Hund hat Durchfall – Die 6 besten Tipps und was man dagegen tun kann

Autor: Dr. Sabrina Vogt | Zuletzt bearbeitet: 20. März 2022 | Lesezeit: 57 min
Hund mit Durchfall sitzt am Wegrand

Durchfall ist meistens ein Anzeichen, dass die Magen-Darm-Funktion gestört ist. Die Ursachen können vielfältig sein, oft jedoch ist er harmlos. Wenn der Durchfall schnell wieder aufhört, muss er nicht dringend behandelt werden. Sobald ein Hund Durchfall hat, sollte dieser, sowie die Häufigkeit als auch die Kotkonsistenz gut im Auge behalten werden.‍‍ Im folgenden Artikel findet man alles, was man als Besitzer über Durchfall wissen muss, welche Tipps sich bewähren, was man dagegen tun kann und wann es notwendig ist einen Tierarzt aufzusuchen.

Definition von Durchfall beim Hund

Wenn ein Hund Durchfall hat, entleert er den Darm häufiger als normalerweise und der Kot hat eine andere Konsistenz als sonst. Hinter dem Durchfall können dabei unterschiedliche Ursachen stecken, welche meist mit weiteren Magen-Darm-Problemen, wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen, auftreten. Zudem können die Auslöser entweder harmlos oder sogar schwerwiegend, verbunden mit gesundheitlichen Folgen, sein. Der Durchfall kann sich dabei unterschiedlich gestalten:

  • breiig
  • wässrig (mit oder ohne Blut)
  • schleimig

Vom Fressen bis zum Kotabsatz vergehen in der Regel zwischen 12 bis 24 Stunden. Sogar die Farbe des Durchfalls kann Auskunft darüber geben, welche Ursachen ausschlaggebend sind.

Durchfall ist das am häufigst vorkommende Symptom bei Hunden. Der Zustand und das allgemeine Befinden des Vierbeiners sind entscheidend, ob ein Tierarzt aufgesucht werden sollte oder nicht.

Zusätzlich unterscheidet man bei Durchfall 2 Kategorien – nämlich akuten und chronischen Durchfall. Kurz gesagt bedeutet akut weniger als 24 Stunden und chronisch länger als zwei Wochen anhaltenden Durchfall. Zudem muss man unterscheiden können, ob der Vierbeiner an chronischem Durchfall leidet oder an Symptomen, welche beim Hund abwechselnd Durchfall und normalen Stuhlgang hervorrufen.

Akuter Durchfall beim Hund

Typisch für akuten Durchfall ist das plötzliche Auftreten der Magen-Darm-Störung, welche allerdings nicht immer behandlungsbedürftig ist. Zudem hält dieser meist für ungefähr 1 bis maximal 3 Tage an, wobei der Hund auffällig oft sein Geschäft erledigen muss. Der Kot weist bei akutem Durchfall eine breiig bis wässrige Konsistenz auf. In manchen Fällen kann der Hund blutigen Durchfall aufweisen. Die auslösenden Ursachen lassen sich dabei in drei Gruppen unterteilen:

  • Aufgrund zu sich genommener Substanzen oder Fremdkörper
  • Aufgrund eines Problems außerhalb des Magen-Darm-Trakts
  • Aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung

Aber auch eine zu schnelle Futterumstellung, verabreichte Medikamente oder ein Parasitenbefall kann dazu führen, dass ein Vierbeiner akuten Durchfall hat. In solchen Situationen ist es besonders wichtig, den Hund und den weiteren Verlauf gut im Auge zu behalten, um benötigte Maßnahmen und Vorkehrungen rechtzeitig in die Wege leiten zu können. Hier hilft vor allem Fasten, Schonkost oder Unterstützung von einem Experten.

