Mein Hund frisst nicht und schläft viel: 5 Ursachen und hilfreiche Tipps

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 6. September 2022 | Lesezeit: 27 min
Schwarzer Hund frisst nicht und schläft viel auf einem weißen Polster

Hunde sind Gewohnheitstiere und bevorzugen ihren allbekannten Tagesablauf, welcher in der Regel Fütterungen, Spaziergänge und ausreichend Schlaf beinhaltet. Sollte es daher einmal zu Verhaltensänderungen oder Abweichungen kommen, macht man sich als Haustierbesitzer natürlich sofort Sorgen. Besonders auffallend ist es vor allem, wenn ein Vierbeiner seine Nahrung verweigert. Ist dies der Fall und das Tier schläft zudem mehr als normalerweise, wird häufig gleich ein gesundheitliches Problem vermutet. Doch nicht immer ist dieser Zustand alarmierend, da ebenso harmlose Gründe dahinterstecken können. Wann man sich also keine Gedanken darüber machen muss, dass ein Hund nicht frisst und viel schläft, mit welchen Tipps man den Appetit des Vierbeiners wieder anregen kann und wann ein Besuch bei einem Tierarzt vorsichtshalber sinnvoll ist, kann man in diesem Artikel lesen.

Hund frisst nicht und schläft viel – Diese Gründe können auslösend sein

Im Durchschnitt schlafen Vierbeiner 15 bis 20 Stunden am Tag, wobei sie sich dabei in etwa 6 bis 8 Stunden in einem tatsächlichen Tiefschlaf befinden. Ebenso benötigen speziell Welpen und ältere Tiere mehr Ruhe und Entspannung. Da allerdings Hunde sehr empfindlich auf beispielsweise veränderte Umstände, ungewohnte Situationen oder Unwohlsein reagieren können, ist es nicht selten, dass sie sich mehr zurückziehen, um zu schlafen. Eine weitere Folge ist oftmals auch Appetitlosigkeit. In solchen Fällen ist es stets wichtig, die auslösende Ursache herauszufinden, damit man die Situation als Haustierbesitzer richtig einschätzen kann. Damit einem dies leichter fällt, sind hier die 5 häufigsten Gründe, weshalb ein Hund nicht frisst und viel schläft.

1. Stress

Vierbeiner nehmen den Alltag ganz anders wahr als Menschen, weshalb manche Dinge, die für uns ganz normal sind, sehr stressig sein können. Deshalb muss man als Besitzer immer darauf achten, wie das Tier auf äußere Reize reagiert. Eine eingezogene Rute, Winseln, Nahrungsverweigerung oder erhöhte Müdigkeit sind typische Anzeichen, wenn ein Hund unruhig und gestresst ist.  Vor allem die folgenden Umstände sind häufige Stressoren für Hunde:

  • Änderung der Wohnsituation aufgrund eines Umzugs oder Familienzuwachses
  • Angst vor dem allein sein
  • Laute Geräusche, wie Staubsauger, Verkehr oder Feuerwerk

Sobald man die Ursache identifiziert hat, sollte man den Vierbeiner bestmöglich vor den Auslösern bewahren. Denn lang anhaltender Stress kann sich mit der Zeit zu einem chronischen Problem entwickeln, welches weitere gesundheitliche Folgen mit sich bringen kann. Nachdem das Tier von den entsprechenden Stressoren nicht mehr betroffen ist, findet es in der Regel meist wieder von allein zu der gewohnten Nahrungsaufnahme zurück.

2. Zahnwechsel

Sollte es sich bei dem Tier um einen Welpen handeln, welcher nicht frisst und viel schläft, empfiehlt es sich, einen Blick in das Maul des Vierbeiners zu werfen. Abhängig von der Rasse und Größe des Hundes setzt nämlich der Zahnwechsel im Alter von ungefähr 4 Monaten ein. Dieser kann bis zu 3 Monate anhalten und Ursache für dieses ungewohnte Verhalten des Hundes sein. Möglicherweise findet man sogar einen ausgefallenen Zahn in der Wohnung, welcher ebenso ein klares Indiz dafür ist. Denn die neuen Zähne, welche am Weg durchstoßen sind, verursachen einen starken Druck im Kiefer. Für Welpen kann dies sehr unangenehm sein und zu einer Verweigerung des Futters führen.

Tipp: Um dem Tier ein wenig Erleichterung zu verschaffen, können Kauspielzeuge oder Kauknochen behilflich sein!

