Natürlicher Zeckenschutz: Die 4 wirksamsten Hausmittel gegen Zecken bei Katzen

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 4. Oktober 2022 | Lesezeit: 29 min
Hausmittel gegen Zecken bei Katzen wird über die Hand verfüttert

Zecken sind blutsaugende Parasiten, welche leider nicht zu selten auch Katzen als Wirte befallen. Vor allem Freigänger können häufiger von diesen Schädlingen betroffen sein, da sie sich vermehrt in bevorzugten Gebieten, wie beispielsweise hohen Wiesen oder in Büschen, von Zecken aufhalten. Da es bei den Samtpfoten allerdings nicht immer einfach ist, einen Parasitenbefall frühzeitig festzustellen, wird hier unbedingt zu Schutzmaßnahmen geraten. Denn über einen Zeckenbiss können nämlich gefährliche Krankheitserreger übertragen werden, weshalb die Schädlinge auf keinen Fall unterschätzt werden dürfen. Allerdings stehen immer mehr Haustierbesitzer den bisher üblichen Zeckenschutzmitteln kritisch gegenüber, da sie ihren Katzen die chemischen Inhaltsstoffe ersparen wollen. Als natürliche Alternative bieten sich jedoch Hausmittel gegen Zecken bei Katzen an. Welche das sind, was für Vorteile sie mit sich bringen und wie sie angewendet werden sollten, erfährt man im Folgenden.

Was versteht man unter natürlichen Zeckenschutzmittel?

Unter natürlichen Hausmitteln zur Parasitenbekämpfung fallen alle Substanzen, welche frei von jeglichen chemischen Inhaltsstoffen sind. Dadurch sind sie sowohl für den Menschen als auch für das Tier gut verträglich und ungefährlich in der Anwendung. Obwohl sie zwar keine Toxine enthalten, welche gezielt zum Abtöten von Zecken eingesetzt werden, stellen diese biologischen Mittel dennoch eine wirksame Schutzmaßnahme dar, weil sie die Schädlinge effektiv fernhalten. Denn meistens ist der Geruch des Hausmittels der ausschlaggebende Grund dafür, weshalb die Zecken lieber einen Bogen darum machen und sich so einen anderen Wirt suchen. Jedoch muss man bei der Verwendung natürlicher Zeckenschutzmittel stets im Kopf behalten, dass sie Schädlinge nur abschrecken und fernhalten und somit keinen 100-prozentigen Schutz vor einem Parasitenbefall bieten. Eine weitere Option, um effektiv gegen Zecken vorzugehen, stellt Nupet – der Floh- und Zeckenschild dar. Auch hier enthält das Produkt keine Toxine, weist aber eine hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit auf.

Die 4 effektivsten Hausmittel im Kampf gegen Zecken

Katzen sind als besonders wählerische Tiere bekannt, wenn es zum Thema Nahrung und Gerüche kommt. Daher kann es sein, dass sich nicht jedes Hausmittel gut mit der Samtpfote verträgt. Deswegen ist es stets ratsam, das natürliche Mittel vor der Anwendung auf einer kleinen Hautstelle zu testen oder eine äußerst geringe Menge an die Katze zu verfüttern. So sieht man, ob es zu Problemen, wie Hautirritationen, kommt oder die Samtpfote die Nahrung verweigert. Grundsätzlich können die chemiefreien Substanzen nämlich oberflächlich aufgetragen oder in das Futter, beziehungsweise Trinkwasser, untergemischt werden. Welche 4 Hausmittel gegen Zecken bei Katzen am besten wirken, kann man hier lesen:

Kokosöl

Das wohl gängigste Hausmittel zum Schutz gegen Parasiten ist Kokosöl. Es enthält nämlich Laurinsäure, welche Zecken abschreckt und sie bei Aufnahme sogar töten kann. Allerdings ist es ungefährlich für Katzen. Die Anwendung ist äußerst einfach, da das Öl, welches meist in einer festeren Konsistenz vorgefunden wird, zwischen den Handflächen flüssig wird und so gut in das Fell der Samtpfote eingearbeitet werden kann. Vor allem kaltgepresstes Kokosöl ist sehr reich an Laurinsäure, weshalb man als Besitzer am besten zu dieser Variante greifen sollte.
Zudem weist dieses Hausmittel gleichzeitig weitere positive Effekte auf, wie zum Beispiel:

  1. Parasitenabwehr: Es schützt nicht nur vor jeglichen Zeckenarten, so auch vor der weißen Zecke bei Katzen, sondern ebenso vor anderen Schädlingen, wie Milben oder Flöhe. 
  2. Fellpflege: Außerdem spendet das Öl reichlich Feuchtigkeit, welche sowohl die Haut als auch das Fell geschmeidig und glänzend macht. 
  3. Förderung der Verdauung: Das natürliche Mittel kann zudem die Darmflora positiv beeinflussen und gleichzeitig gegen Würmer schützen.

