Mein Hund trinkt viel – Welche Ursache steckt dahinter?

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 25. März 2022 | Lesezeit: 15 min
Hund trinkt viel im Freien aus Wassernapf

Hunde trinken normalerweise zwischen 40 und 100ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, aber was bedeutet es, wenn dein Hund plötzlich mehr trinkt? Kann es auch eine Erkrankung sein? Welche Erkrankungen das sein können und wie du sie unterscheiden kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet es, wenn mein Hund viel trinkt?

Es bedeutet erstmal nichts schlimmes, wenn dein Hund kurzzeitig viel trinkt. Denn vielleicht stecken sommerlich warme Temperaturen dahinter, ein langer Spaziergang oder vielleicht salzhaltige Leckerlies. Auch das Fressen von viel Trockenfutter, kann zu einem größeren Durstgefühl bei deinem Hund gesorgt haben. Dennoch gibt es Erkrankungen, die sich durch viel trinken, äußern können. Gerade wenn du das Gefühl hast, dass mehr dahinter stecken könnte, solltest du den Wasserbedarf deines Hundes messen. Das erreichst du, in dem du mit Hilfe eines Messbechers, über einen Tag lang misst wie viel Wasser du in seinen Napf gegeben hast und wieviel er davon getrunken hat. So kannst du berechnen wie hoch der Wasserbedarf bei deinem Hund ist. Mit diesen Ergebnissen und weiteren Beobachtungen, wie zum Beispiel dass er auch deutlich mehr Urin absetzt, kannst du wichtige Hinweise auf die Ursache sammeln.

Ursachen für sehr vieles trinken beim Hund?

Die Ursachen für vermehrtes trinken können bei unseren Hunden sehr unterschiedlich sein. So sollte zunächst geklärt werden, ob dieses vermehrte Durstgefühl nur kurzzeitig vorgekommen ist, oder vielleicht schon länger anhält. Bei den Auslösern für kurzzeitiges vermehrtes trinken, kannst du meistens eine Ursache direkt damit in Verbindung bringen. Dies fällt aber deutlich schwerer, wenn das vermehrte Durstgefühl schon länger auffällt. Damit du herausfinden kannst, was bei deinem Hund zu vielem trinken geführt haben könnte, haben wir dir hier die 8 Top Ursachen zusammengestellt:

  • Starke Aktivität: Wie bei uns Menschen auch, führt sportliche Aktivität zu höheren Durstgefühl. So kann dein Hund bei viel Bewegung und z.B. nach sportlichen Aktivitäten wie Agility großen Durst zeigen.
  • Hohe Temperaturen: Unsere Hunde können nicht schwitzen und regulieren deswegen ihre Körpertemperatur über die Pfoten und hecheln. Dabei geht im Körper ebenfalls Wasser verloren und das gleichen sie dann über eine gute Wasseraufnahme wieder aus.
  • Ernährung: Gerade Trockenfutter enthält deutlich weniger Feuchtigkeit, als z.B. Nassfutter. Deswegen muss ein Hund die fehlende Feuchtigkeit wieder ausgleichen, in dem er genug Wasser trinkt. Auch einige Leckerlie oder Kauartikel können, durch ihre Zusammensetzung, zu kurzzeitigen vielen trinken führen. Allerdings kann ein schneller Futterwechsel bei deinem Vierbeiner ebenfalls dazu führen, dass er kurzzeitig mehr trinkt.
  • MagenDarm Erkrankungen: Durch Durchfälle und Erbrechen verliert ein Körper Flüssigkeit. Deswegen wird durch viel trinken der Wasserhaushalt im Körper wieder ausgeglichen.
  • Nierenerkrankungen: Wenn Hunde unter Beschwerden mit Nierenkrankheiten leiden, trinken sie viel. Dass liegt daran, dass die Aktivität der Nieren geschwächt oder sogar gestört ist, und nicht ihre gewohnte Aufgabe erfüllen kann. Denn grundsätzlich filtern die Nieren jeden Tag sehr viel Blut und befördern so Giftstoffe im Anschluss über den Urin aus dem Körper. So kommt es, dass Hunde mit Nierenleiden viel trinken, um dabei zu helfen, diese Stoffe zu verdünnen und aus dem Körper zu bringen. Aus diesem Grund wird auch, zusätzlich zum vielen trinken, ein häufigerer Urinabsatz beobachtet.
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus): Leidet ein Hund an Diabetes mellitus, versucht er die hohe Mengen an Blutzucker durch viel trinken zu regulieren. Dabei fällt unter anderem auch auf, dass er häufiger Urin absetzen muss.
  • Blasenentzündung (Zystitis): Eine Blasenentzündung kann sehr unangenehm sein, da durch die Reizung der Harnwege, andauernd Urin abgesetzt oder verloren wird. Durch den Flüssigkeitsverlust zeigen dann einige Hunde auch einen größeren Wasserbedarf.
  • Gebärmutterentzündung (Pyometra): Grundsätzlich können Entzündungen im Körper zu einer erhöhten Wasseraufnahme führen. Gerade bei Gebärmutterentzündungen wird dieses Symptom sehr häufig beobachtet.
Quelle: Chalabala

Symptome und Diagnose

Wenn dein Hund viel trinkt und du gefühlt andauernd den Wassernapf wieder auffüllen musst, solltest du zunächst versuchen seinen Trinkbedarf zu messen. Außerdem solltest du überlegen, ob es einen direkten Auslöser dafür gibt. Denn bei hohen Temperaturen im Sommer, oder nach einer gemeinsamen Fahrt mit dem Fahrrad, bedeutet es nichts schlimmes, wenn dein Hund viel trinkt. Fallen dir aber vielleicht noch andere Dinge an deinem Hund auf, solltest du nochmal genauer hinsehen. Denn bei den Erkrankungen, die mit viel trinken einhergehen, kannst du meist noch mehr Symptome entdecken. Zu diesen gehören unter anderem:

  1. Veränderungen im Fressverhalten
  2. Häufiges Urinlassen, teilweise auch Inkontinenz/Unsauberkeit
  3. Stumpfes Fell
  4. Blutiges, oder eitriges Sekret an der Scheide

Hast du das Gefühl, dass bei deinem Hund mehr hinter seinem Wasserbedarf steckt, solltest du dich tierärztlich beraten lassen. In einer gründlichen Untersuchung deines Hundes wird dann versucht herauszufinden, was deinem Hund fehlt. Je nachdem, wie stark, dein Hund erkrankt ist können dann im Anschluss weitere Untersuchungen notwendig werden. Neben Untersuchungen von Urin- und Blutproben, können auch bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen oder Ultraschall) hilfreich sein, der Erkrankung deines Hundes auf den Grund zu gehen.

Therapie, wenn Hund viel trinkt

Da es nichts schlimmes ist, wenn dein Hund Mal viel trinkt, gerade wenn du den direkten Auslöser benennen kannst oder du keine weiteren Beschwerden bei deinem Hund erkennen kannst. Steckt bei deinem Hund aber eine Erkrankung dahinter, richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Ursache. So kann es sein, dass mehrere Tage ein Antibiotikum gegeben werden muss, wenn es sich z.B. um eine Blasenentzündung oder einen Magen-Darm Infekt handelt. Neben der Antibiotikagabe kommen aber, z.B. bei Gebärmutterentzündungen, auch operative Maßnahmen in Frage. Wohingegen eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Blutzuckerregulierenden Medikamenten versorgt wird und bei Nierenerkrankungen auf eine Fütterungsumstellung empfohlen werden kann.

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