Vor allem im Welpenalter benötigen die Vierbeiner ausreichend Vitamine und Nährstoffe. Damit ein Hund diese ausreichend zu sich nimmt, empfiehlt es sich, das gewohnte Trockenfutter in lauwarmen Wasser einweichen zu lassen, da es so während dem Zahnwechsel für das Tier angenehmer ist, die Nahrung aufzunehmen.

3. Schmerzen

Eine weitere Ursache, weshalb ein Hund nicht frisst und viel schläft, können Schmerzen sein. Denn Verletzungen können auf dem täglichen Spaziergang, beim Spielen mit Artgenossen oder sogar in den eigenen vier Wänden passieren. Da sie nicht immer nach außen sichtbar sind, ist es ratsam, als Besitzer regelmäßige Pfoten- und Maulkontrollen durchzuführen. Bei auffallender Futterverweigerung sollte man speziell auf diese Verletzungen achten:

  1. Fremdkörper im Mundraum: Aufgenommene Gegenstände können sich in Zahnzwischenräumen verfangen und zu Problemen führen. Deshalb sollte ein Hund beim Spaziergang nie unbeobachtet sein, damit die Aufnahme solcher Objekte verhindert werden kann. Außerdem sollte bei der eigenen Wohnung auf Tierfreundlichkeit geachtet und leicht verschluckbare Dinge außer Reichweite gebracht werden. 
  2. Zahnfleischverletzungen: Oftmals kann es, aufgrund der Aufnahme von Fremdkörpern, in Folge auch zu Verletzungen am Zahnfleisch kommen. Speziell spitze Gegenstände sind dabei sehr gefährlich, da tiefe Schnittwunden entstehen können. Typische Anzeichen dafür sind beispielsweise ein blutiges Maul oder wenn sich ein Hund nicht mehr gerne in diesem Bereich anfassen lässt. Bei einem solchen Verdacht ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen, da Vierbeiner unter Schmerzen auch mal zubeißen können. 
  3. Zahnschmerzen: Ausgebissene Zähne, Zahnwechsel oder auch Zahnstein bei Hunden können starke Schmerzen verursachen. Die Tiere suchen daher vermehrt nach Schlaf und nehmen nur noch wenig bis keine Nahrung mehr zu sich. Manchmal kann sich die auslösende Ursache wieder von selbst legen, doch häufig benötigt es zusätzliche Hilfe zur Linderung.

Selbst wenn sich eine Verletzung nicht in der Maulgegend befindet, reagieren Hunde auf Schmerzen oftmals mit Zurückgezogenheit, vermehrten Schlaf, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Dieser Zustand und weitere Verhaltensänderungen müssen gut beobachtet werden, um bei Verschlechterungen sofort handeln zu können.

4. Gesundheitliche Probleme

Eine plötzliche Nahrungsverweigerung und starke Müdigkeit können ebenso durch gesundheitliche Probleme verursacht werden. Da die Ursachen dahinter harmlos bis besorgniserregend sein können, müssen die Anzeichen und der Verlauf solcher Beschwerden immer überwacht werden. Krankheiten, welche verursachen, dass ein Hund nicht frisst und viel schläft, können unter anderem sein:

Wenn man als Besitzer sichergehen will, ob ein Vierbeiner an gesundheitlichen Problemen leidet oder nicht, kann es hilfreich sein, auf den Stuhlgang, die Kotkonsistenz oder auf den Mundgeruch zu achten. Fallen einem dabei ungewöhnliche Dinge auf, können diese klare Indizien für Beschwerden sein.

Tipp: Besonders Sprechstunden von online Tierärzten können bei solchen Fragen sehr effizient sein, da man schnell eine professionelle Meinung einholen kann und das Tier seine gewohnte Umgebung nicht verlassen muss und somit, zu seinem Unwohlsein, nicht noch zusätzlich gestresst wird.

Oftmals kann es aber auch schon hilfreich genug sein, dem Hund einfach seine Ruhe zu geben. So kann er sich ausreichend erholen, den benötigten Schlaf bekommen und findet daraufhin wieder zu seiner gewohnten Futteraufnahme zurück.

