Zecke entfernen Katze – 3 Tipps für eine richtige Entfernung

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 13. Juli 2022 | Lesezeit: 30 min
Zecke bei Katze entfernen von Natur auf grünem Blatt

Speziell im Frühjahr und Herbst kann es sein, dass eine Katze von einer Zecke im Fell befallen wird. Die Schädlinge beißen sich mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen in der Haut fest und ernähren sich dabei vom Blut ihres Wirts. Vor allem Freigänger sind häufiger von diesen Parasiten betroffen als Hauskatzen. Sollte man daher als Besitzer einen Befall feststellen, muss umgehend die Zecke bei der Katze entfernt werden. Wie man dabei am besten vorgeht, welche Tipps es bei der Beseitigung der Schädlinge gibt und welche Vorbeugungsmaßnahmen man als Besitzer treffen kann, erfährt man im Folgenden. 

Zecken bei Katzen erkennen

Zecken sind sehr hartnäckige Parasiten und außerdem sehr widerstandsfähig, da sie selbst in den kalten Monaten überleben können. So muss man also das ganze Jahr über mit den Schädlingen rechen. Deshalb empfiehlt es sich besonders für Freigänger ein Zeckenmittel für Katzen anzuwenden. Da sich die Schädlinge aber gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen am wohlsten fühlen und somit dann am aktivsten sind, ist es im Frühjahr und Herbst wichtig, die Katze regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren. Zwar sind die Parasiten anfangs, aufgrund ihrer Größe, noch schwer zu erkennen, aber nach erster Kontaktaufnahme mit Blut sind sie häufig gut als Knubbel festzustellen. Dabei können sie eine bräunliche bis helle Farbe annehmen und sogar, dank ihres dehnbaren Darms, bis zu 4 Millimeter groß werden.

Die richtige Vorgehensweise um Zecken bei Katzen zu entfernen

Natürlich ist die Furcht, beim Entfernen von Zecken bei Katzen, etwas Falsch zu machen am Anfang ganz normal. Doch mit den richtigen Utensilien, viel Ruhe und Feingefühl lassen sich die Parasiten recht einfach beseitigen. Als Hilfestellung soll die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung dienen:

  1. Samtpfote gut festhalten: Die Tiere sind es normalerweise nicht gewohnt, still zu halten, was allerdings für eine Zeckenentfernung absolut notwendig ist, um keine ruckartigen Bewegungen auszuführen und den Parasiten dadurch abzureißen. Alternativ kann man sich auch zusätzliche Hilfe holen, welche die Katze in eine angenehme Position bringt. Bewahre außerdem Ruhe und werde nicht hektisch, da sich dieses Verhalten auf eine Samtpfote übertragen kann und sich somit die Entfernung erschweren könnte. 
  2. Zecke freilegen: Um besser an den Schädling zu gelangen ist es hilfreich, das umliegende Fell beiseite zu streichen und auch die Haut mit den Fingern etwas nach außen zu ziehen. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist ebenso eine Taschenlampe von Vorteil.
  3. Das jeweilige Hilfsmittel ansetzen: Je nachdem für welches Utensil man sich für die Entfernung von Zecken bei Katzen entschieden hat, wird dieses nun an der Bissstelle, also oberhalb des Körpers, angesetzt. Danach wird langsam ein Zug nach oben ausgeübt. Meist lösen sich die Zecken dabei schon von allein. Sollte dies nicht so sein, so kann etwas stärker an dem Parasiten gezogen werden.

Möchte man als Besitzer dem Schädling nicht zu nahe kommen oder traut sich nicht zu Zecken bei Katzen zu entfernen, so kann man natürlich auch einen Tierarzt aufsuchen. Damit es erst gar nicht erst zu einem Parasitenbefall kommt, empfiehlt es sich, zudem Schutzvorkehrungen, wie Spot-On-Mittel oder Sprays, zu verwenden. Möchte man jedoch lieber zu Maßnahmen ohne chemische Inhaltsstoffe greifen, so bieten sich Hausmittel gegen Zecken bei Katzen als eine schonende aber dennoch wirksame Alternative an.

3 Tipps, um Zecken bei Katzen erfolgreich zu entfernen

Trotz Übung oder zusätzlicher Hilfe kann es manchmal vorkommen, dass sich die Katze entweder ruckartig bewegt oder die Zecke nicht richtig mit dem Hilfsmittel gegriffen wurde. Dadurch kann der Körper vom Kopf des Parasiten abgetrennt werden und somit bleibt der Vorderteil des Schädlings in der Haut der Samtpfote stecken. Allerdings wird dieses zumeist vom Körper der Katze binnen der nächsten Tage von selbst ausgestoßen, weshalb dies normalerweise nicht weiter dramatisch ist. 

Tipp: Behalte die Stelle, an der der Kopf der Zecke noch in der Haut verankert ist, gut im Auge, da es manchmal dennoch zu Infektionen oder Entzündungen kommen kann. 

