Die 6 wirkungsvollsten Hausmittel gegen Zecken beim Hund

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 30. September 2022 | Lesezeit: 27 min
Hund bekommt über die Hand ein Hausmittel gegen Zecken verabreicht

Hunde sind neugierig und entdeckungsfreudig, weshalb sie sich gerne in Wäldern, Parks oder Wiesen aufhalten. Hier gibt es zum einen viele Gerüche zu erkunden und zum anderen neue Artgenossen kennenzulernen. Doch ebenso lauert dort, besonders in den Sommermonaten, die Gefahr, dass sich der Vierbeiner eine Zecke einfängt. Hier ist Vorsicht geboten, denn ein Zeckenbiss darf unter keinen Umständen unterschätzt werden, da es im schlimmsten Fall zu einer gefährlichen Krankheitsübertragung kommen kann. Nach Auffinden eines solchen Schädlings muss dieser umgehend entfernt werden und zusätzlich sollte man den Hund mit einem Zeckenmittel schützen. Da jedoch immer mehr Haustierbesitzer chemische Schutzvorkehrungen meiden möchten, bieten sich natürliche Substanzen als Alternative an. In diesem Artikel erfährt man daher alles über die 6 besten Hausmittel gegen Zecken beim Hund.

Vorteile von natürlichen Hausmitteln

Üblicherweise wurde für Schutzvorkehrungen gegen Zecken bei Vierbeiner bisher zu Spot-On-Mittel, Sprays oder Halsbändern gegriffen. Leider enthalten all diese Maßnahmen giftige Toxine, welche gezielt zum Abtöten der Parasiten dienen. Natürlich können diese Schadstoffe auch einen Hund belasten und zu den folgenden Nebenwirkungen führen:

SubstanzAuslösende Symptome
FipronilGereizte Augen und Haut
PermethrinJuckreiz bis hin zu Fellverlust
DimpylatÜbelkeit und Erbrechen
PropoxurErbrechen und Durchfall

Da man mittlerweile das ganze Jahr über mit Zecken rechnen muss und man deshalb den Vierbeiner am besten dauerhaft schützen sollte, können chemische Maßnahmen über die Zeit hinweg gesundheitlich belastend werden. Als eine schonende Alternative bieten sich jedoch natürliche Hausmittel an, welche auch beispielsweise gegen weiße Zecken beim Hund effektiv sind.

Hinweis: Die Wirksamkeit ist allerdings davon abhängig, wie lange ein Zeckenbefall beim Hund bereits vorliegt. Denn in einem weiter fortgeschrittenen Stadium helfen natürliche Substanzen nur noch begrenzt.

Der größte Vorteil bei der Verwendung von natürlichen Hausmitteln gegen Zecken beim Hund ist, dass es sich dabei nicht um eine Chemiekeule handelt und somit die Nebenwirkungen ausbleiben. Des Weiteren besteht die Chance, dass man manche dieser Substanzen bereits zu Hause hat und somit jederzeit einsetzbar sind. Dennoch können manche Vierbeiner sensibel auf die Gerüche der Hausmittel reagieren oder weitere Probleme, wie beispielsweise eine allergische Reaktion, aufweisen. Deshalb sollte man vor Anwendung eines Hausmittels, das Produkt vorab auf einer kleinen Hautstelle des Tieres testen.

Die 6 besten Hausmittel gegen Zecken beim Hund

Bevor Hausmittel gegen Zecken beim Hund überhaupt eingesetzt werden, machen sich die meisten Besitzer im Internet darüber schlau. Hier muss man allerdings sehr gut aufpassen, weil nicht immer alles stimmt, was man online liest. So können manche natürliche Substanzen sogar einen negativen Effekt haben, indem sie die Zecke so stark reizen, dass sie im Anschluss mit der Ausschüttung der gefährlichen Krankheitserreger im Inneren reagiert. Damit dies vermieden wird, sind hier die 6 besten und sichersten Hausmittel aufgelistet:

#1 Kokosöl

Ein echter Allround-Klassiker stellt Kokosöl dar, denn es kann nicht nur zum Kochen, als Körperöl, sondern auch als Parasitenschutz gegen Mücken oder Zecken verwendet werden. Denn dank des hohen Anteils an Laurinsäure wirkt es nämlich abschreckend gegen solche Schädlinge. In der Regel findet man das Hausmittel in einer festen Form vor, welches aber aufgrund der Wärme und Reibung zwischen den Handflächen flüssig wird. So lässt sich das Öl sehr leicht im Fell des Hundes verteilen. Besonders sollen dabei die Bereiche hinter den Ohren, an der Brust und im Nacken eingerieben werden.

