Blasenentzündung beim Hund – Was ist zu tun?

Autor: Dr. Johanna Lüssenhop | Zuletzt bearbeitet: 23. März 2022 | Lesezeit: 15 min
Hund mit Blasenentzündung trinkt aus Wasserschüssel

Dein Hund verliert plötzlich tropfenweise Urin, hat deutliche Beschwerden beim Harnabsatz und wirkt insgesamt abgeschlagen? Hinter diesen Symptomen steckt oft eine Blasenentzündung (Cystitis). Blasenentzündungen sind vor allem bei Hündinnen keine Seltenheit: Unsauberkeit, Schmerzen beim Harnabsatz und ein allgemeines Unwohlsein sind typische Symptome.

Definition

Der Harntrakt deines Hundes beginnt an seinen paarigen Nieren. Diese filtern sein Blut und produzieren den Harn, um (körpereigene) Abfallstoffe auszuscheiden. Der Harn gelangt zunächst ins Nierenbecken der jeweiligen Niere. Beiden Nierenbecken schließt sich jeweils ein Harnleiter an. Beide Harnleiter münden in die Harnblase. Dort wird der Urin zunächst gesammelt und schließlich gezielt über die Harnröhre ausgeschieden. Eine Blasenentzündung ist, eine durch Bakterien verursachte Infektion der Blase. Die Infektion kann einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen.

Ursache

Eine Blasenentzündung bei Hunden kann verschiedene Ursachen haben. Hündinnen sind erheblich häufiger von infektiösen Blasenentzündungen betroffen als Rüden, da ihre Harnröhre deutlich kürzer ist. In der Folge gelangen Darm- und Umweltkeime relativ schnell in die Harnblase.

Mögliche Auslöser

Bei einer Blasenentzündung sind die Wände der Harnblase entzündlich verändert. In aller Regel sind Bakterien dafür verantwortlich. Die am häufigsten ursächliche Bakterienart ist E. coli; aber auch Staphylokokken, Streptokokken spielen eine Rolle. Seltener sind Blasenentzündungen durch Parasiten bedingt.

Sind die Keime erst einmal in die Blase gelangt, vermehren sie sich dort und führen zu einer Verschlechterung der Symptome. Bei hochgradigen Blasenentzündungen ist es möglich, dass die Bakterien durch die Harnleiter in die Nierenbecken aufsteigen und dort zu weiteren Entzündungsprozessen führen. Neben der infektiösen spielt auch die sterile Blasenentzündung eine Rolle. Eine solche ist die Folge mechanischer Reizung, meist durch Harnkristalle oder -steine.

Risikofaktoren

Der Inhalt einer gesunden Harnblase ist steril. Verschiedene Risikofaktoren erhöhen das Risiko, dass Keime von der Außenwelt in die Blase gelangen und sich dort vermehren:

  • Unterkühlung
  • allgemeine Immunschwäche
  • geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Durchfall
  • Harnsteine
  • Diabetes mellitus

Wenn sich dein Hund verkühlt, bestimmte Medikamente (zum Beispiel Cortison oder Cyclosporin) bekommt oder an einer chronischen Krankheit leidet, sind seine körpereigenen Abwehrkräfte herabgesetzt. Dadurch können Krankheitserreger vergleichsweise leicht in die Blase eindringen und sich dort ansiedeln. 
Eine geringe Flüssigkeitsaufnahme hat zur Folge, dass der Körper nur kleine Harnmengen produziert und diese in relativ großen Zeitabständen ausscheidet. Eine regelmäßige „Durchspülung“ der Harnwege bleibt dadurch aus: Keime können leichter eindringen und sich vermehren.
Durchfall führt in vielen Fällen zu einer verschmutzten Analregion. Dadurch gelangen Darmkeime wie E. coli in die Nähe der Harnröhrenöffnung und können folglich in die Harnwege eindringen.
Harnsteine reizen die Blasenwände und führen folglich nicht nur zu sterilen Entzündungen, sondern machen das Gewebe auch anfällig für bakterielle Infektionen.
Diabetes mellitus geht mit einem erhöhten Zuckergehalt im Harn einher, der Bakterien ein günstiges Milieu bietet. Je besser ein Diabetiker medikamentös eingestellt ist, desto geringer ist das Risiko einer Zystitis.

