dicke entstehende Unterwolle ist er vor Kälte und Nässe geschützt. Im Frühjahr hingegen, wenn die Temperaturen etwas wärmer werden, verliert er dieses Fell wieder. Denn im Sommer benötigt er diese dichte Dämmwolle nicht mehr. So kann dein Hund sich dann im Sommer vor Überhitzung schützen und trägt nur ein lockeres Fell. Dieses lockere und leichte Fell schützt ihn aber dennoch vor den UV-Strahlen der Sonne.

Quelle: Karoline Thalhofer

Ursache

Als Hundebesitzer wissen wir, dass unsere Hunde jeden Tag Haare verlieren. Aber besonders in den Zeiten des Fellwechsels ist der Haarverlust besonders intensiv. Wann genau ein Fellwechsel bedingt ist nicht eindeutig zu sagen, denn je nach Umgebung kann er zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Ausgelöst wird der Fellwechsel, nämlich durch jahreszeitliche Einflüsse, wie z.B. Tageslicht und Temperaturen. Besonders im Frühjahr kann der Fellwechsel dann von uns Hundebesitzer, besonders stark empfunden werden. Denn unser Hund wirft die dicke Unterwolle ab, um sein leichtes Sommerfell zu erhalten. Für den Stoffwechsel unserer Hunde bedeutet ein Fellwechsel eine Hochleistung. Denn in dieser Zeit wird, für den Aufbau von Haaren, besonders viel hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine benötigt. Ebenfalls finden sich Unterschiede beim Fellwechsel – denn je nach Rasse oder Haartyp, kann der Fellwechsel unterschiedlich ablaufen. So haaren einige Hunderassen stärker als andere, oder sogar einige gar nicht. Insbesondere Hunderassen mit längerem Fell, oder sogar mit starker Unterwolle (z.B. nordische Hunderassen), haaren stärker und können uns Hundebesitzer in der Zeit des Fellwechsels stark fordern. Aber auch die Rassen, die gar nicht haaren, müssen gepflegt werden! Denn ohne Unterstützung wie trimmen und bürsten, verfilzt das Fell und kann der Haut deines Vierbeiners schaden.

Symptome und Diagnose

Ein normaler Fellwechsel ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Ist das Fell deines Hundes dabei noch glänzend und dicht, spricht das zunächst für einen normalen Fellwechsel. Vermutest du aber, dass dein Vierbeiner Beschwerden mit dem Fellwechsel hat, oder er vielleicht unnatürlich viele Haare verliert, können das Hinweise auf Krankheiten sein.

Damit du herausfinden kannst, ob deinem Hund vielleicht etwas fehlt, haben wir dir hier einmal die 5 TopSymptome zusammengestellt:

  • Juckreiz
  • Haarlose und kahle Stellen
  • Schuppenbildung
  • Gerötete Hautbereiche
  • Glanzloses und stumpfes Fell

Neben dem Befall mit Parasiten, können aber auch Mangelerscheinungen oder Stoffwechselerkrankungen dazu beitragen, dass dein Hund Beschwerden mit dem Fellwechsel hat. Denn er benötigt in dieser Zeit besonders viele Nährstoffe, um sein Fell zu erneuern. Auch diesen Möglichkeiten kann in einer Untersuchung nachgegangen werden, da dir vielleicht noch andere Veränderungen an deinem Hund aufgefallen sind. Wichtige Fragen, die dir dein Tierarzt dann stellen wird, sind z.B. ob dein Hund stark an Gewicht zugenommen hat, oder ob er viel trinkt. Je nachdem wie stark dein Hund betroffen ist kann es sein, dass eine Blut- oder Haarprobe entnommen werden muss. Denn in einer Blutanalyse lassen sich z.B. Hinweise auf eine Stoffwechselerkrankung finden oder in einer Haarprobe auf Parasiten oder Pilzinfektionen. 

Therapie

Der Fellwechsel bei Hunden ist ein natürlicher Vorgang. Aber wir Hundebesitzer können unseren Hund in dieser Zeit tatkräftig unterstützen! Denn z.B. regelmäßiges Kämmen und Bürsten beugt verfilzten Haarstellen vor. Dies ist sehr wichtig, da besonders unter verfilztem und verknoteten Fell entzündete Hautbereiche entstehen können.  Ebenfalls findest du dadurch schneller Hinweise auf unerwünschte Gäste, wie z.B. Flöhe oder Milben, die sich im Pelz deines Lieblings eingerichtet haben. Neben der Fellpflege kannst du deinen Hund aber auch mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen. Denn in dieser Zeit benötigt er einige wichtige Nährstoffe, um den Fellwechsel erfolgreich zu vollenden. Besonders wichtig sind in dieser Zeit hochwertige Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe. Hilfreich dabei können z.B. Lachsöle sein, denn sie enthalten viele der wichtigen Nährstoffe.

Bist du dir unsicher und würdest du gern mehr über Dr. SAM erfahren – klicke einfach den Link an und erhalte weitere Einblicke in unsere Arbeit. 

Stelle deine Frage direkt per WhatsApp einem Tierarzt!
Jetzt chatten