Gerade in der Zeckenzeit, welche sich von Februar bis März erstreckt, kann eine kleine Messerspitze Kokosöl alle 3 bis 4 Tage an die Katze angewendet werden.

Knoblauch

Sollte man sich als Besitzer für die Verwendung von Knoblauch entscheiden, ist hierbei Vorsicht geboten. Denn in zu großen Mengen kann dieses Lauchgewächs zu Vergiftungen bei der Katze führen. Solange man sich allerdings an die vorgeschriebene Dosierung hält, welche sich nach der Größe und des Körpergewichts der Samtpfote richtet, sollte es allerdings zu keinen Komplikationen kommen.

Hinweis: Da man im Internet viele Mythen und falsche Informationen zu Hausmittel gegen Zecken bei Katzen findet, gerade wenn es zu der empfohlenen Dosierung kommt, ist es ratsam, sich hierfür eine Fachmeinung einzuholen!

Es kann jedoch sein, dass das Haustier die Einnahme verweigert, da Knoblauch einen strengen Geruch als auch Geschmack aufweist. Dies ist auch der Grund, weshalb es gegen Zecken hilft, da der Duft der Ausdünstung, welche die Katze dank der Aufnahme ausstößt, äußerst unangenehm für die Schädlinge ist. Am effektivsten hilft das Hausmittel, wenn es sich um eine frische Knoblauchzehe handelt. Es kann aber ebenso zu einem Pulver oder einem Konzentrat gegriffen werden.

Bierhefe

Der Geschmack von Bierhefe trifft bei Samtpfoten in der Regel auf Gefallen, weshalb die Verabreichung dieses Hausmittels gegen Zecken bei Katzen meist keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Bierhefe ist in Form von Tabletten meistens an den folgenden Orten erhältlich:

  • Beim Tierarzt
  • In einer entsprechenden Apotheke
  • In einem Haustierbedarfsgeschäft

Die Tabletten können entweder direkt an die Samtpfote verfüttert oder vorab zerbröselt unter die Nahrung gemischt werden. Das natürliche Mittel ist deshalb eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme, da es den Geruch des Hautmilieus der Katze verändert, welcher von Menschen kaum wahrgenommen wird, und somit die Parasiten abschreckt. Des Weiteren beinhaltet Bierhefe viel Vitamin-B, was sich förderlich auf das Muskelwachstum, Haut, Fell und Krallen auswirkt.

Apfelessig

Meist findet man Apfelessig bereits zu Hause vor, weshalb dieses Hausmittel unkompliziert und einfach zubereitet und angewendet werden kann. Da in der Regel der Essig zu stark konzentriert ist, sollte man ihn vor dem Auftragen auf das Fell der Katze 1:1 mit Wasser strecken.

Tipp: Eine Sprühflasche kann sich zum Mischen und Auftragen als äußerst hilfreich herausstellen!

Beim Verwenden dieses Hausmittels gegen Zecken bei Katzen sollte man sich vor allem auf diese Bereiche fokussieren:

  1. Hinter den Ohren
  2. Im Nackenbereich
  3. An der Brust
  4. Unter den Achseln

Denn besonders an diesen Stellen ist die Haut sehr dünn, weshalb sich die Parasiten hier bevorzugt festbeißen. 

Von allen anderen empfohlenen Hausmitteln, welche man im Internet findet, sollte man lieber die Finger lassen, da Katzen äußerst sensible und empfindliche Tiere sind.

Welche Hausmittel gegen Zecken bei Katzen man unbedingt meiden sollte

Da man als Haustierbesitzer stets um das Wohlergehen der Samtpfote bemüht ist, recherchieren manche nach verschiedenen wirksamen Wegen, um gegen Parasiten, wie rote Zecken bei Katzen, auf natürliche Art und Weise vorzugehen. Doch leider stößt man dabei nicht zu selten auf falsche Informationen, weshalb man vor Verabreichung eines Hausmittels unbedingt sichergehen muss, dass es zu keinen Risiken für die Gesundheit des Tieres kommen kann. Denn manche Mittel können entweder das Befinden der Samtpfote verschlechtern oder einen negativen Effekt auf die Zecke selbst haben. Dazu zählen unter anderem:

  • Nagellackentferner: Häufig wird empfohlen, den Schädling mit Nagellackentferner zu beträufeln, da er sich daraufhin von der Katze löst. Doch dies muss unbedingt untersagt bleiben, da die ätzenden Wirkstoffe der Flüssigkeit dazu führen, dass sich die Zecke übergeben muss und dadurch sämtliche Krankheitserreger in ihrem Inneren an die Samtpfote überträgt.  
  • Alkohol: Dasselbe gilt für hochprozentigen Alkohol, weshalb man auch hier strengstens die Finger davon lassen sollte. Denn das Risiko einer gefährlichen Krankheitsübertragung ist bei Anwendung dieses Mittels viel zu hoch. 
  • Ätherische Öle: Ebenso gibt es zu beachten, dass sich nicht jedes Hausmittel, welches bei Hunden angewendet werden kann, sich gleichermaßen für Samtpfoten eignet. Denn Katzen besitzen nicht die gleichen Enzyme, weshalb vor allem ätherische Öle nicht abgebaut werden können. So können sie eine giftige Wirkung haben und zu bleibenden Schäden führen. Beispiele dafür sind Teebaum-, Schwarzkümmel- oder Lavendelöl.

