Herzwürmer: Wie schütze ich meinen Hund?

Autor: Dr. Alice Holzapfel | Zuletzt bearbeitet: 25. März 2022 | Lesezeit: 17 min
Hund mit Herzwürmern sitzt draußen in einer hohen Wiese

Herzwürmer sind gefährliche Parasiten, die vor allem das Herz und die Lungengefäße von Hunden befallen. Sie gelten als typische Mittelmeerkrankheit. Da sie schwere bis tödliche Organschäden verursachen können und die Therapie nicht einfach ist, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Prophylaxe gerichtet werden.

Du möchtest mit deinem Hund in den Urlaub oder einen Vierbeiner aus Süd-/Osteuropa adoptieren – hast nun aber Bedenken in Bezug auf Herzwürmer? Wie lässt sich ein Befall erkennen, behandeln oder von vornherein vermeiden? Hier erfährst du mehr.

Der Herzwurm: ein lebensgefährlicher Parasit

Der Herzwurm mit dem wissenschaftlichen Namen Dirofilaria immitis ist ein Parasit, der sich vornehmlich in der rechten Herzkammer und den Lungengefäßen einnistet.

Welche Folgen hat ein Herzwurmbefall?

Durch den Stich einer mit Herzwurmlarven infizierten Stechmücke infiziert sich der Hund. Die Larven des Herzwurms gelangen mit dem Blutstrom in die rechte Herzkammer und die nachfolgende Lungenarterie, wachsen dort innerhalb von vier bis sechs Monaten zu adulten Würmern heran, paaren sich und produzieren so neue Larven, die sogenannten Mikrofilarien. Diese zirkulieren bis zu 1,5 Jahre im Blutkreislauf und können erneut von Stechmücken bei der Blutmahlzeit aufgenommen und auf andere Hunde übertragen werden. Ein ausgewachsener Herzwurm, die sogenannte Makrofilarie, kann ein Alter von sieben Jahren und eine Länge von 30 cm erreichen. Eine Ansammlung von mehreren dieser erwachsenen Herzwürmer beeinträchtigt die Pumpleistung des Herzens und die Funktion der Lungengefäße massiv. Dadurch kommt es zu einer schlechteren Versorgung der Organe mit Sauerstoff, ein Nieren- oder Leberversagen ist die Folge

Wo kommt der Herzwurm vor?

Herzwürmer bei Hunden sind vorrangig in warmen Klimazonen anzutreffen. Dazu gehören eine Reihe beliebter Urlaubsländer. Zu den Regionen mit hohem Durchseuchungsgrad zählen unter anderem:

  • Spanien (inkl. kanarische Inseln)
  • Italien
  • Griechenland
  • Südfrankreich
  • Portugal
  • Türkei
  • Balkanhalbinsel
  • Kroatien
  • Bulgarien
  • Ungarn
  • Rumänien
  • Slowakai

Auch außerhalb Europas kommt der Herzwurm in diversen Ländern vor.

Wie infizieren sich Hunde mit Herzwürmern?

Eine direkte Übertragung des Herzwurms von Hund zu Hund ist glücklicherweise nicht möglich: Die Ansteckung erfolgt ausschließlich durch Stechmücken (Culicidae), die als Zwischenwirte fungieren. Sie nehmen die Larven mit dem Blut eines infizierten Tieres auf und geben sie während der nächsten Blutmahlzeiten an andere Tiere weiter. Übertragungen durch Stechmücken in Deutschland sind bisher nicht nachgewiesen. Durch Reisen mit und Importe von Hunden besteht jedoch ein hohes Risiko, dass der Herzwurm auch hierzulande heimisch wird.

Wie erkenne ich eine Herzwurmerkrankung?

Eine Blickdiagnose ist beim Herzwurm nicht möglich: Einige Symptome deuten zwar darauf hin, dass bestimmte Organe geschädigt sind; um als Ursache einen Herzwurmbefall festzustellen oder auszuschließen, sind jedoch spezielle tierärztliche Untersuchungen erforderlich.

Welche Symptome haben betroffene Hunde?

Je nachdem, welche Organe durch den Herzwurmbefall geschädigt sind, können unterschiedliche Beschwerden auftreten. In den meisten Fällen stehen jedoch Symptome einer Herz-Lungen-Erkrankung im Vordergrund:

  • Leistungsschwäche
  • Kurzatmigkeit, Atembeschwerden
  • trockener Husten
  • erhöhte Herzfrequenz
  • Ödeme, Aszites (Bauchwassersucht)
  • Ohnmachtsanfälle

Eine weit fortgeschrittene Schädigung der Nieren führt zu:

  • vermehrtem Wasserlassen
  • Durst
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Maulgeruch
  • Anämie

Eine Schädigung der Leber äußert sich häufig durch:

  • Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Maulgeruch
  • Blutungsneigung

Durch die geschädigten Organe sind auch unspezifische Allgemeinsymptome möglich:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • stumpfes Fell
  • Infektanfälligkeit

Deutliche Symptome treten erst bei einem starken Befall auf; mitunter erst mehrere Jahre nach der Infektion!

