Sommer, Sonne, Erdbeerzeit – Dürfen auch Hunde Erdbeeren essen?

Autor: Dr. Barbara Wilm | Zuletzt bearbeitet: 26. Mai 2022 | Lesezeit: 28 min
Hund Erdbeeren essen vitamin C Frucht Sommer Beagle Wald Korb

Sommerzeit ist gleich Erdbeerzeit. Die köstlichen roten Früchte sind nicht nur total erfrischend, sondern auch gesund für den Menschen. Aber wie sieht es mit unseren geliebten Vierbeinern aus? Dürfen auch Hunde an Erdbeeren naschen?

Erdbeeren zählen zu den beliebtesten Sommerfrüchten in Deutschland. Spätestens, wenn im Sommer auch die Erntezeit in unseren Breiten beginnt, findet man das leckere Obst nahezu überall und kann es oftmals sogar selbst pflücken oder sogar züchten. Wenn man stolzer Besitzer eines oder gar mehrerer Hunde ist, stellt sich da natürlich die Frage, ob auch sie von der sommerlichen Leckerei kosten dürfen – schließlich ist nicht alles, was wir gerne essen, auch unbedingt für einen Hund geeignet.

Dürfen Hunde Erdbeeren essen?

Um das Wichtigste direkt zu beantworten: JA, Hunde dürfen Erdbeeren essen. In kleineren Mengen sind die roten Früchte zum Verzehr für den Hund unbedenklich. Tatsächlich bringen die Früchte sogar diverse Vorteile mit, von denen ein Hund profitieren kann. So sind in ihnen zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Der süßliche Geschmack des eher kalorienarmen Obsts ist eine tolle Abwechslung und kann auch mäkelige Fresser dazu animieren, ihre tägliche Mahlzeit zu verspeisen. Außerdem versorgen Erdbeeren Mensch und Tier insbesondere in der sommerlichen Hitze mit viel Flüssigkeit und sind ein erfrischendes Goodie für zwischendurch oder als Belohnung nach einem erfolgreichen Training.

Was macht Erdbeeren so gesund?

Erdbeeren enthalten zahlreiche wertvolle und sehr gesunde Inhaltsstoffe. So sind sie vor allem dafür bekannt, dass sie zu einem großen Anteil aus Vitamin C bestehen. 100 Gramm Erdbeeren bestehen aus etwa 60 Gramm Vitamin C. Sogar Zitronen fallen da im direkten Vergleich ab: 100 Gramm davon enthalten lediglich in etwa 53 Gramm Vitamin C.

Vitamin C ist für jeden Organismus ein sehr wichtiger Nährstoff.

Es..

  • ..Unterstützt die Funktion des Immunsystems
  • ..Fördert die Kollagenbildung im Gewebe, Knorpel und Blutgefäßen
  • ..Ist entscheidend für die Kommunikation zwischen Zellen
  • ..Fördert die psychische Gesundheit

Zugleich sind Erdbeeren bekannt dafür, dass sie reich an antioxidativen Inhaltsstoffen sind. Antioxidantien, das sind verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung fähig sind, freie Radikale im Körper zu binden, sodass sie aus dem Körper ausgeschieden werden können. Freie Radikale werden im Körper durch verschiedene Stoffwechselprozesse gebildet, außerdem entstehen sie durch Kontakt mit Zigarettenrauch, Umweltgiften oder UV-Strahlung. Zu viele freie Radikale belasten den Körper und führen zum Beispiel zu Krebsleiden, beschleunigter Hautalterung, Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose oder Arthritis.

Antioxidantien halten folglich die Zellen gesund und jung, können Krebs, Entzündungen und anderen Erkrankungen vorbeugen und den Körper so fit und leistungsfähig halten. Die Aufnahme von Erdbeeren hält Deinen Hund also mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien gesund und leistungsstark.

Erfrischend, lecker und kalorienarm

Besonders, wenn es im Sommer so richtig heiß wird oder nach einem harten Training können Erdbeeren eine erfrischende Köstlichkeit sein. Die Früchte bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und können so eine sehr gute Flüssigkeitszufuhr sein, die das Wohlbefinden Deines Hundes in besonderer Weise steigern können. Mit nur 32 Kalorien je 100 Gramm Erdbeeren können sie als Snack, zur Beschäftigung oder auch als Belohnung völlig bedenkenlos zum Einsatz kommen. Ihr süßlich fruchtiger Geschmack macht die Erdbeere dabei sogar zu einem echten Geheimtipp, der auch mäkelige Fresser zur Futteraufnahme animieren kann. So kann man mit ihnen auch die ein oder andere Hauptmahlzeit abwechslungsreicher und leckerer gestalten.