Grundsätzlich sollten Hausmittel gegen Zecken bei Katzen nie bei trächtigen Samtpfoten oder Tieren mit vorliegenden Allergien verwendet werden. Denn dabei könnte es zu unerwarteten Nebenerscheinungen oder zu weiteren Allergien kommen.

Vor- und Nachteile natürlicher Hausmittel

Bevor man sich für ein jeweiliges Zeckenschutzmittel entscheidet, sollte man stets sämtliche Vor- und Nachteile von chemischen als auch natürlichen Substanzen abwägen. Um bei der Entscheidung zu helfen, soll die folgende Tabelle dienen:

VorteileNachteile
Schnelle Einsetzbarkeit: Meistens hat man die meisten Hausmittel eventuell bereits schon zu Hause oder kann sie leicht in einem Supermarkt ergattern, weshalb diese Mittel leicht und schnell griffbereit und einsetzbar sind. Katzen sind wählerisch: Bis man ein geeignetes Hausmittel gefunden hat, welches den Vorlieben einer Samtpfote entspricht, kann es manchmal recht schwierig sein.
Keine Nebenwirkungen: Da die Hausmittel frei von jeglichen chemischen Inhaltsstoffen sind, bleiben somit auch Nebenwirkungen, wie Durchfall oder Erbrechen, erspart. Geringerer Schutz: Zudem weisen natürliche Hausmittel nicht die gleiche Schutzwirkung wie chemische Maßnahmen auf, weil die giftigen Stoffe gezielt für das Beseitigen und Abtöten von Zecken dienen. 

Wenn einem Besitzer die Schutzwirkung von natürlichen Hausmitteln zu gering und unverlässlich ist, bietet sich auch Nupet – das Floh- und Zeckenhalsband an. Denn dieses Produkt kann ebenfalls unbedenklich angewendet werden, da es keine Toxine enthält.

Im Endeffekt muss jeder Haustierbesitzer für sich selbst wissen, ob man zu chemischen Schutzmaßnahmen greifen will oder lieber Hausmittel einsetzen möchte. Allerdings empfiehlt es sich, natürliche Mittel zumindest einmal auszuprobieren.

Zusätzliche chemiefreie Vorbeugungsmaßnahmen

Neben der Verwendung von Hausmitteln gegen Zecken bei Katzen darf man als Besitzer nicht auf weitere natürliche Vorbeugungsmaßnahmen gegen einen Parasitenbefall vergessen. Dazu gehören:

  • Fellkontrollen: Besonders Freigänger müssen gerade in der Zeckenzeit regelmäßig auf das Vorhandensein von Zecken untersucht werden. Da die Parasiten in einem frühen Stadium noch recht klein und unauffällig sind, ist es ratsam, eine Lupe mit einer Taschenlampe einzusetzen. 
  • Umgehendes Beseitigen eines Schädlings: Nach Auffinden eines Parasits muss sofort gehandelt und die Zecke bei Katzen entfernt werden. Je schneller dies passiert, desto geringer ist das Risiko einer Infektion beziehungsweise einer Krankheitsübertragung.

Wenn man diese Vorbeugungsmaßnahmen regelmäßig anwendet und zusätzlich Schutzvorkehrungen, wie Hausmittel im Kampf gegen die Parasiten, einsetzt, sollte ein Zeckenbefall in der Regel zu keinen gröberen Problemen führen.

Fazit zu Hausmittel gegen Zecken bei Katzen

Zecken können eine große Gefahr für Haustiere darstellen, da sie in ihrem Inneren Krankheitserreger herbergen, welche über den Biss an die Samtpfote gelangen können. Deshalb darf ein solcher Parasitenbefall auf keinen Fall unterschätzt werden! Um das Risiko einer solchen Infektion zu reduzieren, empfiehlt es sich, Schutzmaßnahmen anzuwenden. Leider stecken in den herkömmlichen Varianten, wie Spot-on-Mittel, viele chemische Substanzen, welche zu gesundheitlichen Nebenwirkungen führen können. Hausmittel stellen daher eine natürliche Alternative dar, um die Samtpfote vor den Parasiten zu bewahren. Sie sind frei von giftigen Inhaltsstoffen und somit gut verträglich und ungefährlich in der Anwendung. Allerdings muss man sich dabei unbedingt an die vorgeschriebene Dosierung halten. Ebenso ist es sinnvoll, das jeweilige Hausmittel gegen Zecken bei Katzen vorab zu testen, da Samtpfoten äußerst empfindliche Tiere sind und es manchmal zu einer Futterverweigerung oder Hautirritationen kommen kann.

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