Meine Katze kratzt sich! – Was steckt dahinter?

Autor: Dr. Johanna Lüssenhop | Zuletzt bearbeitet: 26. März 2022 | Lesezeit: 16 min
Katze kratzt sich

Nicht alle Katzen kratzen sich nur, wenn sie Juckreiz empfinden. Auch häufiges lecken und putzen kann ein Hinweis auf juckende Beschwerden bei unseren Samtpfoten sein. Kratzt sich eine Katze sehr häufig, kann das ein Indiz für eine Erkrankung sein. Was dahinter stecken kann, dass sich deine Katze viel kratzt und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet es, wenn sich eine Katze kratzt?

Die eigene Fellpflege gehört für unsere Katzen zu einem wichtigen Aspekt ihres Alltags. Deswegen beobachten wir sie auch sehr häufig dabei, wie sie ihr Fell ableckt, vielleicht auch an einigen Stellen vermehrt knabbert, aber auch mal kratzt. Dadurch können sie Staub und andere Schmutzpartikel, aber auch verknotete Haare aus ihrem Fell entfernen. Kratzt sich eine Katze dabei das ein oder andere Mal, stellt dies keinen Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen dar und ist ein normales Verhalten. Kommt es allerdings zu heftigem Kratzen, andauernd und sehr intensiv, sogar so stark, dass wir Katzenbesitzer gerötete und haarlose Stellen an unserer Katze entdecken können, kann durchaus mehr dahinter stecken! Denn dieses intensive Kratzen ist ein deutliches Zeichen für Juckreiz, dem wir Katzenhalter auf den Grund gehen sollten. 

Ursache

Die Ursachen dafür, dass sich eine Katze kratzt, können sehr unterschiedlich sein. Deswegen solltest du zunächst beobachten, ob deine Katze sich richtig kratzt oder sogar auch vermehrt putzt. Denn auch mit ihrer rauen Zunge kann sich eine Katze leicht kratzen. Einer der häufigsten Gründe, warum sich Katzen kratzen, ist ein Parasitenbefall. Gerade Flöhe und Milben können zu sehr starkem Juckreiz führen, und darüber hinaus einige Schäden in der Haut hinterlassen. Denn das heftige Kratzen führt teilweise dazu, dass sich unsere Katzen dabei selbst verletzen und sich die wunden Stellen infizieren können. 

Auch einige Hauterkrankungen können zu starkem Kratzen führen. So können z. B. Pilzinfektionen ebenfalls zu den Ursachen gehören, warum sich eine Katze kratzt. Grundsätzlich kann es allerdings auch sein, dass eine Katze sich vermehrt kratzt und putzt, weil in ihrem Fell Dreckreste hängen, die sie allein nicht loswird. Also schau einmal genau hin, ob vielleicht eingetrocknete Erde, kleine Holzsplitter oder ähnliche Reste im Fell deiner Katze sitzen. Ebenso zählen psychogene Ursachen und Stoffwechselstörungen mit zu den Gründen. 

Katzen, die z. B. an der Leckalopezie leiden, lecken und putzen sich so intensiv, dass große Bereiche des Körpers haarlos werden können. Auch Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion, können zu einem gestörten Hautbild und Fellproblemen deiner Katze führen. Denn die meisten Samtpfoten leiden bei dieser Erkrankung unter stumpfem und glanzlosem Fell. Teils zeigen sie auch einen deutlichen Haarausfall, oder verfilztes Fell am Rücken. Allerdings können auch Nährstoffmängel in der Ernährung zu glanzlosem Fell und trockener Haut führen. Sollte deine Katze eventuell nicht ausreichend mit essenziellen Fettsäuren und Vitaminen versorgt sein, kannst du ähnliche Veränderungen finden. Durch die trockene Haut entsteht dann ein Juckreiz, der dazu führt, dass sich eine Katze vermehrt kratzt.