Erdbeeren durch das ganze Jahr

Wenn Erdbeeren doch ein echtes Superfood für Hunde darstellen, wäre es wahrscheinlich hervorragend, wenn man sie das ganze Jahr über füttern könnte. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, gefrorene Erdbeeren ganz einfach aufzutauen und sie so über das ganze Jahr zu füttern. Eine ganz besondere Erfrischung können auch unaufgetaute, gefrorene Erdbeeren darstellen. Wenn es auch manchmal etwas Gewöhnung braucht, bis sich ein Hund an die gefrorenen Früchte traut, bringen sie mit der Zeit sicherlich auch den misstrauischsten Vierbeinern einen kühlen Spaß zum Lecken und Knabbern. Am besten bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe der Erdbeeren dennoch erhalten, wenn sie nicht speziell verarbeitet werden.

Welche Erdbeeren sind für Hunde geeignet?

Bezogen auf die Sorten gibt es eigentlich keine Unterschiede, welche für den Hund besser geeignet sind. Wichtig bei der Wahl der verfütterten Erdbeeren ist zu wissen, woher das Obst stammt. Sie sollten nicht gespritzt oder anderweitig vorbehandelt sein. Zur Sicherheit ist es ratsam, eine Erdbeere vor der Verfütterung gründlich zu waschen, damit mögliche Schadstoffe nicht in den Hundekörper gelangen.

Wie viele Erdbeeren dürfen Hunde fressen?

Die ideale Menge an Erdbeeren errechnet sich anhand verschiedenster, komplizierter Faktoren, die hier nicht weiter aufgeführt werden sollten. Als Faustregel kann man sich folgende Empfehlungen merken:

  1. Eine Tagesration pflanzlicher Bestandteile sollte zwischen etwa 10-20 Prozent der Gesamtfütterung bestehen
  2. Etwa 1G/KG Erdbeeren sind für Hunde eine gut verträgliche Menge.
  3. Eine Erdbeere für Welpen und kleinere Hunde sowie zwei Erdbeeren für größere Hunde pro Tag liegen in der empfohlenen Tagesration für Welpen
Quelle: mraoraor

Wann sind Erdbeeren für Hunde gefährlich?

In angemessenen Maßen und gut abgewaschen sind Erdbeeren für Hunde gut verträglich und insgesamt eher ungefährlich. Ein übermäßiger Verzehr von Erdbeeren kann bei Hunden jedoch Durchfall und Bauchschmerzen auslösen. Man spricht dann von einer sogenannten Pseudoallergie. Es empfiehlt sich deshalb, die empfohlene Menge von Erdbeeren bei der Fütterung einzuhalten.

Welches Obst kann außerdem von Hunden unbedenklich verzehrt werden?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Obstsorten, die Du vollkommen bedenkenlos in Maßen an Deinen Hund verfüttern kannst und die sogar ganz schön viele Benefits mit sich bringen.

Zu den beliebtesten Früchten für Hunde gehören:

  • Aprikosen:
    Diese süßen Steinfrüchte zeichnen sich besonders durch ihren hohen Kaliumgehalt aus. Kalium ist entscheidend für die Reizleitung im Körper und ist ein wesentlicher Bestandteil für ein einwandfrei funktionierendes Herz. Daneben enthalten Aprikosen außerdem eine Menge wichtiger Proteine, Vitamine, Eisen und Zink. Sie sind trotz ihres süßen Geschmacks kalorienarm und damit ein toller Snack für alle Vierbeiner.
    Achtung: Aprikosenkerne sind giftig und haben auf der Speisekarte eines Hundes nichts zu suchen.
  • Bananen:
    Bananen sind wie für den Menschen auch für Hunde ein wahres Superfood, das reich an Ballaststoffen und Vitaminen ist. Insbesondere für Hunde, die tagsüber gut einen kleinen Energieschub vertragen können, ist die Banane mit ihrem hohen Energiegehalt ein klasse Leckerli.
    Achtung: Bananen erhöhen im Urin den Puringehalt. Da Dalmatiner von Natur aus einen höheren Puringehalt im Urin haben, sollte man bei ihnen auf die Fütterung von Bananen verzichten, um die Bildung von Nieren- und Blasensteinen nicht zu provozieren.
  • Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren:
    Wie auch Erdbeeren sind diese köstlichen, roten Fruchtsorten regelrechte Vitaminbomben, wobei der Anteil an Vitamin C in ihnen überwiegt. Auch beinhalten sie eine große Menge an Antioxidantien und halten damit Körper und Geist fit, jung und gesund.
  • Äpfel und Birnen:
    Diese beiden leckeren Früchte enthalten neben reichlich Vitaminen vor allem Pektin. Bei Pektin handelt es sich um einen Ballaststoff, der sich positiv auf die Gesundheit der Darmflora auswirkt und damit eine gute Verdauung der Nahrung fördert. Verschiedene Gerbstoffe mildern mögliche Magen-Darm-Entzündungen.
  • Kirschen:
    Das in Kirschen enthaltene Melatonin hilft Hunden dabei, sich besser zu konzentrieren und macht sie stressresistenter. Auch sie sind reich an Antioxidantien, Ballaststoffen und. Mineralstoffen. Ihre entwässernde Wirkung fördert die Nierenfunktion und hilft dabei, Schadstoffe schneller aus dem Körper auszuscheiden.
    Achtung: Während das Fruchtfleisch von Kirschen ein schmackhaftes und gesundes Nahrungsmittel für Hunde darstellt, sind ihre Kerne hochgiftig und sollten vor der Fütterung auf jeden Fall entsorgt werden.
  • Nektarinen und Pfirsiche:
    Dieses Steinobst beinhaltet eine große Menge Vitamin A. Dieses unterstützt die Sehkraft von Mensch und Tier und sorgt für gesunde Haut, Haar und Nägel. Das enthaltene Kalium fördert die Gesundheit von Nerven und Muskulatur.
    Achtung: Auch hier sind die Kerne giftig für Hunde. Außerdem können sie aufgrund ihres Umfangs ganze Darmteile verstopfen und somit einen lebensgefährlichen Darmverschluss verschulden.

