Zecke entfernen beim Hund – 3 hilfreiche Tipps und worauf man dabei achten muss

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2022 | Lesezeit: 25 min
Zecke beim Hund zwischen den Krallen entfernen

Zecken sind Parasiten, welche sich von Blut ernähren und daher auch Hunde als Wirte benutzen können. Besonders in der warmen Jahreszeit gilt besondere Vorsicht vor einem solchen Befall, weshalb zu regelmäßigen Zeckenkontrollen im Fell geraten wird. Denn die Schädlinge können über den Biss zudem Krankheiten übertragen, weshalb Zecken nach Auffinden schnellstmöglich beseitigt werden sollten. Was es bei der Entfernung von Zecken beim Hund zu beachten gibt, welche Tipps hilfreich sein können und wie man nach der Beseitigung am besten vorgeht, erfährt man im Folgenden.

Die richtige Entfernung von Zecken beim Hund – Schritt für Schritt

Speziell Spaziergänge in Wäldern und in warmen Jahreszeiten stellen ein erhöhtes Risiko für einen Zeckenbefall dar. Dabei kann ein Vierbeiner von unterschiedlichen Arten betroffen sein, weshalb man auch rote Zecken beim Hund vorfinden kann. Daher werden hier regelmäßige Fellkontrollen empfohlen, um keinen Schädling zu übersehen. Um eine Zecke nach Auffinden erfolgreich bei einem Hund zu entfernen, sollte man am besten die folgenden Schritte befolgen:

  1. Zuerst muss der Vierbeiner in eine angenehme Position gebracht werden. Wenn ein Tier aus Erfahrung nicht ruhig sitzen bleiben kann, empfiehlt es sich, ihn zwischen den Beinen vorsichtig einzuklemmen und so festzuhalten. Neigt ein Vierbeiner in solchen Situationen zu Schnappen und Beißen, sollte auf jeden Fall ein Maulkorb zu Hilfe gezogen werden. 
  2. Anschließend wird das umliegende Fell vorsichtig zur Seite platziert, um aus Versehen keine Haare mit auszureißen.
  3. Je nachdem welches Hilfsmittel zur Entfernung von Zecken beim Hund verwendet wird, setzt man dieses nun senkrecht oberhalb des bauchrunden Körpers des Parasiten an. 
  4. Häufig löst sich die Zecke bereits nach leichtem Ziehen nach oben. Ist dies nicht der Fall, kann man den Zug vorsichtig verstärken. Allerdings sollten hier ruckartige Bewegungen unbedingt vermieden werden!

Wenn man als Besitzer noch wenig Erfahrung mit dem Entfernen von Zecken gemacht hat oder sich dabei unsicher ist, kann man natürlich auch einen Tierarzt involvieren. Diese empfehlen des Weiteren häufig Schutzmaßnahmen, um den Hund bestmöglich zeckenfrei zu halten. Dazu gehört auch Nupet, das Floh- und Zeckenschild als Spot-On-Mittel.

Für all jene, welche nach weiteren chemiefreien Alternativen suchen, stellen Hausmittel gegen Zecken beim Hund eine gute Wahl dar. Zum einen kann man sie manchmal bereits zu Hause vorfinden und zum anderen sind sie äußerst schonend, einfach und ungefährlich in der Anwendung.

Welche Hilfsmittel eignen sich besonders für eine Zeckenentfernung?

Es gibt verschiedene Utensilien, welche die Entfernung von Zecken beim Hund erleichtern. Je nach Präferenz stehen die folgenden zur Auswahl:

Zeckenzange

Das wohl bekannteste und beliebteste Hilfsmittel für die Beseitigung dieser Parasiten ist die sogenannte Zeckenzange, da sie einen gleichmäßigen Druck ausübt. Für gewöhnlich ist sie in etwa 7 bis 10 cm lang, stiftförmig und daher sehr handlich. Durch das Drücken am oberen Ende öffnet sich der Zangenkopf. Durch diese Bewegung lässt sich das Ansetzen und Schließen am Zeckenkörper ganz einfach kontrollieren, welche zudem durch die vorhandene Form der Zange begünstigt wird. Dieses Hilfsmittel gibt es zum einen in Kunststoff oder in Metall.

