Weiße Zecke bei Katze: Wie gefährlich ist sie und wie kann man sich davor schützen?

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 26. August 2022 | Lesezeit: 22 min
Weiße Zecke bei Katze in der Natur auf einem grünen Blatt

Die weiße Zecke zählt zu der zweithäufigsten Zeckenart in Deutschland, weshalb es sehr wahrscheinlich ist, dass eine Katze während ihres Lebens einmal davon betroffen ist. Zudem wird dieser blutsaugende Parasit auch Igelzecke genannt, was davon kommen kann, dass sie, genau wie ihr Namensverwandter, sich eher im Untergrund aufhält und lebt. Von dort aus kann der Schädling vor allem raubende Tiere befallen, so auch Samtpfoten. Was die weiße Zecke bei Katzen auszeichnet, wie gefährlich ein Biss ist und wie man bei einem Befall als Besitzer vorgehen sollte, kann man in diesem Artikel nachlesen.

In welchen Gebieten können Katzen von weißen Zecken befallen werden?

Wie so viele Parasiten haben auch weiße Zecken ihre bevorzugten Lebensbereiche. Da sich die Schädlinge bei warmen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit am wohlsten fühlen, sind sie zum einen im Frühjahr und Herbst am aktivsten und kommen zum anderen dadurch vermehrt in Unterschlüpfen, welche sich in Parks, Wäldern und Gärten befinden, vor.

Hinweis: Allerdings muss man mit dem Auffinden der Schädlinge das ganze Jahr rechnen, da die Eier und Larven äußerst widerstandsfähig und robust sind und beheizte Wohnräume für eingeschleppte weiße Zecken ein Paradies darstellen.

Da diese bevorzugten Gebiete häufig zu beliebten Anlaufstellen von Freigänger-Katzen gehören, gilt hier besondere Vorsicht. Deshalb sollte man als Besitzer die geliebte Samtpfote, gerade in den risikoreichen Monaten, regelmäßig auf solche Parasiten absuchen. Eine weiße Zecke bei Katzen beißt sich in der Regel an dünnen Hautstellen fest, verankert sich dort mit ihren Widerhaken und ernährt sich vom Blut ihres Wirtes. Speziell die folgenden Körperstellen sollten daher besonders gut im Auge behalten werden:

  • Kinn
  • Ohrenbereich
  • Augen
  • Nacken
  • Brust

Hier bietet sich vor allem die Verwendung von Zeckenhalsbändern an, da Katzen auf ihren Streifzügen und Beutejagden genau in der Körperregion rund um den Hals leicht von Igelzecken befallen werden können. Mit Nupet, dem Floh- und Zeckenhalsband, wird der Samtpfote mehr Schutz gegen die hartnäckigen Schädlinge geboten. Es ist frei von sämtlichen Neurotoxinen als auch von Giften und weist dennoch eine sehr hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit auf.

Sollte man sich als Besitzer für ein Zeckenhalsband für Katzen entscheiden, ist es äußerst wichtig, dass dieses so schlicht wie möglich ist, damit sich Freigänger nicht leicht in anderen Gegenständen verfangen und verletzen können.

Wodurch unterscheidet sich die Igelzecke von anderen Zecken?

Die größte Auffälligkeit, wodurch sich eine weiße Zecke bei Katzen von anderen unterscheidet, ist die Körperfärbung. Zu Beginn sind die Parasiten in etwa 1 bis 2 Millimeter groß, weshalb sie so kaum ersichtlich sind. Der Schädling gehört zu den Schildzecken und kann aufgrund ihrer stark ausgeprägten Beinpaare leicht ihre Wirte befallen. Nach erstem Kontakt mit Blut werden die Zecken immer größer, da sich der Darm immer mehr ausdehnt. In diesem Zustand können sie eine Größe von bis zu 4 Millimeter erlangen und fallen einem Haustierbesitzer oftmals als Knubbel im Fell einer Samtpfote auf. Hier wird die helle bis weiße Färbung des Schädlings ersichtlich. Für gewöhnlich sind die Parasiten bräunlich und es gibt sogar rote Zecken bei Katzen. Jedoch weist die Igelzecke einen anderen Saugstatus auf, weshalb sie eine abweichende Farbe annimmt.
Was allerdings gleich bleibt, sind die verschiedenen Schutzmaßnahmen, welche man zur Sicherheit der Katze treffen kann. Dazu gehören unter anderem:

  1. Zeckenshampoo: Auch wenn die meisten Samtpfoten sehr wasserscheu sind, ist vor allem im Achsel-, Nacken-, Rutenansatz- und Brustbereich die Anwendung von einem Zeckenshampoo sehr nützlich. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass eine Katze nach reichlichem Einschäumen erst wieder ins Freie gelassen werden sollte, sobald das Fell ganz trocken ist.
  2. Zeckenspray: Diese Option zeichnet sich durch die einfache Handhabung aus. Mit einem Mindestabstand von 5 Zentimetern, sollte das Mittel auf das Fell aufgesprüht werden. Augen und Atemwegsbereiche der Samtpfote müssen dabei ausgelassen werden.
  3. Spot-On-Mittel: Hier wird im Gegenzug die Flüssigkeit nur gezielt auf die Nackenhaut angewendet. Am besten streicht man daher vor der Anwendung das Fell beiseite und hält die Katze ruhig fest. 
  4. Zeckenhalsband: Da die Wirkung bis zu 6 Monate betragen kann, muss man sich als Besitzer hier nicht so häufig Gedanken über die Auffrischung des Zeckenschutzes machen.

