Zwingerhusten beim Hund

Autor: Dr. Sam | Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2022 | Lesezeit: 17 min
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Zwingerhusten ist eine ansteckende Hundekrankheit, an der mehrere Erreger beteiligt sein können. Besonders bei Welpen, aber auch bei ausgewachsenen Hunden mit einem geschwächten Immunsystem sind schwere Verlaufsformen möglich. Vorbeugen lässt sich mit einer jährlichen Impfung.

Zwingerhusten: Was genau verbirgt sich hinter der gefürchteten Krankheit? Wie gefährlich ist Zwingerhusten? Wie infizieren Hunde sich und welche Symptome sind typisch? Als Hundebesitzer solltest du die wichtigsten Fakten zum Zwingerhusten kennen.

Was ist Zwingerhusten?

Der Zwingerhusten des Hundes wird in der Fachsprache als infektiöse Tracheobronchitis bezeichnet; das heißt eine ansteckende Entzündung der Luftröhre und der Bronchien. Sie tritt meist kombiniert mit einer Entzündung des Rachens (Pharyngitis) und der Mandeln (Tonsillitis) auf.

Welche Ursachen gibt es?

Anders als bei vielen anderen Erkrankungen sind am Zwingerhusten mehrere Krankheitserreger beteiligt, weshalb auch gerne der Begriff Zwingerhusten-Komplex verwendet wird.

Welche Erreger gehören zum Zwingerhusten-Komplex?

Als Haupterreger der Erkrankung gelten das Canine Parainfluenzavirus (CPiV 2) und das Bakterium Bordetella bronchiseptica. Häufig kommen sekundär weitere Erreger dazu:

  • Canines respiratorisches Coronavirus (CrCoV)
  • Canines Adenovirus Typ 2 (CAV-2)
  • Canines Influenzavirus (CIV)
  • Canines Herpesvirus 1 (CHV-1)
  • Canines Morbillivirus
  • Mycplasma cynos
  • Streptococcus equi

Generell verläuft die Krankheit desto schwerer, je mehr Erreger beteiligt sind.

Wie infizieren sich Hunde mit Zwingerhusten?

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion; das heißt, entweder durch den Kontakt mit infizierten Artgenossen oder über kontaminierte Gegenstände oder Umgebungen. Das höchste Risiko besteht folglich für Hunde, die viel und engen Kontakt zu Artgenossen haben. Dies ist zum Beispiel in Tierpensionen, Hundeschulen, auf Hundeplätzen, Ausstellungen, in Zuchtbeständen und Tierheimen der Fall. Einige Erreger können auch von anderen Tierarten wie Katzen übertragen werden. Auch symptomlose Hunde können Träger und somit potenziell ansteckend sein. Eine größere Gefahr geht jedoch von symptomatischen Tieren aus, da diese beim Husten und Niesen hochinfektiöses Rachen- und Nasensekret ausscheiden.

Symptome und Diagnose

Der Hund hustet: Hat er Zwingerhusten? Das lässt sich pauschal nicht bejahen. Oft ist jedoch bereits eine Verdachtsdiagnose möglich.

Symptome

Das Leitsymptom des Zwingerhustens ist der bellende, teilweise krampfartige und von Würgen begleitete Husten, welcher der Krankheit ihren Namen gab. Je nach Schweregrad der Erkrankung tritt er mitunter nur nach Belastung auf. Weitere mögliche Symptome sind:

Rhinitis und Konjunktivitis können bereits bei leichten Verlaufsformen auftreten. Betroffene Hunde niesen, schnauben und haben wässrigen bis eitrigen Nasen- und Augenausfluss. Die Bindehäute können gerötet und geschwollen sein, mitunter kneift der Hund die Augen zu und reagiert empfindlich auf Licht. Die Entzündung der oberen Atemwege kann zu starken Halsschmerzen führen. Mögliche Folgen sind Schluckbeschwerden, Speicheln, Würgereiz und eine Berührungsempfindlichkeit im Kehlkopfbereich: Hier kann mit etwas Druck meist ein Hustenreiz ausgelöst werden.

Bei schweren Verlaufsformen sind auch Atembeschwerden möglich. Zudem beschränkt sich die Infektion hierbei nicht auf die oberen Atemwege, sondern geht zusätzlich mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit einher. Eine gefürchtete Komplikation ist die Pneumonie (Lungenentzündung), an der der Hund im schlimmsten Fall versterben kann. Sie äußert sich meist mit einem schleimigen Hustenauswurf, Atemnot und einem stark gestörten Allgemeinbefinden.

