Kurz zusammengefasst:

Du möchtest einen Hund zum Familienmitglied und Mitbewohner machen? Eine gute Planung im Vorfeld ist der beste Weg, um vorbereitet zu sein. Ein Zusammenleben erfordert allerdings Geduld und Mitgefühl. Wenn du dich generell über Hundehaltung informiert hast und dir nach reifer Überlegung einen Hund holen möchtest, ist es an der Zeit zu schauen woher du diesen bekommst. Folgende Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung:

Züchter

Wer einen reinrassigen Hund mit Papieren haben möchte, muss einerseits schon bei der Anschaffung tief in die Tasche greifen und andererseits oft schon im Vorfeld einige Anstrengungen auf sich nehmen um den richtigen Hund zu bekommen. Ein gewissenhafter Züchter möchte Interessenten mindestens ein Mal vor der Abgabe kennenlernen , sich Informationen über die Wohnsituation und die Hundeerfahrung einholen, und erst nach reiflicher Überlegung den Hund auch an dich abgeben. Dafür bekommst du vom Züchter ausführliche Information über die Ahnentafel, die Zuchtgesundheit (Freiheit von genetischen Erkrankungen der Rasse/ Elterntiere), und die Rasse an sich.

Darüber hinaus würden verantwortungsvolle Züchter ihre Schützlinge nicht vor der 8. Woche, niemals ungeimpft, ohne Entwurmung oder ohne Mikrochip abgeben, die meisten geben einen international gültigen Impfpass mit.

Tierheim

Auch im Tierheim landen ab und zu Welpen. Oft werden trächtige Hunde aus überforderten Haushalten entfernt oder nach einer Beschlagnahmung vermittelt. Es liegt also auf der Hand, dass die Trächtigkeit und die erste Zeit nach der Geburt für die Welpen nicht so behütet war, wie in einem liebevollen, privaten Haushalt. Im Leben dieser Welpen kannst du einen himmelweiten Unterschied machen! Leider kann dir niemand garantieren, dass die Hunde nicht aus einer Inzuchtverpaarung stammen, welche Rassen beteiligt sind, oder ob die Elterntiere genetisch gesund waren. Die Schutzgebühr, die du an das Tierheim entrichtest, ist sehr viel günstiger als der Kaufpreis beim Züchter. Mach dich aber darauf gefasst, dass du durchaus auch im späteren Leben deines neuen Familienmitglieds, mit unerwarteten gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert werden könntest. Auch aus dem Tierheim, sollten Hunde erst mit mindestens 8 Wochen, geimpft, gechippt und entwurmt abgegeben werden. Und auch im Tierheim sind die Auswahlkriterien für die neuen Besitzer oft sehr streng und langwierig.

Tierschutzorganisation

Ob aus dem Inland dem Ausland, über Pflegestellen, oder direkt aus der Tötungsstation, auch Tierschutzorganisationen vermitteln bedürftige Tiere ein neues und  liebevolles Zuhause. Soll es zwar ein Hund aus dem Tierschutz, aber nach Möglichkeit trotzdem ein Rassehund sein? Es gibt Organisationen, die sich auf eine bestimmte Rasse spezialisiert haben. Solche Vereine heißen oft „Rasse XY in Not e.V.“ und haben sowohl reinrassige, als auch Mischlinge mit der Rasse zur Vermittlung. Papiere haben hier allerdings die wenigsten Tiere, und eine Zuchtzulassung erst recht nicht. Tiere, die aus dem Tierschutz kommen sind oft schon kastriert um sie vor weiterem Missbrauch zu schützen, oder man muss bei Übernahme eine Kastrationseinwilligung unterschreiben.
Wenn Tiere aus dem Ausland vermittelt werden, müssen sie vor der Einreise nach Deutschland mindestens 15 Wochen alt sein! Der Gesetzgeber sieht vor, dass sie korrekt geimpft werden, für die Einreise ist insbesondere die Tollwutimpfung ausschlaggebend. Diese Impfung  darf frühestens mit 12 Wochen verabreicht werden und muss mindestens 21 Tage (also 3 Wochen) alt sein, bevor die Hunde einreisen dürfen. Verantwortungsvolle Organisationen testen ihre Schützlinge noch vor Ort auf die relevanten „Reise-” oder „Mittelmeerkrankheiten“. Die Blutuntersuchung sollte nach 9-12 Monaten in Deutschland wiederholt werden, da einige Krankheiten eine sehr lange Zeit unerkannt bleiben können. Auch die Tatsache, dass ein Welpe nur wenige Wochen im Land gelebt hat, schützt ihn nicht vor einer Infektion, denn einige Erreger und Parasiten können auch von der Mutter auf den Wurf übertragen werden!