Ist man sich als Besitzer unsicher, welches das bestgeeignetste Zeckenschutzmittel für die Samtpfote ist, kann man, solche Fragen betreffend, jederzeit die Meinung eines Tierarztes einholen. Normalerweise sind sämtliche Schutzvorkehrungen in der Regel sogar in einer Praxis, einer Haustierapotheke oder in einer Tierbedarfshandlung erwerblich. Allerdings sind in den gängigen Schutzvorkehrungen giftige Toxine enthalten, weshalb einigen Besitzern nicht ganz wohl bei der Anwendung ist. Als eine natürliche und ungefährliche Alternative bieten sich daher auch Hausmittel gegen Zecken bei Katzen an, welche frei von jeglichen chemischen Substanzen sind.

Wie gefährlich kann eine weiße Zecke bei Katzen sein?

Sowie bei allen anderen Zecken lauert auch bei der Igelzecke die eigentliche Gefahr in ihrem Inneren. Denn dort kann ein Parasit verschiedene Erreger enthalten, welche bei einem Befall über den Biss an die Katze weitergegeben werden können. Dadurch kann es im schlimmsten Fall zum Ausbruch einer Krankheit kommen, welche für viele Samtpfoten in einer kritischen Situation enden kann.

Hinweis: Je länger eine weiße Zecke bei Katzen im Fell unentdeckt bleibt, desto höher ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern.

Die folgende Tabelle schafft einen Überblick über Erreger und deren resultierenden Krankheiten, welche häufig aufgrund eines Zeckenbisses ausgelöst werden können:

ErregerKrankheit und Symptome
AnaplasmenFeline granulozytäre Anaplasmose: Fieber, Gelenkschmerzen, helle Schleimhäute, Gewichtsreduktion, Lahmheit
BorrelienxBorreliose: Appetitlosigkeit, Fieber, Gelenkentzündungen und erhöhter Schmerz, akute Lähmungen
Hämotrophe MykoplasmenFeline infektiöse Anämie: Nahrungsverweigerung, Fieber, Schwäche, helle Schleimhäute, Blutarmut
CoxiellenQ-Fieber: Verhaltensänderungen, Fieber, LethargieMeldepflichtig in Deutschland!

Um die Samtpfote daher so gut es geht vor solchen gesundheitlichen Gefahren zu schützen, bietet sich ebenso die Verwendung von Nupet, dem Floh- und Zeckenschild, an. Dieses wird als Spot-On-Mittel in den Nacken der Katze geträufelt und schützt die Samtpfote wirkungsvoll und schonend 30 Tage lang.

Ebenso darf man nicht vergessen, dass genauso Menschen von Zecken befallen werden können. Hier wird zu einer Impfung geraten, da die Krankheitserreger speziell für Kinder, Schwangere als auch für ältere und gesundheitlich geschwächte Leute gefährlich sind.

Was muss man bei einem Befall einer Igelzecke beachten?

Meist fällt eine weiße Zecke bei Katzen als Knubbel beim Streicheln oder bei einer gezielten Zeckenkontrolle auf. Nachdem ein solcher Parasit ausfindig gemacht wurde, muss dieser schnellstmöglich beseitigt werden. Hierbei kann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung helfen, wie man Zecken bei Katzen entfernt:

  1. Den Zeckenbiss freilegen und das Fell beiseiteschieben
  2. Den Parast so nah wie möglich mit einem geeigneten Hilfsmittel am Ansatz anpacken und mit leichtem Druck nach oben ziehen
  3. Nach erfolgreicher Entfernung muss die Igelzecke noch fachgerecht entsorgt werden

Mit etwas Übung bekommt man meist ein Feingefühl im Umgang mit dem jeweiligen Hilfsmittel für die Beseitigung von weißen Zecken bei Katzen. Zur Auswahl stehen hierbei Zeckenzangen, -schlingen, -karten oder in der Not Daumen und Zeigefinger. Außerdem ist es wichtig, die Bissstelle nach Entfernung gut zu beobachten, da sich diese manchmal entzünden kann. Sollte bei der Beseitigung der Igelzecke der Kopf abgerissen sein, wird das verbleibende Körperteil normalerweise selbst vom Katzenkörper abgestoßen. Ebenso sollte noch ein paar Tage lang, nachdem ein Zeckenbefall festgestellt wurde, das Verhalten und mögliche Beschwerden der Samtpfote beobachtet werden, falls es zu einer Erregerübertragung gekommen sein sollte. Bei jeglichen Anzeichen oder Auffälligkeiten sollte man als Besitzer auf keinen Fall zögern einen Experten aufzusuchen!

Fazit zu weißen Zecken bei Katzen

Das Vorkommen von Ektoparasiten bei Samtpfoten ist keine Seltenheit, so auch nicht die weiße Zecke bei Katzen. Besonders Freigänger sind häufiger davon betroffen, da sie sich gerne in den bevorzugten Lebensräumen von Igelzecken, wie Parks, Gärten und Wäldern aufhalten. Deshalb sollte man gerade im Frühjahr und im Herbst die Samtpfote regelmäßig auf solche Schädlinge kontrollieren. Nachdem Zecken bereits Blut von ihren Wirten gesaugt haben, können sie als Knubbel auffallen und zeichnen sich durch ihre helle bis weiße Farbe aus. Da die Parasiten über den Biss Krankheitserreger übertragen können, muss dieser nach Auffinden sofort beseitigt werden. Die Gefahr von weißen Zecken bei Katzen darf nicht unterschätzt werden, weshalb es sehr empfehlenswert ist, Schutzmaßnahmen gegen einen Zeckenbefall zu verwenden.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.