Welches Obst vertragen Hunde nicht?

Leider gibt es neben den Obstsorten, die Hunde hervorragend vertragen, auch eine ganze Menge, die lediglich auf dem Teller von Frauchen oder Herrchen etwas verloren haben.

Zu diesen Obstsorten zählen:

  • Weintrauben und Rosinen:
    Für uns Menschen sind die kleinen, süßen Trauben ein echter Leckerbissen. Im Gegensatz dazu kann der Verzehr der Früchte für Hunde sogar in kleinen Mengen tödlich enden. Aus noch immer unbekannten Gründen, lösen vor allem Rosinen beim Hund Durchfall, Erbrechen und Apathie aus. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem akuten Nierenversagen, das möglicherweise tödlich enden kann.
  • Holunderbeeren:
    Die Beeren des Holunders enthalten für den Hund giftige Blausäure. Sie führt beim Hund zu Erbrechen, kolikartigen Magenschmerzen, starkem Durchfall, Atemnot, rot verfärbten und später bläulich verfärbten Schleimhäuten, Muskelkrämpfen, Herzrasen, Koma und sogar Tod durch Atemlähmung.
  • Quitten:
    Unverarbeitete Quitten sind für Hunde ausgesprochen schwer verdaulich. Hinzukommt, dass sie eine große Menge giftiger Glycoside enthalten. Diese kann sich im Körper zu Blausäure umwandeln, wodurch entsprechende Vergiftungssymptome auftreten können.
  • Zitrusfrüchte:
    Auch, wenn Zitrusfrüchte zu den Vitamin-C-Bomben zählen, ist ihr hoher Anteil an Säure ein häufiger Auslöser von Magen-Darm-Beschwerden und Übersäuerung beim Hund. Aus diesem Grund sollte auf eine Fütterung des saftigen Obstes an den geliebten Vierbeiner lieber verzichtet werden.
  • Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen:
    Dieses, beim Menschen beliebte, Obst, ist für Hunde eher schwer verdaulich und kann in größeren Mengen abführend wirken. Auch hier sind giftige Blausäure- und Cyanverbindungen enthalten.

Erdbeeren: Das Wichtigste kurz zusammengefasst

Erdbeeren sind ein echtes Superfood. Mit ihrem hohen Anteil an Vitamin C und weiteren Antioxidantien heben die Früchte nicht nur das Lebensgefühl, sie unterstützen den Körper des Hundes außerdem dabei, fit und gesund zu bleiben. Der Alterungsprozess verlangsamt sich. Ihr hoher Anteil Wasser sowie der niedrige Kalorienanteil macht die schmackhaften, süßen Früchte zu einem idealen Leckerli, das sich sowohl als Snack als auch unter die tägliche Futterration gemischt zum Verzehr für Hunde eignet.

Auch gefroren oder frisch aufgetaut lassen sich Erdbeeren über das gesamte Jahr in den Nahrungsplan eines Hundes integrieren, sodass diese jederzeit von den Benefits der roten Früchtchen profitieren können. Trotz aller Vorteile sollte man jedoch eine Tagesmenge von ein bis zwei Erdbeeren nicht überschreiten, da ein übermäßiger Verzehr von Erdbeeren bei Hunden zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Beachtet man dies, sind Erdbeeren ein wahres Wunderobst, das kleinen und großen Hunden den Alltag versüßen kann.

Stelle deine Frage direkt per WhatsApp einem Tierarzt!
Jetzt chatten