Damit es daher gar nicht erst so weit kommt und die Übertragung von Krankheitserregern während der Beseitigung des Schädlings vermieden wird, helfen die folgenden 3 Tipps, um Zecken bei Katzen richtig zu entfernen:

  • So nah wie möglich am Hautansatz anpacken: Ganz egal, welches Werkzeug man für die Beseitigung der Schädlinge verwendet, sollte dieses so nah wie möglich an der Einbissstelle angesetzt werden. Dadurch wird das Risiko, dass der Körper vom Kopf der Zecke abgetrennt wird, reduziert.   
  • Drehen und Ziehen: Sollte sich der Parasit nach vorsichtigem Ziehen nicht lösen, ist es oftmals besser zusätzlich eine leichte Drehbewegung auszuüben. Somit lockern sich nämlich die verankerten Widerhaken, wodurch sich die Zecke einfacher herausziehen lässt. 
  • Zecke nicht zerquetschen: Die Gefahr bei einem Zeckenbiss befindet sich im Inneren des Körpers des Schädlings, da sich dort die Krankheitserreger, wie FSME-Viren, befinden. Daher darf der Parasit bei der Entfernung nicht zerquetscht oder gedrückt werden, da sich die Zecke als Reaktion darauf übergeben kann und somit ihren Inhalt über den Biss an die Katze übertragen kann.

Sollte man sich an die zuvor beschriebenen Schritte als auch an die 3 Tipps halten, sollte einer erfolgreichen Zeckenentfernung bei Katzen nichts im Wege stehen.

Welche Hilfsmittel sind zum Entfernen von Zecken bei Katzen hilfreich?

Als Hilfe, um Zecken bei Katzen zu entfernen, können einige verschiedene Werkzeuge dienen. Die Tabelle verschafft einen Überblick über die möglichen Hilfsmittel

HilfsmittelAnwendung
ZeckenzangeSie ist ein sehr beliebtes Utensil, welches aufgrund der Größe und der einfachen Handhabung die Entfernung sehr kontrolliert vonstatten gehen lässt. 
ZeckenkarteÄhnlich wie eine Scheckkarte wird die Zecke in den vorhandenen Schlitz eingeführt und somit entfernt.
ZeckenschlingeAn einem Ende befindet sich eine Schlinge, welche um die Zecke gelegt und durch Knopfdruck zugezogen wird
Alternativ mit den FingernWenn es manchmal schnell gehen muss und kein geeignetes Hilfsmittel zur Verfügung steht, kann man eine Zecke auch mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig entfernen. 

Da Zecken auch Menschen befallen und für sie eine Gefahr darstellen können, sollte man daher jeglichen nahen Kontakt mit den Parasiten so gut es geht vermeiden. Daher empfiehlt es sich zu Hause, als auch auf Reisen, mit einem Hilfsmittel zur Zeckenentfernung bei Katzen auszustatten. Denn auch wenn die Schädlinge in den verschiedenen Gegenden unterschiedlich aussehen können, da es beispielsweise ebenso weiße Zecken bei Katzen gibt, bleibt das Risiko einer Krankheitsübertragung dasselbe. Die Utensilien sind entweder in Haustierbedarfsgeschäften, Apotheken oder bei einem Tierarzt erhältlich. 

Die anfälligsten Stellen für Zeckenbisse

Trotz der stark ausgeprägten Mundwerkzeuge, bevorzugen Zecken dünne Hautstellen bei ihren Wirten, um sich so besser festbeißen zu können. Dazu zählen bei Katzen vor allem die folgenden Bereiche

  • Oberkopf
  • Kinn
  • Hinter den Ohren
  • Nacken
  • Achseln

Gerade in der Achsel- oder Kinngegend, sind Zecken nicht immer gleich ersichtlich, wobei zum Beispiel rote Zecken bei Katzen leichter zu erkennen sind. Deshalb ist es oftmals der Fall, dass sich die Schädlinge erst dann wieder lösen, sobald sie mit Blut vollgesaugt sind. Ein Indiz dafür ist es, wenn man zu Hause einen runden Parasiten über den Boden krabbeln sieht. Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt sich, besonders für diese anfälligen Bereiche, ein Zeckenhalsband. Diese sind leicht erhältlich und man kann sie in verschiedenen Größen und Farben erwerben. So auch Nupet – das Zeckenhalsband für Katzen:

Hinweis: Zeckenhalsbänder sind eine bequeme Lösung, um die Samtpfoten vor den Schädlingen zu schützen. Allerdings sollte man bei Freigängern lieber zu einer anderen Präventionsmaßnahme greifen, da sie im Freien oftmals mit dem Halsband hängen bleiben und sich so auch verletzen können. 