Hinweis: Zusätzlich wirkt Kokosöl als eine echte Fellpflege, da es geschmeidiger und glänzender wird. So kann es in kleinen Mengen auch in die tägliche Fütterung untergemischt werden.

Aber auch bei natürlichen Hausmitteln gilt, nie zu viel davon zu verwenden. Zum Beispiel kann sich die Haut an die hohe Feuchtigkeitsversorgung gewöhnen und nach Absetzen sehr trocken werden.
Ebenso sollte man beim Kauf von Kokosöl darauf achten, dass es sich dabei um ein kaltgepresstes handelt, da dieses am meisten Laurinsäure enthält.

#2 Ätherische Öle

Beim Einsatz von ätherischen Ölen ist Vorsicht geboten, da man hierbei die größten Mythen im Internet lesen kann. Denn Fakt ist, dass sich nicht alle solche Öle als Zeckenschutz eignen und manchmal sogar giftig und schädlich für das Tier sein können. Wenn man sich dennoch für ein ätherisches Öl als Hausmittel gegen Zecken beim Hund entscheidet, sollte es eines mit den folgenden Inhaltsstoffen sein:

  1. Wacholder
  2. Oregano
  3. Thymian
  4. Rosenholz

Zudem ist es ratsam, nur ätherische Öle zu kaufen, die von einer biologischen Herstellung stammen. Speziell bei diesen natürlichen Mitteln ist es wichtig zu testen, wie der Vierbeiner auf den Geruch anspricht und sich die Haut sich mit dem Produkt verträgt.
Bei trächtigen Hündinnen oder Vierbeiner mit einer Lebererkrankung dürfen ätherische Öle auf keinen Fall angewendet werden, da es in weiterer Folge zu einer Allergie kommen kann. Oftmals kann es helfen, vorab die Anwendung eines natürlichen Mittels mit einem Tierarzt abzusprechen.

#3 Schwarzkümmelöl

Dieses Hausmittel ist gerade deshalb so effektiv, da die enthaltene Linolsäure normalerweise von den Parasiten gemieden wird. Es wird aus den Samen des Schwarzkümmels gewonnen und ist wirksam gegen sämtliche Zeckenarten, so auch gegen die rote Zecke beim Hund. Schwarzkümmelöl ist normalerweise recht stark konzentriert, weshalb es vor Verabreichung an das Tier mit Wasser verdünnt und gestreckt werden sollte. Auf diese Weise kann es unbedenklich über die Nahrung an den Vierbeiner verfüttert werden oder man kann es auch direkt in den Trinknapf geben. Die Menge des Öls sollte grob mit 1 Milligramm Schwarzkümmelöl auf 1 Kilogramm des Körpergewichtes berechnet werden.
Des Weiteren kann dieses Hausmittel zudem bei Wundheilungen, Entzündungen oder einem geschwächten Immunsystem hilfreich sein.

#4 Bernstein

Damit Bernstein gegen Zecken wirkt, muss es sich um einen echten, unbearbeiteten Rohbernstein handeln. Dieser wird in Form eines Halsbandes am Hund angewandt. Daher sollte man es auch nur bei Vierbeinern benutzen, die es entweder bereits gewohnt sind, ständig ein Halsband zu tragen oder zumindest keine Probleme damit aufweisen. Denn häufig fühlen sich Tiere damit unwohl, wodurch sie versuchen, den Gegenstand am Hals loszuwerden. Dabei können sie sich allerdings selbst verletzen oder strangulieren.

Achtung: Das Halsband darf außerdem weder zu locker noch zu fest anliegen, da andernfalls, vor allem auf Spaziergängen oder beim Toben mit Artgenossen, ein hohes Verletzungsrisiko besteht.

Die nützliche Wirkung von Bernstein, im Kampf gegen die Zecken bei Hunden, wird aufgrund dieser zwei Faktoren hervorgerufen:

  • Der Geruch: Viele Parasiten werden davon abgeschreckt, weshalb der Hund gar nicht erst als Wirt ausgesucht wird. 
  • Die elektrostatische Ladung: Aufgrund der Reibung der Kette mit dem Fell des Vierbeiners kommt es zu einer elektrostatischen Ladung, welche von den Schädlingen wahrgenommen und in Folge ebenfalls gemieden wird.

Dennoch ist der Schutz von Bernsteinketten gerade bei großen Hunden nicht immer sehr effektiv, weshalb diese Maßnahme besser bei kleinen Vierbeiner wirkt.