Allergien können auch bei Katzen vorkommen – dabei können Unverträglichkeiten gegen bestimmte Futterbestandteile, oder auch Überempfindlichkeiten gegen Flohbisse, eine Rolle spielen. Auch in diesen Fällen wirst du als Halter zunächst bemerken, dass sich deine Katze kratzt.

Quelle:  Omega

Symptome und Diagnose 

Wenn du bemerkst, dass sich deine Katze stärker kratzt, solltest du nochmal genauer hinschauen. Denn vielleicht fallen dir noch andere Dinge auf! Eventuell kannst du nämlich Schuppen, oder gerötete Stellen auf der Haut deiner Samtpfote entdecken. Oder dir fällt auf, dass deine Katze sich nur an bestimmten Stellen kratzt. Diese Informationen sind sehr wichtig, um herauszufinden was deiner Katze fehlt, und dein Tierarzt wird dich ebenfalls danach fragen. Denn diese Hinweise können bereits dazu führen, einer möglichen Ursache näher zu kommen, da z.B. einige Parasiten besonders häufig an bestimmten Körperstellen zu finden sind. Flöhe z.B. finden wir häufiger am Schwanzansatz und am Rücken unserer Samtpfoten.Hingegen dazu gibt es verschiedene Milbenarten, die je nach Art auch unterschiedliche Körperregionen bevorzugen.

So kommt es bei dem Befall von Ohrmilben zu einer Entzündung des Gehörganges einer Katze, und deswegen zum starken Juckreiz an den Ohren. Bei Pelzmilben hingegen, zu einem Befall des Haarkleids unserer Samtpfoten, und so zu Juckreiz am gesamten Körper. Gerade Katzen, die unter einer psychogenen Störung, wie der Leckalopezie leiden, zeigen häufig Haarverluste am Bauch und den Innenschenkeln. Katzen, die allergisch auf Futtermittelbestandteile reagieren, zeigen hingegen stärkeren Juckreiz an Gesicht und Hals. Sie können sich sogar an diesen Stellen richtig blutig kratzen. Kratzt sich deine Katze vermehrt, solltest du dir tierärztliche Unterstützung sichern! Denn bei einer allgemeinen Untersuchung durch deinen Tierarzt, können den verschiedenen Gründen für diesen Juckreiz auf den Grund gegangen werden. Je nachdem welche Hinweise dein Tierarzt bei dieser Untersuchung entdeckt, kann es sein, dass Haar- oder Hautproben genommen werden müssen.Teilweise sind auch Blutprobenanalysen sehr wichtig, um der Ursache näher zu kommen.

Therapie

Grundsätzlich ist es nicht schlimm, wenn deine Katze sich mal kratzt! Solltest du aber beobachten, dass deine Katze kaum noch damit aufhört, oder sich sogar wunde Stellen zeigen, ist es wichtig tierärztliche Unterstützung zu bekommen. Je nachdem welche Ursache dahintersteckt, kann es sein, dass deine Katze mit bestimmten Medikamenten versorgt werden muss. Dazu gehören u.a. Antiparasitika, Juckreizlindernde Medikamente, oder bei bakteriellen Infektionen auch Antibiotika. Allerdings kannst du bereits als Halter schon einiges dagegen tun, dass deine Katze sich stark kratzt. Denn gerade bei unseren langhaarigen Samtpfoten, sollte gewohnheitsmäßig eine Fellpflege stattfinden. Durch das regelmäßige Kämmen und Bürsten, kannst du verfilzten und verknoteten Stellen vorbeugen. Ebenso entdeckst du so schneller Hautbereiche, die vielleicht wund oder schuppig sind.

Für unsere freilaufenden Katzen ist eine regelmäßige Prophylaxe gegen Parasitenbefall ein besonders guter Schutz, damit es nicht zu einem Befall mit diesen unliebsamen Gästen kommt. Auch eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für deine Katze! Wenn du den Verdacht hast, dass deine Katze vielleicht nicht ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt wird, kannst du auch gezielt Nahrungsergänzungsmittel dazu füttern.

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Artikel von Dr. Johanna Lüssenhop Tierarzt/Tierärztin bei Dr. SAM

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