Quelle: adobe.stock.com/prystai

Symptome und Diagnose

Die Symptome einer Zystitis sind meistens relativ eindeutig. Die Top 6 Symptome einer Blasenentzündung bei Hunden:

  1. ‍Unsauberkeit, „Verlieren“ von Harn
  2. ‍häufiger Absatz kleiner Urinmengen
  3. ‍blutiger Harnabsatz
  4. Konsistenz- und Geruchsveränderungen des Harns
  5. ‍Schmerzen beim Urinabsatz, zum Beispiel Winseln, Zucken, aufgekrümmter Rücken, wechselnde Körperhaltung
  6. allgemeines Unwohlsein, eventuell Fieber 

Außerdem müssen andere mögliche Ursachen, bei Rüden vor allem Prostataveränderungen, ausgeschlossen werden.

Nach der Erhebung des Vorberichts führt dein Tierarzt eine gründliche Allgemeinuntersuchung durch. Während der Palpation, also dem Abtasten, stellt er mitunter bereits eine Schmerzhaftigkeit im hinteren Bauchraum fest. Um den Verdacht zu bestätigen oder zu entkräften, sind weiterführende Untersuchungen notwendig:

  • Urinstick
  • mikroskopische Urinuntersuchung
  • bakteriologische Kultur
  • Ultraschall

Ein Urinstick ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, entzündliche Veränderungen im Harn wie Blut, Abwehrzellen, Proteine und Bakterienprodukte festzustellen. Eine mikroskopische Untersuchung bestätigt das Ergebnis und bringt darüber hinaus Harnkristalle zum Vorschein.

Weist der Tierarzt Bakterien nach, ist eine bakteriologische Untersuchung (BU) angezeigt. Dabei werden die Bakterien angezüchtet und identifiziert. Ein anschließender Resistenztest ist sehr wichtig, um sicherzustellen, dass die nachgewiesenen Keime keine Resistenzen gegenüber dem angewandten Antibiotikum aufweisen.

Für die Uringewinnung eignet sich vor allem die Zystozentese. Dabei entnimmt der Tierarzt mit einer Kanüle eine Urinprobe direkt aus der Blase. Dieses sterile Vorgehen ist für eine bakteriologische Untersuchung unerlässlich, damit nicht versehentlich Umweltkeime nachgewiesen werden. Ein Urinstick hingegen kann auch mit Hilfe von Auffangurin angefertigt werden.

Die Zystozentese erfolgt in der Regel im Zuge eines Ultraschalls. Ein solcher dient außerdem dazu, die Blase in Echtzeit darzustellen. Entzündliche Veränderungen der Blasenwände sowie Harnsteine sowie Harngries werden dabei sichtbar.

Therapie

Die richtige Therapie deines Hundes ist abhängig von der Ursache für die Zystitis. Möglich sind unter anderem:

  • Natürliche antibakterielle Kräutermischungen
  • Antibiose nach Antibiogramm bei bakteriellen Infektionen
  • Antimykotika bei Pilzinfektionen
  • Futterumstellung bei Harnsteinen
  • entzündungshemmende Schmerzmittel
  • Infusionen als unterstützende Maßnahme

Beachte, dass du ein Antibiotikum immer streng nach tierärztlicher Anwendung verabreichen musst. Keinesfalls darfst du die Therapie vorzeitig abbrechen, etwa weil sich die Symptome gebessert haben; anderenfalls riskierst du eine Resistenzbildung von Seiten der Bakterien. Dein Tierärzteteam von Dr. SAM steht dir gerne beratend zur Seite und helfen die vorerst eine unkomplizierte  Blasenentzündung mit natürlichen Mitteln zu behandeln

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Vorbeugung

Um einer Zystitis vorzubeugen, solltest du einige Regeln beachten:

  • Lasse deinen Vierbeiner im Winter nicht auf kaltem Boden sitzen oder liegen.
  • Nach dem Schwimmen oder Waschen sollten Hunde warmgehalten werden. Trockne das Fell gründlich.
  • Wenn dein Hund von sich aus nur wenig trinkt, füttere ihn vorzugsweise mit Nassfutter oder weiche das Trockenfutter in reichlich Wasser ein. Stelle ihm mehrere Trinknäpfe zur Verfügung, biete ihm ungesalzene Fleischbrühe an und animiere ihn aktiv zum Trinken.
  • Krankheiten wie Diabetes mellitus, Durchfall sowie Harnsteine sollten immer zügig und gründlich behandelt werden.

Insbesondere, wenn dein kleiner Freund schon einmal eine Blasenentzündung hatte, solltest du künftig besondere Vorsicht walten lassen.

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Artikel von Dr. Johanna Lüssenhop Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM

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