Quelle: beavera

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose Zwingerhusten stellt der Tierarzt oft bereits anhand des klinischen Bildes: Der typische bellende, anfallsartige Husten, oft kombiniert mit einem reduzierten Allgemeinbefinden, ist ein deutlicher Hinweis. Um die Krankheit sicher nachzuweisen und festzustellen, welche Erreger beteiligt sind, kann eine Tupferprobe durchgeführt werden. Dafür entnimmt der Tierarzt mit einem sterilen Tupfer einen Abstrich der Nase und des Rachens. In einigen Fällen ist auch eine Endoskopie in Narkose sinnvoll, um eine Probe aus den unteren Atemwegen zu erhalten. Neben einem Antibiogramm kann ein Resistenztest durchgeführt werden: Dadurch stellt der Spezialist fest, welche Antibiotika wirksam gegen die nachgewiesenen Erreger sind.

Zwingerhusten behandlungsmethoden

Beim Verdacht auf Zwingerhusten solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen, damit dieser die Schwere der Erkrankung einschätzen und entsprechend handeln kann. Außerdem kann er Zwingerhusten von Differentialdiagnosen wie Herzschwäche abgrenzen.

Medikamentöse Therapie bei Zwingerhusten

Welche Medikamente bei Zwingerhusten sinnvoll sind, hängt von den Symptomen deines Hundes ab. Infrage kommen:

  • Antibiotikum
  • entzündungshemmendes Schmerzmittel
  • Schleimlöser
  • Medikament gegen Husten
  • Inhalation

Dein Tierarzt wird dich diesbezüglich beraten.

Unterstützende Maßnahmen bei Zwingerhusten

Immer empfehlenswert bei Zwingerhusten sind verschiedene unterstützende Maßnahmen im Alltag:

  • Ruhe
  • Vermeidung von Zugluft
  • Vermeidung von staubiger oder verrauchter Luft
  • Erhöhung der Luftfeuchtigkeit
  • Fütterung weicher Kost

Wichtig, um Artgenossen und auch andere Tierarten zu schützen, ist die vorübergehende Kontaktunterbindung zu deinem Hund. Tiere im selben Haushalt sollten nach Möglichkeit räumlich getrennt untergebracht werden.

Hausmittel bei Zwingerhusten

Als Hausmittel bei Zwingerhusten eignen sich zum Beispiel etwas Honig oder Zitronensaft, den du ins Trinkwasser mischst. Auch ungesüßter Tee wird von manchen Hunden angenommen. Zusätzlich sollte natürlich auch pures Wasser angeboten werden.

Verlauf

Die Inkubationszeit beträgt bei Zwingerhusten zwischen 3 und 10 Tagen. Oft zeigt der Hund zunächst einen trockenen Husten, der sich schließlich zu einem produktiven Husten mit schleimigem Auswurf entwickelt. Je nach Schwere des Verlaufs kann die Erkrankung innerhalb weniger Tage von selber ausheilen oder zu Komplikationen führen, die mitunter einen Klinikaufenthalt erfordern. Der Heilungsprozess kann sich in diesem Fall über mehrere Wochen hinziehen. Im schlimmsten Fall verläuft Zwingerhusten tödlich.

Vorbeugung

Die wichtigste Vorsorgemaßnahme gegen Zwingerhusten stellt die Impfung dar: Zwar schützt sie den Hund nicht vor einer Ansteckung, jedoch mildert sie den Krankheitsverlauf deutlich ab. Es handelt sich um eine Nasenimpfung, die einmal jährlich verabreicht wird und vor dem Bakterium Bordetella bronchiseptica sowie dem Caninen Parainfluenza-Virus schützt.

(Noch) nicht geimpfte Hunde sollten nach Möglichkeit von Hundeschulen, Hundeplätzen, Pensionen und sonstigen Orten mit hoher Infektionsgefahr ferngehalten werden.

Das Risiko einer schweren Verlaufsform kannst du verringern, indem du das Immunsystem des Hundes stärkst. Das erreichst du mit regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft, einem gesunden Körpergewicht, der Vermeidung von Stress, einer ausgewogenen Ernährung und dem Zufüttern geeigneter Nahrungsergänzungsmittel. Dr. SAM bietet dir zu diesem Zweck das exklusive Superfood The Only speziell für Hunde an.

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Zusammenfassung

Der Zwingerhusten bezeichnet einen Krankheitskomplex der oberen Atemwege des Hundes. Neben dem typischen anfallsartigen Husten können Schnupfen, Bindehautentzündungen und Symptome einer Allgemeinerkrankung wie Fieber und Apathie auftreten. Die Schutzimpfung gegen Zwingerhusten ist vor allem für Welpen, alte und immunschwache Hunde empfehlenswert, die besonders gefährdet sind, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln.

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