Autor: Chalabala

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Je weiter ein Herzwurmbefall fortgeschritten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tierarzt ihn nachweisen kann. Als Diagnostikmethoden eignen sich je nach Krankheitsstadium:

  • Röntgen
  • Blutuntersuchung
  • Ultraschall

Mittels Röntgenuntersuchung kann vor allem das Lungenfeld dargestellt werden. Dabei lassen sich chronische Veränderungen erkennen. Auch können Röntgenaufnahmen Hinweise auf eine Rechtsherzerkrankung geben. Eine sichere Diagnose ist jedoch nicht möglich.

Bei Hunden, die sich ohne Schutzmaßnahmen in Risikogebieten aufgehalten haben, sollte sechs Monate später eine Blutuntersuchung auf Herzwurmlarven (Mikrofilarien) durchgeführt werden. Erfolgt der Bluttest schon eher, musst du mit einem falsch-negativen Ergebnis rechnen, da der Entwicklungszyklus der Würmer noch nicht abgeschlossen ist. Es empfiehlt sich, das Blut am Abend abzunehmen, da die Larvenkonzentration im Blut im Laufe des Tages zunimmt. Dies ist wiederum mit einer höheren Aktivität der Stechmücken in der Dämmerung zu erklären, die dann vermehrt auf Nahrungssuche gehen. Auch ein Bluttest auf Antigene zum Nachweis adulter Würmer (Mikrofilarien) gehört zur Routinediagnostik.

Eine Ultraschalluntersuchung ist sinnvoll, wenn von einem fortgeschrittenen Befall ausgegangen wird. Dies ist bei Hunden der Fall, die bereits deutliche Symptome einer Herz- oder Lungenerkrankung aufweisen und sich in der Vergangenheit ungeschützt in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Im Ultraschall lassen sich Einschränkungen der Herzfunktion und manchmal auch die adulten Würmer nachweisen. Sind erwachsene Würmer im Ultraschall des Herzen zu sehen, hat das auch Auswirkung auf die Wahl der Therapie und den begleitenden Maßnahmen. 

Wie lässt sich ein Herzwurmbefall therapieren?

Grundsätzlich gilt: Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser sind die Therapiechancen. Das Ziel besteht darin, die Parasiten abzutöten, bevor sie bleibende Organschäden verursachen.

Medikamentöse Therapie

Wenn dein Hund nachweislich von Herzwürmern befallen ist, ist es das Ziel alle Stadien der Herzwürmer abzutöten. Bei einem milden Befall mit nur wenig Symptomen, ist dies recht unkompliziert machbar. Bei einem hohen Befall und deutlichen Symptomen ist große Vorsicht und auch stationäre Kontrolle und Ruhighaltung empfohlen. Die Gefahr beim Abtöten der erwachsenen Herzwürmer besteht, neben den Nebenwirkungen der verabreichten Medikamente, auch darin, dass abgetötete Herzwürmer Gefäße verstopfen können. Diese Thrombembolien können zum Tode führen. Wichtig ist, dass eine langwierige und komplexe Therapie nur unter tierärztlicher Aufsicht und das auch zunächst unter stationärer Kontrolle stattfinden kann, um bei Komplikationen eingreifen zu können. Zusätzlich zu den Herzwurm-abtötenden Medikamenten wird ein spezielles Antibiotikum verabreicht, da Herzwürmer selber meist mit einem bestimmten Bakterien befallen sind.

Operative Therapie

Bei einem starken Befall mit ausgewachsenen Herzwürmern kann eine chirurgische Therapie sinnvoll sein. Dabei werden die Parasiten direkt aus den Blutgefäßen entfernt. 

Diese Operation wird ausschließlich von spezialisierten Kliniken durchgeführt.

Wie kann ich Herzwürmern vorbeugen?

Die sicherste Vorbeugemaßnahme besteht darin, deinen Hund nicht mit in ein Risikogebiet zu nehmen. Solltet ihr jedoch in eine warme Klimazone reisen, ist einerseits ein guter abwehrender Schutz gegen Stechmücken, dies kann ein bestimmtes Parasitenhalsband oder auch Spot-on Präparat sein und andererseits eine konstante vorbeugende Therapie die sich gegen diese Wurmarten richtet unbedingt nötig. Dazu kommen noch Verhaltensweisen, die helfen können, die Gefahr durch Stiche von Stechmücken zu verringern. 

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Zusammenfassung

Der Herzwurm ist ein lebensgefährlicher Parasit, der vor allem in Süd-/Osteuropa vorkommt und durch Stechmücken übertragen wird. Je nach Krankheitsstadium können die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt oder mit hohen Risiken verbunden sein. Eine sorgfältige Prophylaxe und gegebenenfalls frühe Diagnosestellung sind daher von großer Bedeutung.

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