Chronischer Durchfall beim Hund

Wenn Durchfall bei Hunden über eine längere Zeitperiode, in etwa 14 Tage, anhält oder in kurzen Abständen immer wieder auftritt, handelt es sich um chronischen Durchfall. Das Schwierige dabei ist die Diagnose der Ursache, welche bei akutem Durchfall einfacher herauszufinden ist. Chronischer Durchfall kann viele verschiedene und komplexe Gründe haben und er kann entweder im Dünn- oder im Dickdarm auftreten. Verliert das Tier zusätzlich an Gewicht, dann ist dies ein klares Indiz für ein Problem im Dünndarm, da das Futter großteils unverdaut wieder ausgeschieden wird. Ebenso deutet eine größere Ausscheidungsmenge und ein mit Blut vermischter Stuhlgang daraufhin. Wenn dies alles nicht der Fall ist und der Hund schleimigen Durchfall ohne Futterbestandteile ausscheidet, so liegt vermutlich eine Störung im Dickdarm vor. Auf alle Fälle ist es empfehlenswert einen Tierarzt aufzusuchen, welcher durch spezielle Untersuchungen den Auslöser ausfindig machen kann. Beispiele dafür sind:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Stress
  • Angst
  • Nervosität 
  • Bakterien, welche die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen

Außerdem bedarf es bei chronischem Durchfall oft ein spezielles Futter oder entsprechende Darmpräparate, um den Hund schnellstmöglich von seinem Darmleiden zu befreien.

Ursachen

Durchfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Der Magen-Darm-Trakt ist dabei nicht in der Lage den Kot zu formen und so wird er durch Wasserausscheidungen breiig-wässrig. Wenn ein Hund Durchfall hat, muss dieses Symptom aufgrund des Wasser- und Elektrolytverlusts immer ernst genommen werden und kann beim Tier meistens aus den folgenden Gründen entstehen:

  1. Falsche Nahrungsaufnahme: Nicht jede Nahrung verträgt sich mit einem Hundemagen und kann zu starkem Durchfall führen. Dazu zählt auch das Füttern aus der Hand, wie zum Beispiel Essensreste vom Tisch. Zu gewürzte, kalte, verdorbene oder ungewohnte Nahrung sollte man als Hundebesitzer ebenfalls vermeiden. Außerdem muss auf ein qualitativ gutes Futter und ausreichend sauberes Trinkwasser geachtet werden.
    Vor allem beim täglichen Spaziergang und in der näheren Umgebung sollte stets nach Giftködern Ausschau gehalten werden, besonders wenn der Hund ohne Leine geführt wird!
    Wenn ein Vierbeiner dazu neigt sämtliche Gegenstände, welche ihm unter die Nase gelangen, aufzunehmen ist, vor allem auf Spaziergängen, ein Anti-Fresskorb äußerst nützlich.
  2. Futtermittelunverträglichkeiten: Eine Futtermittelunverträglichkeit oder -allergie kann ebenso ein Grund für akuten Durchfall sein. Dazu gehören beispielsweise Konservierungsstoffe oder bestimmte Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen, welche in den meisten Futtermitteln enthalten sind. Zudem vertragen viele Vierbeiner nicht jede Fleischsorte und können genauso darauf mit Durchfall reagieren. Des Weiteren wird auch von einem zu plötzlichen Futterwechsel abgeraten. Falls man also eine neue Futtersorte probieren oder von Trocken- auf Nassfutter wechseln möchte, sollte der Umstieg langsam und schrittweise erfolgen. Ein radikaler Wechsel von Hundefutter auf BARF ist ebenso oft ein Grund für plötzlichen Durchfall.
  3. Medikamente und Impfungen: Durchfall kann auch als eine Nebenwirkung von Medikamenten, Antibiotikum, Schmerzmitteln oder Impfungen auftreten. Bevor man allerdings das Arzneimittel absetzt, sollte mit einem Tierarzt Rücksprache gehalten werden.
  4. Parasitenbefall: Zu den häufigsten Parasiten beim Hund zählen Würmer und auch Einzeller, wie Giardien oder Kokzidien. Diese sind gleichzeitig eine der häufigsten Ursachen für chronischen oder akuten Durchfall. Um den Hund bestmöglich davor zu schützen empfiehlt es sich, das Tier regelmäßig entwurmen zu lassen. Ob es dafür wieder an der Zeit ist, kann durch eine Untersuchung der Kotprobe festgestellt werden. Dabei kann außerdem das Vorhandensein von Würmern überprüft werden, welche meistens mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Dabei gilt allerdings, dass ein Wurmbefall auch dann nicht ausgeschlossen werden kann, wenn keine Wurmeier in der Kotprobe zu finden sind. Aber auch Giardien kommen beim Hund relativ häufig vor, insbesondere wenn der Vierbeiner aus Pfützen trinkt. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr sollten daher die Häufchen immer umgehend beseitigt werden!
  5. Magen-Darm-Infektionen: Wie auch bei uns Menschen sind Viren, Bakterien und Einzeller (Giardien) für Magen-Darm-Infektionen verantwortlich und können Darmentzündungen sowie weitere Darmerkrankungen hervorrufen. In seltenen Fällen können sogar Pilzinfektionen die Ursache sein. Solche Magen-Darm-Infektionen kommen in der Regel besonders im Sommer und eher bei jüngeren Hunden vor.
  6. Organfehlfunktionen und immunbedingte Erkrankungen: Eine Autoimmunerkrankung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, hormonelle Erkrankungen, Cobalamin- sowie Folsäuremängel, oder der Morbus Addison können chronische Durchfälle verursachen. Wenn der Hund Durchfall hat und auch andere Symptome, wie Erbrechen sowie verändertes Fell, zeigt, können sowohl auch andere Grunderkrankungen oder Organfehlfunktionen, wie Nieren- oder Leberschwäche, Stoffwechselerkrankungen oder sogar Tumore dahinterstecken!‍
  7. Vergiftung: Die Aufnahme von giftigen Substanzen kann plötzlichen und starken Durchfall verursachen. Eine Vergiftung kann durch Reinigungsmittel, Gift (Rattengift, Schneckenkorn etc.), giftige Pflanzen oder Lebensmittel, Dünger oder Pflanzenschutzmittel sowie faule Essensreste hervorgerufen werden.
  8. Stress: Hunde sind Gewohnheitstiere, weshalb Veränderungen im Haushalt, wie ein Umzug, ein neues Haustier oder ein neuer Partner den Vierbeiner massiv unter Stress setzen können. Deshalb reagieren viele Tiere mit Durchfall auf Stresssituationen. Ebenso kann die Ursache sein, dass der Hund vielleicht zu viele Stunden alleine gelassen oder er täglich mit extremen Stresssituationen konfrontiert wird.