Die richtige Entsorgung von Zecken nach Entfernung

Genauso wichtig wie eine Zecke bei Katzen erfolgreich zu entfernen, ist ebenso eine fachgerechte Entsorgung danach. Die Parasiten sind sehr robust und lassen sich durch eine Klospülung oder die Beseitigung in den Hausmüll nicht so einfach loswerden. Doch mit den folgenden 3 Möglichkeiten, lassen sich die Schädlinge effektiv beseitigen

Die Zecke zerquetschen 

Die Parasiten können nach Entfernung erneut Mensch oder Tier befallen, weshalb sie nicht lebend entsorgt werden sollten. Denn Zecken ertrinken nicht so leicht und können aus Abfalleimern wieder den Weg zu einem Wirt zurückfinden. Deshalb ist es ratsam, die entfernten Zecken bei Katzen zu zerquetschen. Statt mit bloßen Händen wird hier am besten zu einem Stein oder Schuh gegriffen, da sich im Inneren des Schädlings die Krankheitserreger befinden, welche nicht direkt in Kontakt mit der Haut kommen sollten. 

Tipp: Als Besitzer sollte man sich nach jeglichen Berührungspunkten mit Zecken gründlich die Hände und entsprechenden Stellen reinigen. 

Ebenso sollte das Zerquetschen im Freien oder auf einer Unterlage, welche im Anschluss entsorgt werden kann, durchgeführt werden, damit auch keine gefährlichen Rückstände auf Wohnungsflächen zurückbleiben. 

Mit Alkohol oder heißem Wasser abtöten

Eine weitere Variante, um Zecken erfolgreich loszuwerden, ist sie in hochprozentigen Alkohol oder in kochend heißes Wasser einzulegen. Danach kann man nach ein paar Minuten den Parasiten entweder im Klo runterspülen oder im Müll entsorgen. 

Zecken bei Katzen entfernen und alternativ entsorgen

Wenn man als Besitzer lieber zu einer etwas harmloseren Alternative greifen möchte, kann man den Schädling auch in ein Papiertuch einwickeln und dieses gut mit Klebeband verschließen. So kann die Zecke nicht mehr entkommen und im Papierkorb beseitigt werden.

Wann sollte nach der Entfernung von Zecken bei Katzen ein Tierarzt involviert werden?

Wenn eine Zecke in einem frühen Stadium entdeckt und entfernt wird, kommt es im Normalfall zu keinen weiteren gesundheitlichen Folgen für die Samtpfote. Um nach der Entfernung Entzündungen und Infektionen vorzubeugen, sollte die Einbissstelle mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden. Grundsätzlich sollte eine Katze nach einem solchen Parasitenbefall gut im Auge behalten werden, da bei den folgenden Anzeichen ein Tierarzt eingeschalten werden muss:

  1. Verhaltensänderungen, wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Schlappheit
  2. Auftretenden Entzündungen und Infektionen rund um den Zeckenbiss
  3. Hinzukommenden gesundheitlichen Beschwerden, wie beispielsweise Fieber

Vor allem Veränderungen bezogen auf das Verhalten oder den Gesundheitszustand können Hinweise für eine Krankheitsübertragung aufgrund des Parasitenbefalls sein. Hier darf keine Zeit verloren werden, um eine genaue Diagnose als auch, wenn nötig, eine Behandlung einzuleiten. Hier kann es sich schnell zu einer kritischen Situation entwickeln, weshalb viele Ärzte zu einem Zeckenschutz raten. Dazu zählen unter anderem Zeckenhalsbänder, -shampoos oder Spot-On-Mittel, wie Nupet das “Floh- und Zeckenschild” für Katzen. Dieses weist eine hohe Verträglichkeit als auch Wirksamkeit, ohne vorhandene Gifte und Neurotoxine, auf. 

Fazit

Gerade Freigänger sind häufiger von Zecken betroffen als Hauskatzen, weshalb man, speziell im Frühjahr und im Herbst, regelmäßig die Samtpfote auf Vorhandensein der Parasiten kontrollieren sollte. Denn trotz Verwendung von Schutzmaßnahmen, ist keine Katze vor den Schädlingen sicher, welche über die Bissstelle Blut saugen und im schlimmsten Fall sogar Krankheiten übertragen können. Besonders der Nacken-, Kinn- und Kopfbereich ist aufgrund der dünnen Haut sehr anfällig. Um dies verhindern zu können, ist es notwendig richtig und schnell Zecken bei Katzen zu entfernen, was mithilfe der 3 angeführten Tipps machbar sein sollte. Ebenso hilft auch die Verwendung eines geeigneten Hilfsmittels. Danach ist auch noch eine fachgerechte Entsorgung notwendig, damit ein erneuter Parasitenbefall ausgeschlossen wird. In manchen Fällen kann es bereits während oder nach dem Zeckenbefall zu Verhaltensänderungen oder gesundheitlichen Beschwerden kommen, bei denen sofort ein Tierarzt aufgesucht werden muss, da es sich dabei um eine übertragene Krankheit handeln kann.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.