5. Medizinische Behandlung

Speziell bei Futtermittelunverträglichkeiten, regelmäßigen Durchfall, Schmerzen oder anderen Beschwerden werden dem Vierbeiner oftmals medizinische Mittel verabreicht. Doch auch wie bei uns Menschen kann jedes Medikament ebenso zu Nebenwirkungen führen. Nicht zu selten kann dabei genauso Müdigkeit und Appetitlosigkeit die Folge sein. Wenn ein solches Verhalten nach Verabreichung einer medizinischen Behandlung einsetzt, sollte man bestenfalls die Packungsbeilage durchlesen oder einen Experten fragen. Deshalb dürfen solche Mittel nie leichtsinnig eingesetzt werden. Selbst die empfohlene Gabe von Entwurmungstabletten an den Hund kann zu Beschwerden führen. Daher ist es wichtig, sich immer an die vorgeschriebene Dosierung und Anweisungen zu halten. Manche Tiere können zum Beispiel auch nur auf bestimmte Inhaltsstoffe mit Nebenwirkungen reagieren, weshalb man, nach Rücksprache mit einem Tierarzt, sich nach Alternativen erkundigen sollte.

Mit diesen Tipps kann man den Appetit bei Hunden wieder anregen

Die Ursachen, dass ein Hund nicht frisst, können ganz verschieden sein. Doch solange ein Hund nicht an einem ernsthaften Problem leidet, kann man versuchen seinen Appetit mit den folgenden Tipps wieder anzuregen.

TippAusführung
Qualität des FuttersAus Gewohnheit vergessen Besitzer oftmals, das Ablaufdatum des Futters zu kontrollieren. Verdorbene Nahrung kann allerdings zu gesundheitlichen Beschwerden und Appetitlosigkeit führen.
FutterwechselManchmal kann es hilfreich sein, die Futtersorte, den Hersteller oder zwischen Trocken- und Nassfutter zu wechseln. Allerdings darf man das nicht zu häufig machen, da ein Hundemagen sensibel auf häufige Wechsel reagieren kann. 
Nahrung warm verabreichenAufgrund der Wärme werden die Geruchsstoffe der Nahrung freigesetzt. So kann sich das Futter attraktiver für den Hund gestalten. 
SchonkostDa eine Futterverweigerung mit einem gereizten Magen zusammenhängen kann, empfiehlt es sich, die Nahrung für eine Zeit lang auf Schonkost umzustellen.
Futter aufpeppenJoghurt, Kartoffeln oder Karotten bringen Abwechslung in den Napf und stellen für Hunde eine regelrechte Delikatesse dar. 

Häufig kommt nämlich mit der erneuten Futteraufnahme auch die benötigte Energie zurück, wodurch ein Vierbeiner auch nicht mehr so müde ist und viel schlafen muss. Allerdings ist es hierbei sehr wichtig, dass das Tier nicht zum Fressen gezwungen wird, da es andernfalls eine negative Erfahrung mit der Nahrungsaufnahme assoziiert.

Ab wann es besorgniserregend ist, wenn ein Hund nicht frisst und viel schläft

Da es nicht auszuschließen ist, dass die Ursache der Appetitlosigkeit und erhöhten Müdigkeit besorgniserregend ist und sich dieser außergewöhnliche Zustand nicht immer von selbst wieder legt, braucht es in manchen Fällen die Hilfe eines Tierarztes. Speziell wenn die Symptome nach 1 bis 2 Tagen nicht abklingen oder weitere Beschwerden, wie Erbrechen oder Fieber, hinzukommen, ist umgehendes Handeln notwendig. Vor allem, wenn es sich bei dem Tier um einen Welpen, einen älteren Hund oder um einen bereits gesundheitlich geschwächten Vierbeiner handelt, kann sich eine solche Situation sehr schnell zu einem kritischen Zustand entwickeln. Hier gilt also Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Fazit

Die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Hundes steht für jeden Haustierbesitzer an erster Stelle. Deshalb ist es auch ganz normal, dass man recht schnell in Sorge gerät, sobald ein Vierbeiner ein ungewöhnliches Verhalten aufweist. Besonders auffallend ist es, wenn ein Hund nicht frisst und viel schläft. Die Ursachen können sich ganz unterschiedlich gestalten und reichen von Stress, über Schmerzen und gesundheitliche Probleme bis hin zur Verabreichung von Medikamenten. Da nicht immer ein verheerender Grund dahintersteckt, sollte man den Hund zu Beginn gut im Auge behalten und ihm seine Ruhe geben. Mit ein paar Tricks, wie ein Futterwechsel oder die Gabe von Schonkost, kann man zudem versuchen, den Appetit des Vierbeiners wieder anzuregen. Falls dieser Zustand jedoch länger anhält und weitere Beschwerden hinzukommen, muss unbedingt ein Experte aufgesucht werden.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.