Aber auch noch andere Ursachen wie Läufigkeit oder Zahnwechsel können dazu führen, dass ein Hund Durchfall hat.

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Symptome und Diagnose bei Hundedurchfall

Durchfall ist ein Zeichen, dass irgendetwas nicht im Lot ist. Um zu Beginn überhaupt beurteilen zu können, ob ein Hund Durchfall hat, bedingt es einer Kontrolle des Kotabsatzes. Dieser kann sich ganz unterschiedlich gestalten und von verlaufenden, matschigen Ausscheidungen, über mehrere kleine Häufchen bis hin zu einem breiigen oder flüssigen Absatz reichen. Viele Hunde signalisieren allerdings schon im Voraus, dass sie Durchfall bekommen. Typische Indizien dafür sind:

  • Nervosität, Unwohlsein, Trägheit
  • Appetitlosigkeit und Verweigerung des Futters
  • Drang sich draußen aufhalten zu wollen
  • Ungewohnte Darmgeräusche

Zudem ist es in vielen Fällen üblich, dass die Vierbeiner zusätzlich noch an weiteren Begleitsymptomen leiden. Dazu zählen:

  • Blähungen 
  • Magenkrämpfe 
  • Bauchschmerzen
  • Auffälliges Zittern
  • Erbrechen
  • Fieber

Sorge daher dafür, dass immer ein Thermometer zu Hause griffbereit ist. Weist ein Hund eine Körpertemperatur von über 39.2 °C auf, hat er eindeutig Fieber! Weitere Informationen und Vorgehensweisen findet man bei unserem Artikel Fieber beim Hund.

Da ein Tier bei vorhandenem Durchfall viel Flüssigkeit verliert, kann es folglich auch zu einer Dehydrierung kommen, welche ebenso die Ursache für manche Symptome sein kann. Daher muss man als Besitzer stets auf eine ausreichende Wasserzufuhr bei Durchfall achten und gegebenenfalls den Vierbeiner zum Trinken anregen. Ob ein Hund ausgetrocknet ist, lässt sich durch eine Kontrolle der Augen, der Maulschleimhäute sowie durch einen Faltentest herausfinden.