Zeckenkarte

Die Zeckenkarte kann man sich in der Größe und Handhabung in etwa wie eine normale Scheckkarte vorstellen. Nur die Form unterscheidet sich, da Zeckenkarten eine Einkerbung aufweisen. In diese wird die Zecke beim Hund bei der Entfernung eingeführt und somit auch beseitigt. Zudem ist dieses Hilfsmittel leicht zu reinigen und passt in jede Geldtasche für den Notfall!

Zeckenschlinge

Bei der Wahl auf eine Zeckenschlinge, braucht es manchmal etwas mehr Geschick und Übung. Auch hier ist das Werkzeug ähnlich wie ein Stift geformt, an dessen Ende sich eine Schlinge befindet. Diese wird beim Entfernen um die Zecke gelegt und durch einen Druckknopf festgezogen, wodurch der Hund von dem Parasiten befreit wird.

Alternativ mit der Hand

Nichtsdestotrotz gibt es Situationen, in denen man gerade kein Hilfsmittel zur Zeckenentfernung parat hat, aber es dennoch schnell gehen muss. Als Notlösung kann man eine Zecke auch alternativ mit den Fingern, bestenfalls mit Daumen und Zeigefinger, entfernen. Allerdings sollte man auch hier vorsichtig vorgehen und die Hände im Anschluss gut säubern. Wenn möglich, ist es jedoch besser zu einem Werkzeug zu greifen oder einen Experten aufzusuchen.

Tipp: Vor allem auf Reisen ist es ratsam, in der mobilen Apotheke stets ein Hilfsmittel zur Entfernung von Zecken bei Hunden eingepackt zu haben!

Sämtliche Utensilien zur Zeckenentfernung sind entweder in Haustiergeschäften oder beim Tierarzt erhältlich. Ebenso gibt es dort zumeist die Möglichkeit, ein Zeckenmittel für Hunde als Vorbeugung gegen einen solchen Parasitenbefall zu ergattern.

3 hilfreiche Tipps zum Zecke entfernen beim Hund

Damit das Entfernen von Zecken beim Hund noch leichter klappt und es so gut es geht zu keinen Komplikationen kommt, helfen die folgenden 3 Tipps:

TippAusführung
Ziehen und DrehenWenn sich die Zecke bei der Entfernung nach einigen Sekunden Ziehen immer noch nicht gelöst hat, hilft es zusätzliche Drehbewegungen auszuführen. So lockern sich die Widerhaken am besten. 
So nah wie möglich an der Haut ansetzenUm zu vermeiden, dass der Kopf des Schädlings in der Haut des Vierbeiners stecken bleibt, sollte man das jeweilige Hilfsmittel so nah wie möglich an der Bissstelle ansetzen
Zecke nicht quetschen Achte während der Entfernung darauf, die Zecke nicht zu quetschen. Dadurch könnte sich die Zecke noch übergeben, wodurch schädliche Substanzen als auch Krankheitserreger in den Körper des Hundes gelangen können. 

Ebenso kann es von Vorteil sein, verschiedene Werkzeuge für die Zeckenentfernung bei Hunden auszuprobieren, um das bestgeeignetste für einen selbst zu finden.

Eine fachgerechte Entsorgung

Ebenso ist eine richtige Entsorgung nach Beseitigung des Parasiten genauso wichtig wie eine erfolgreiche Entfernung. Hierbei gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten und mehrere Möglichkeiten, um diese auszuführen:

  • Zecke zerquetschen: Nachdem eine Zecke erfolgreich aus dem Fell des Hundes entfernt wurde, ist es ratsam diese zu zerquetschen. Denn alleine durch das Herunterspülen in der Toilette oder das Freisetzen in der Natur ist es oftmals nicht getan und es kann sogar zu einem erneuten Befall bei Hund oder Mensch kommen. Denn die Schädlinge sind sehr widerstandsfähig und können nicht ertrinken. Das Zerquetschen sollte allerdings nie mit bloßen Händen getan werden, da Krankheitserreger, wie FSME oder Borreliose, solcher Parasiten auch für Menschen gefährlich sein können. Bestenfalls wird hier zu einem Stein oder einem Schuh geraten. 
  • Abtöten des Parasiten: Möchte man die Zecke nicht zertreten, so kann sie auch mit kochendem Wasser oder hochprozentigem Alkohol abgetötet werden. Im Anschluss kann man den Schädling entweder im Klo oder im Hausmüll entsorgen.
  • Alternative Entsorgung: Eine harmlosere Variante für viele Besitzer ist das Einwickeln der Zecke in ein Stück Küchenpapier, welches im Anschluss mit Klebeband versiegelt wird. Dadurch kann der Parasit nicht mehr entkommen und ohne Bedenken entsorgt werden.

Was tun, wenn der Kopf der Zecke bei der Entfernung abreißt?

Aufgrund einer abrupten Bewegung des Vierbeiners oder aus anderen Ursachen, kann es natürlich in manchen Fällen vorkommen, dass der Hauptkörper des Parasiten bei der Entfernung abreißt und somit der Kopf, beziehungsweise die Stechwerkzeuge, noch immer in der Einbissstelle des Hundes festsitzt. Hier stellen sich viele Haustierbesitzer die Frage, ob dies schlimm ist und Folgen mit sich bringen kann. Die Antwort darauf lautet nein. Denn in der Regel stößt die Haut den vorhandenen Fremdkörper von selbst wieder ab. Die für den Hund gefährlichen Krankheitserreger befinden sich nämlich im bauchigen Körper des Schädlings, welcher somit allerdings nicht mehr vorhanden ist. Jedoch sollte man die Bisswunde, samt den Resten der Zecke, gut beobachten, da sich dennoch eine Entzündung daraus entwickeln kann. Diese kann zu weiteren Verhaltensänderungen oder Auffälligkeiten führen, wie zum Beispiel dass ein Hund erbricht. In solchen Fällen ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen.

Benötigt es eine Nachbehandlung nach Entfernung der Zecke bei Hunden?

Nach Entfernung einer Zecke beim Hund ist es förderlich, die Bissstelle zu desinfizieren, um Entzündungen vorzubeugen. Dabei kann ein geeignetes Desinfektionsmittel oder eine jodhaltige Salbe verwendet werden. Greife jedoch weder hier noch bei der Entfernung, zu anderen Mitteln, welche bekannterweise gut sein sollten. Denn vor allem Öle oder Nagellackentferner können dazu führen, dass sich die Wunde erst recht entzündet oder bei Beseitigung des Parasiten, die Zecke aufgrund der Substanzen erbricht und somit Krankheitserreger in den Hundekörper ausschüttet
Damit es gar nicht erst zu einem solchen Parasitenbefall beim Vierbeiner kommt, helfen vorbeugende Maßnahmen, wie Zeckenmittel oder Impfungen. Aber auch das Floh- und Zeckenhalsband Nupet, bewährt sich als eine schonende Alternative für das Tier.Fazit zum Zecke entfernen beim Hund

Fazit zum Zecke entfernen beim Hund

Zecken sind trotz vorbeugenden Maßnahmen nicht komplett verhinderbar und können sich im Fell des Hundes festsetzen. Nach Auffinden eines solchen Schädlings, sollte dieser schnellstmöglich entfernt werden, weil Zecken nicht nur Blut von ihrem Wirt saugen, sondern auch Krankheiten übertragen können. Für eine sorgfältige Zeckenentfernung sollte man bestmöglich die oben aufgeführten Schritte befolgen und zusätzlich ein Hilfsmittel, wie eine Zeckenzange oder -karte, verwenden. Sobald der Parasit entfernt wurde, muss dieser noch fachgerecht entsorgt werden. Es ist ratsam die Bisswunde beim Vierbeiner zu desinfizieren und diese als auch das Verhalten des Hundes in den folgenden Stunden und Tagen gut zu beobachten, um bei Veränderungen einen Tierarzt zurate ziehen zu können.

Dr. Sam ist dein zuverlässiger Tierarzt und ist 365 Tage im Jahr für dich da. Neben der Beratungsleistungen bietet Dr. Sam auch Produkte für euch an.