Hunde "aus zweiter Hand"

Hunde "aus zweiter Hand" sind oft ein Glücksgriff, und manchmal ein richtiger Reinfall. Natürlich kommt es immer wieder vor, dass ein Familienmitglied eine Allergie auf den eigentlich geliebten Vierbeiner entwickelt und das Tier dann abgegeben werden muss. Leider ist es häufiger der Fall, dass die Vorbesitzer mit dem Tier nicht zurechtkamen. Das könnten einfache Dinge sein wie zum Beispiel, dass sie nicht genug Zeit hatten mit dem Kleinen Gassi zu gehen oder er mit 6 Monaten immer noch nicht stubenrein ist. Es kann aber auch aufgrund schwerwiegender Verhaltensprobleme zu dieser Entscheidung kommen. Auch wenn sich teure Gesundheitsprobleme des Vierbeiners ankündigen, geben manche Menschen lieber das Tier ab. Ob solche Verkäufer im Vorfeld ehrlich zu dir sind, lässt sich nicht immer sicher sagen. Ein guter Hinweis ist oft, ob die Besitzer offenkundig interessiert daran sind, wer du bist, ob du dich mit dem Hund verstehst und was du so mit ihm vorhast. Wenn dir der Hund nur mit einer verschlissenen Leine vor der Wohnungstür und ohne weitere Fragen einfach gegeben wird, ist das oft kein gutes Zeichen.

Vom Vermehrer

Als Vermehrer, bezeichnet man Menschen die ohne Qualitätskontrolle Hunde zum Verkaufproduzieren“. Es kann sich um unverantwortliche „Hobbyzüchter“ handeln, die unbedingt möchten, dass ihre Hündin „ein Mal Welpen haben soll“, selbst aber nicht die Kapazitäten für 6-10 weitere Lebewesen haben, und einen Großteil dann verkaufen. Die meisten dieser Tierhalter meinen es eigentlich gut, wissen nur nicht immer wirklich was sie tun und schaden den Hunden oft eher durch Unwissenheit.
Die schlimmste Quelle für einen Hund ist die systematische Vermehrung in Kellern, Hinterhöfen und Zwingeranlagen, in der Regel im angrenzenden Ausland. Dort werden Hündinnen ausschließlich als Gebärmaschinen gehalten. Die Welpen werden dann, möglichst so schnell und gewinnbringend wie möglich, verscherbelt. Die meisten dieser Welpen werden illegal nach Deutschland geschmuggelt, haben keine Papiere und weder einen Impfpass noch Impfungen. Sie sind oft schon todkrank bis sie hierzulande auf Flohmärkten, aus Kofferräumen heraus oder in online Kleinanzeigenportalen verkauft werden. Eines muss dir klar sein, solltest du dich für solch einen „Wühltischwelpen“ entscheiden: Mit jedem Welpen den du dort kaufst, (auch wenn du das Gefühl hast den Welpen zu retten) garantierst du den Kriminellen ihre Einkommensquelle und die Hündinnen müssten in ihrem Verließ weiter leiden, denn es lohnt sich.

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