Wenn ein Hund Durchfall hat, sind folgende 5 Dinge für eine möglichst genaue Diagnose wichtig herauszufinden:

  • Ist der Durchfall breiig oder wässrig?
  • Ist der Durchfall hell, dunkelbraun, rot oder sogar schwarz?
  • Ist der Durchfall schleimig oder blutig?
  • Sind Würmer im Durchfall sichtbar?
  • Presst der Hund ohne Erfolg?

Eine Kotuntersuchung sollte nur bei einem Tierarzt oder in einem speziellen Labor gemacht werden. Selbstexperimente zu Hause oder in nicht zugelassenen Laboren von gewissen Anbietern, die bestimmte Sets zum selber einschicken bereitstellen, sollten vermieden werden, da die Ergebnisse oft unzuverlässig sind.

Handelt es sich bei dem betroffenen Tier um einen unter 8-Wochen alten Welpen der Durchfall hat, dann ist es ein Notfall! Welpen neigen nämlich dazu auszutrocknen und zu unterzuckern. Außerdem sind sie dringend auf Nährstoffe aus der aufgenommenen Nahrung angewiesen, welche diese aufgrund von Durchfall aber nicht verwerten können und es in weiterer Folge zu Mangelerscheinungen kommen kann! Aber auch bei älteren und bereits geschwächten Hunden sollte bei Durchfall nicht lange abgewartet, sondern umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Dieser kann durch die folgenden Untersuchungen eine genaue Diagnose feststellen:

  1. Kotuntersuchung: Durch eine Kontrolle des Stuhlgangs können vorhandene Parasiten, wie Würmer, nachgewiesen werden. Eine Kotuntersuchung sollte nur bei einem Tierarzt oder in einem speziellen Labor gemacht werden. Selbstexperimente zu Hause oder in nicht zugelassenen Laboren von gewissen Anbietern, die bestimmte Sets zum selber einschicken bereitstellen, sollten vermieden werden, da die Ergebnisse oft unzuverlässig sind.
  2. Blutuntersuchung: Kann Aufschluss über Grunderkrankungen, wie beispielsweise an der Schilddrüse, geben.
  3. Röntgen und Ultraschalltests: Dadurch können Tumore oder aufgenommene Fremdkörper identifiziert werden.

6 Tipps gegen Durchfall beim Hund

Mit kleinen Tipps und Tricks kann das Leiden des Hundes bei Durchfall gemildert und anhaltende Folgen vermieden werden:

1 Trinkwasser abkochen

Um bei Durchfall einer Dehydrierung oder einem Kreislaufkollaps vorzubeugen, sollte der Hund so viel Flüssigkeit wie möglich zu sich nehmen und stets zum Trinken angeregt werden. Da sich allerdings auch im Trinkwasser Verunreinigungen, Bakterien oder Viren befinden können, empfiehlt es sich das Wasser zuvor abzukochen. Dadurch werden sämtliche Schadstoffe beseitigt, wodurch der bereits gereizte Magen-Darm-Trakt nicht noch mehr beansprucht und der Durchfall zusätzlich verstärkt wird. 
Am schonendsten wirkt sich Trinkwasser mit Raumtemperatur auf den Vierbeiner aus, weshalb eine zu kalte Flüssigkeitszufuhr vermieden werden sollte.

2 Verzicht auf Leckerlis und Kauknochen

Ebenso sollte auf die Verabreichung von Leckerlis, Kauknochen und weiteren Fütterungen zwischendurch verzichtet werden. Viele Hundebesitzer wollen das Tier bei Durchfall damit verwöhnen und probieren so es wieder aufzupäppeln. Doch was viele nicht wissen ist, dass Leckerlis oftmals einen hohen Kaloriengehalt aufweisen und schwer verdaulich sein können. Besonders bei Durchfall erweist sich dies nicht gerade förderlich für den Vierbeiner.

3 Ausreichend Ruhe, wenn ein Hund Durchfall hat

Damit sich der geschwächte Körper des Tieres bestmöglich selbstheilen und regenerieren kann, bedarf es viel Ruhe und Entspannung. Diese kann man dem Vierbeiner verschaffen, indem man die täglichen Spaziergänge verkürzt und einfache Routen auswählt. Vor allem wenn der Hund gemeinsam mit weiteren Tieren oder Kindern in einem Haus wohnt, sollte die Lautstärke reduziert und ausreichend Freiraum geschaffen werden. Dadurch hat der Hund die Möglichkeit genügend Schlaf und Ruhe zu bekommen und kann sich ungestört zurückziehen.