#5 Knoblauch

Bei der Verabreichung von Knoblauch an den Hund muss gut aufgepasst werden, da sämtliche Lauchgewächse in einer zu hohen Dosis giftig für das Tier sein können. Doch in einer geringeren Menge, welche sich stets an das Körpergewicht des Vierbeiners richten muss, sollte es zu keinen gesundheitlichen Problemen führen, sondern stattdessen vor einem Parasitenbefall schützen. Denn wieder mal machen die Schädlinge lieber einen Bogen um den Knoblauchgeruch. Die Wirksamkeit dieses Hausmittels gegen Zecken beim Hund ist jedoch davon abhängig, wie er auf die Einnahme reagiert. Am effektivsten ist es, frischen Knoblauch zu verwenden, wobei man auch zu Pulver oder einem Granulat greifen kann.

#6 Bierhefe

Der hohe Anteil an Vitamin-B ist ausschlaggebend, weshalb dieses Hausmittel als ein natürliches Zeckenschutzmittel eingesetzt wird. Die Parasiten gehen bei diesem Geruch auf Distanz, wobei auch manche Hunde diesen nicht mögen, weshalb Bierhefe vorab wieder in einer kleinen Menge getestet werden sollte. Eine zu hohe Dosierung kann bei den Vierbeinern auch zu Magen-Darm-Problemen führen, weshalb eine Verabreichung in kleinen Mengen wichtig ist. Ebenso ist es ratsam, die Bierhefe schrittweise in die Nahrung zu integrieren, damit sich der Hundekörper erstmal daran gewöhnen kann. Das Hausmittel kann außerdem in Form von Tabletten oder Pulver verabreicht werden.

Sollte man bei der Recherche für natürliche Zeckenschutzmittel auf weitere Hausmittel stoßen, ist es empfehlenswert, die Meinung eines Tierarztes einzuholen. Ebenso muss stets die richtige Dosierungsmenge eingehalten werden, um sicherzustellen, dass es zu keinen gesundheitlichen Beschwerden kommt. Auch wenn der Schutz von Hund zu Hund zwar verschieden effektiv sein kann, ist es zumindest einen Versuch wert Hausmittel anzuwenden und den Vierbeiner somit vor giftigen, chemischen Substanzen zu bewahren. Zusätzlich stellt Nupet – der Floh- und Zeckenschild, eine weitere Möglichkeit dar, um den Hund vor diesen Parasiten zu schützen, da in diesem Produkt keine giftigen Toxine enthalten sind und es schonend in der Anwendung ist.

Weitere natürliche Vorbeugungsmaßnahmen

Zudem gibt es für einen Hundebesitzer weitere Optionen, wie man einen Zeckenbefall auf natürliche Weise vorbeugen kann. Dazu zählen unter anderem:

  1. Bestimmte Gassirunden vermeiden: Speziell in den wärmeren Monaten werden Zecken besonders aktiv. Da zu ihren bevorzugten Jagdgebieten hohe Wiesen und Unterschlüpfe im Unterholz gehören, sollte man, wenn möglich, gerade von März bis September Spaziergänge in solchen Gebieten meiden. 
  2. Regelmäßiges Absuchen: Während der Zeckenzeit sollte man den Vierbeiner in regelmäßigen Abständen nach Parasiten absuchen, um eine Befall frühzeitig erkennen und handeln zu können. Sollte einer festgestellt werden, muss umgehend gehandelt und die Zecke beim Hund entfernt werden. Dafür können bestimmte Werkzeuge, wie beispielsweise eine Zeckenzange, sehr nützlich sein.

Wenn man sich als Besitzer an all diese Vorkehrungsmöglichkeiten hält und zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen greift, sollte es in der Regel zu keinen schwerwiegenden Folgen aufgrund eines Zeckenbisses kommen.

Fazit zu Hausmittel gegen Zecken beim Hund

Hausmittel können ganz vielfältig eingesetzt werden, unter anderem auch als Schutz vor Zecken bei Hunden. Der große Vorteil bei der Verwendung von natürlichen Substanzen ist, dass zum einen die Einwirkung von Giftstoffen auf den Vierbeiner wegfällt und zum anderen die Nebenwirkungen chemischer Mittel ausbleiben. Allerdings verträgt sich nicht jedes Hausmittel mit dem Vierbeiner, da manche zu Hautirritationen oder allergischen Reaktionen führen können. Daher sollte man die Substanz vorab immer auf einer kleinen Hautstelle testen. Zudem spricht jedes Tier unterschiedlich auf natürliche Schutzvorkehrungen an, weshalb die Wirkung variieren kann. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von Hausmitteln gegen Zecken beim Hund auf jeden Fall einen Versuch wert, wobei stets auf die passende Dosierung geachtet werden muss.

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