4 Hausmittel

Sobald ein Hund Durchfall hat und zusätzlich leichte Symptome aufweist, bieten sich gewisse Hausmittel und Naturheilkunde an. Mit solchen Substanzen kann bereits bei ersten Anzeichen einer Magen-Darm-Störung Hilfe von zu Hause aus geleistet werden, da die Mittel Symptome lindern und den Selbstheilungsprozess des Hundes unterstützen können. Daher empfiehlt es sich als Besitzer sich mit Hausmitteln wie Aktivkohle, Flohsamen oder Birkenblätter auszustatten, um im Fall von Durchfall bestens gerüstet zu sein. Allerdings sollte nur zu Naturheilkunde gegriffen werden, wenn es sich bei dem betroffenen Tier nicht um eine Risikogruppe oder um Welpen handelt. Mehr Informationen zu Hausmittel gegen Durchfall beim Hund findet man hier.

5 Opferprotein-Fütterung

Wenn bereits eine Futterallergie oder ein Allergieverdacht beim Hund bekannt ist, so erhöht sich das Risiko einer weiteren Allergieentwicklung durch das gestörte Darmgleichgewicht bei Durchfall. Für solche Situationen bietet sich ein bestimmtes Allergiefutter an, welches man auch als Opferprotein-Futter bezeichnet. Dieses enthält nämlich nur eine Eiweißquelle, welche das Tier in der Regel nicht durch die normale Nahrungszufuhr aufnimmt. Beispiele dafür ist Futter mit Pferde-, Enten- oder Kängurufleisch. Sollte der Vierbeiner nun eine Allergie entwickeln ist dies nicht weiter schlimm, da ganz einfach wieder zur gewohnten Ernährung gewechselt werden kann.

6 Bei Unsicherheiten Absprache mit Tierarzt halten

Allgemein gilt lieber Vorsicht als Nachsicht walten zu lassen. Darunter versteht sich auch, dass man bei Unsicherheiten lieber einen Experten zurate ziehen soll, anstatt auf eigene Faust zu handeln. Vor allem, wenn ein Hund Durchfall hat, können falsche Maßnahmen, wie die Verabreichung eines Medikamentes oder die unkorrekte Dosierung von Hausmitteln, zu einer rapiden Verschlechterung führen. Bei Fragen bieten sich besonders online Tierärzte wie Dr. SAM an, da der Hund dadurch seine gewohnte Umgebung für eine Behandlung nicht verlassen muss. 

Therapie, wenn ein Hund Durchfall hat

Wenn ein Hund plötzlich Durchfall hat, gilt es Ruhe zu bewahren, das Tier gut zu beobachten und über mögliche Auslöser nachzudenken. Doch was kann man gegen Durchfall tun und wie geht man am besten vor?

  • Den Hund füttern oder ausnüchtern? Diese Frage wird uns Tierärzten immer wieder gestellt. Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Generell sollte für die ersten 12 bis 24 Stunden zur Gänze auf eine Fütterung verzichtet werden. Dadurch entleert sich der Hundemagen auf schonende und natürliche Art und die Verdauung kann sich beruhigen. Damit der Durchfall im Anschluss nicht wieder verschlimmert wird, sollte zu Beginn der erneuten Nahrungsaufnahme auf Schonkost zurückgegriffen werden. 
  • Was soll gefüttert werden? Unter Schonkost versteht man leicht verdauliche Kost, wie gekochtes Hühnchen und Pute, Reis, geriebener Apfel, Hüttenkäse sowie Kartoffeln. Diese kann für die nächsten paar Tage an den Hund in kleinen, verteilten Portionen verabreicht werden. Ebenso sind Haferflocken gegen Durchfall beim Hund sehr hilfreich.Da allerdings der benötigte Nährstoffbedarf nicht komplett abgedeckt wird, sollte diese Maßnahme nicht länger als 1 Woche angewendet werden. Zur Überbrückung können dem Hund ansonsten auch noch Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden. Bestimmte Lebensmittel, wie Milchprodukte oder pure Milch, können sich hingegen negativ auswirken und den Durchfall sogar verschlimmern. Im Falle einer Infektion mit Giardien gibt es ebenso die Option einer speziellen Schonkost.

Rezept Moro’sche Karottensuppe

Dr. SAM kann für eine klassische Schonkost die Moro’sche Karottensuppe empfehlen. Dazu wird folgendermaßen vorgegangen: 500g geschälte Karotten werden für etwa eine Stunde in Wasser gekocht und anschließend püriert und gesalzen. Zuletzt wird dem Ganzen noch Wasser beigefügt, damit man schlussendlich auf eine Menge von ungefähr einem Liter kommt. Die Portionen werden lauwarm über den Tag verteilt verfüttert und müssen an das Gewicht und an die Größe des Hundes angepasst werden.

  • Auf genügend Wasseraufnahme achten! Der Wassernapf sollte immer frisches Wasser enthalten. Falls der Hund von selbst zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, muss er in regelmäßigen Abständen zum Trinken aufgefordert werden. Um dem Vierbeiner das Wasser schmackhafter zu machen, kann man Fleischbrühe kochen und sie stark verdünnt in den Wassernapf beigeben. Allerdings darf in der Brühe kein Glutamat, Salz oder Hefeextrakt enthalten sein!
    Genauso ist es von Vorteil, eine Elektrolytmischung in den Wassernapf beizufügen, um den durch Durchfall entstehenden Elektrolytmangel auszugleichen.
  • Darmpräparate verabreichen? Dank Durchfallpasten oder verabreichten Darmbakterien, kann sich die gestörte Darmflora enorm regenerieren und dabei helfen, das überschüssige Wasser im Darm zu binden. Auch hier gilt wieder vor Gabe eines solchen Präparates Rücksprache mit einem Tierarzt zu halten.

Die Verabreichung von Antibiotika bei Durchfall ist nach dem heutigen Stand der Medizin eindeutig nicht sinnvoll. Mehrere Studien haben bewiesen, dass ein Antibiotikum keine Wirkung darauf hat, sondern die bakterielle Resistenz fördert! Zusätzlich wird die, durch Durchfall bereits gereizte, Darmflora des Hundes noch mehr zerstört! Bakterielle Infektionen des Darmes kommen bei Hunden nämlich sehr selten vor.

Wenn der Durchfall länger als 24 bis 48 Stunden anhält oder man den Eindruck hat, dass die Symptome immer schlimmer werden und sich der Zustand des Hundes verschlechtert, muss die Ursache so rasch wie möglich ausfindig gemacht werden. Hier ist also ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich.

Die Tierärzte bei Dr. SAM helfen gerne die Situation einzuschätzen und geben durch die online Sprechstunden nützliche Tipps!

Vorbeugung gegen Durchfall beim Hund

Um Durchfall bei einem Hund vorzubeugen oder gar zu verhindern, gibt es gewisse Vorkehrungen, welche man als Besitzer treffen kann, damit es zu keinen auslösenden Faktoren von Durchfall kommt. Folgende Punkte können dabei helfen:

  • Ausreichende Vitamine, viele Ballaststoffe, Öle mit Omega3-Fettsäuren und hochwertiges Futter mit wichtigen Inhaltsstoffen als auch Fleisch können zu einer Stabilisation der Darmflora führen, wodurch das Risiko, dass ein Hund Durchfall hat, werden kann. Da besonders Zucker und Getreide von schädlichen Darmbakterien aufgenommen und so die Vermehrung solcher Kulturen gefördert wird, sollte man ebenso auf eine getreide- und zuckerfreie Ernährung achten. Außerdem wirkt sich genügend Bewegung im Allgemeinen positiv auf die Gesundheit des Hundes aus.
  • Die Hauptursache für Durchfall bei Hunden ist eine Futtermittelunverträglichkeit. Wenn seit kurzem etwas Neues gefüttert wird oder der Hersteller sowie die Geschmacksrichtung (z.B. statt Hähnchen, Rind) gewechselt wurde, kann das der Grund für Durchfall sein. Abrupte Futterumstellungen sollten ebenfalls vermieden werden! Der Verdauungstrakt kann sich leichter an die neue Kost gewöhnen, wenn diese langsam unter das vorherige Futter gemischt wird.
  • Damit ein Hundemagen nicht grundlos überstrapaziert wird und als Folge darauf mit Durchfall reagiert, muss sich zudem an eine artgerechte Ernährung gehalten werden. Denn nicht alles, was für den Mensch geeignet ist, wird von einem Vierbeiner gleich gut verdaut oder vertragen. Deshalb sollten keine Speisereste als auch große Mengen an Fetten und Kohlenhydraten verfüttert werden. Wenn das Tier bereits mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt zu kämpfen hat, sollten ebenso Leckerlis und Kauknochen vermieden werden. Die Portionen müssen an die Größe und an das Gewicht des Hundes angepasst werden und das Futter muss in regelmäßigen Abständen auf die verbleibende Haltbarkeit geprüft und richtig aufbewahrt werden.
  • Bestimmte Organerkrankungen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberentzündung oder Mangelerscheinungen können die Ursache des Durchfalls sein. Um solche Organerkrankungen herauszufinden, muss eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Nur wenn die Ursache erkannt und behoben wurde, verschwindet der Durchfall.
  • Achte darauf den Hund immer zu entwurmen. Es ist wichtig, dass der Vierbeiner wurmfrei bleibt! Für eine Kotuntersuchung sollte man immer eine Sammelkotprobe einreichen. Das heißt, dass man den Kot 3 Tage lang sammelt, bevor dieser eingeschickt wird. Viele Wurmeier werden unregelmäßig ausgeschieden, was dazu führt, dass die Untersuchung einer einzelnen Probe fälschlicherweise ohne Befund ausfällt.
  • Durchfall kann auch aufgrund von Hygienemängel entstehen. Deshalb sollte der Trink- und Futternapf täglich gründlich gereinigt und nur sauberes Trinkwasser nachgefüllt werden. Sollte der Hund sein Futter nicht auf einmal aufessen, muss dieses nach gewisser Zeit beseitigt werden, da es unter Umständen schlecht werden kann, besonders wenn es sich dabei um Nassfutter oder Fleisch handelt. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass das Tier nicht aus Pfützen und öffentlichen Näpfen trinkt und frisst, da sich so leicht Parasiten aufschnappen lassen.

Auch ausreichendes Hände waschen und das Reinigen von kotverschmutzten Flächen ist ein absolutes Muss als Besitzer. Dadurch werden durchfallbedingte Parasiten beseitigt und können nicht noch auf den Menschen übertragen werden.

Wann muss man einen Tierarzt aufsuchen?

Da Durchfall bei Hunden keine Seltenheit ist und auch auf eine reinigende Funktion des Darms hinweisen kann, ist es nicht immer notwendig zu einem Tierarzt zu fahren. Grundsätzlich muss der Durchfall und eventuell weitere Symptome genau beobachtet werden, weil sich diese in manchen Fällen zu gesundheitsgefährdenden Risiken entwickeln können. Bei folgenden Anzeichen sollte umgehend ein Experte aufgesucht werden:

  1. Durchfall und Symptome bestehen bereits seit über 24 Stunden 
  2. Unruhe, Apathie, Abgeschlagenheit
  3. Appetitlosigkeit
  4. Zittern
  5. Erbrechen
  6. Fieber
  7. Vorhandener Flüssigkeitsmangel und sehr wässriger Durchfall
  8. Blut im Kot

Solange die genaue Ursache noch nicht feststeht, kann ein Experte akute Symptome vorerst durch die Gabe von Medikamenten stoppen und Elektrolytmischungen und Nahrungsergänzungsmittel, als Ausgleich zu den verlorenen Substanzen, verabreichen. Ebenso bedarf es umgehende Hilfe von einem Tierarzt, wenn sich die Symptome zunehmend verschlechtern, es sich um einen Welpen oder um ein geschwächtes, altes Tier handelt oder man sich als Besitzer bezüglich der Ursache unsicher ist. Manchmal kann es sogar sein, dass die begleitenden Nebenbeschwerden ebenso eine Behandlung bedürfen. Damit eine möglichst genaue und schnelle Diagnose erstellt werden kann, ist eine gute Vorbereitung vor Besuch beim Tierarzt hilfreich. Dazu gehört es, die wichtigsten Informationen zum bisherigen Verlauf zu wissen und gegebenenfalls eine Stuhlprobe mitzunehmen.

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