Kurz zusammengefasst:

Hunde, so wie alle Tiere, lernen indem sie vieles ausprobieren, und wenn sie eine Variante entdeckt haben, die zum Erfolg führt, dieses Verhalten dann wiederholen. Wenn man also den „Erfolg“ als Belohnung sieht (beispielsweise ein Leckerchen), kann man den Hund mit etwas Geduld fast immer dazu bringen ein von uns erwünschtes Verhalten zu zeigen. Mit ausreichend Wiederholung, wird es dann mit einem Wort / Handzeichen / Pfiff verknüpft, und kann als „Kommando“ abgerufen werden.

Die folgenden Tipps beruhen auf den Grundprinzipien, die jedes Säugetier beim Lernen nutzt: Versuch und Irrtum (Engl. „Trial-and-Error“) und die klassische Konditionierung. Es gibt noch andere Methoden, die zwar etwas komplizierter oder aufwendiger sind, oft aber einen noch direkteren Lernerfolg ermöglichen. Im Rahmen unseres Artikels, werden wir uns ausschließlich mit den absoluten Grundlagen befassen. Wenn euch noch andere Trainingsmethoden interessieren, zum Beispiel „Clicker-Training“, gibt es dazu umfangreiche Ratgeber, und auch einige Hundetrainer können die Technik mit euch erarbeiten.

Die wichtigsten Kommandos im Überblick

Sitz

Stelle dich vor deinen Hund, mit einem Leckerchen in der geschlossenen Hand. Lass den Hund an deiner Hand schnuppern, und führe die Hand dann in einem leichten Bogen vorwärts und abwärts, sodass der Hund sich automatisch hinsetzen muss, um das Leckerchen vor der Nase zu behalten. Wenn der Hundepo den Boden erreicht hat, sagst du ruhig und deutlich „Sitz“ und gibst sofort das Leckerchen.

Platz

Hocke dich zu deinem Hund auf den Boden. Leg das Leckerchen unter deine Handfläche auf den Boden. Dein Hund wird versuchen dran zu kommen, und mit der Nase unter deine Hand zu kriechen. Er wird sich irgendwann hinlegen, in dem Versuch „unter die Hand“ zu kommen. In dem Moment, in dem er liegt, sagst du ruhig und deutlich „Platz“, und lässt ihn das Leckerchen haben.

Bleib

Wenn dein Hund das Kommando „Sitz“ und/ oder „Platz“ beherrscht, kannst du diese beiden Positionen auch zeitlich verlängern, in dem du ihm das „Bleib“ beibringst.

Wähle also eine Ausgangsposition aus, in der der Hund gut „geerdet“ ist, also nicht sofort sprungbereit. Was am besten funktioniert kommt auf die Grundenergie des Hundes an. Aus dem Kommando heraus sagst du „Bleib“, und gehst ein paar Schritte weg. Wenn er gut sitzen oder liegen bleibt, geh wieder auf ihn zu, gib ihm ein Leckerchen und löse die Situation auf.
Achtung: Belohne den Hund aber nicht dafür, dass er zu dir kommt! Dabei lernt er nämlich nicht das Bleiben und Warten, sondern nur das Kommen!

Nein / aus / pfui

Positive, aktive Kommandos sind vor allem mit Hilfe von Leckerchen bei den meisten Hunden sehr gut einzuüben. Wenn es allerdings um Verbote geht, muss man etwas anders herangehen. Auch hier gilt allem voran: konsequent sein und ruhig bleiben! Oft ist es einfacher statt des Wortes „nein“, einen Ton zu nutzen, der in jeder Situation gleich klingt. Ein Zischen, zum Beispiel, oder „pfui". So weißt du, egal wie emotional geladen du in dem Moment bist, du wirst dem Hund immer dasselbe Kommando geben. Hinzu kommt, dass wir das Wort „nein“ auch viel im täglichen Gebrauch nutzen, und der Hund es immer wieder aus Unterhaltungen heraushört, ohne dass es für ihn eine Bedeutung hat. Theoretisch kann es dazu führen, dass der Hund gegenüber dem Kommando „abstumpft“, denn es ist für ihn nicht immer klar, wann er damit gemeint ist und wann nicht.

„Nein“ trainiert man am besten mit einem Gegenstand, den der Hund haben möchte. Das kann ein Spielzeug sein, oder aber ein Leckerchen. Lege den Gegenstand auf den Boden, und stelle dich darüber oder kurz davor, sodass du mit deinem Körper, den Gegenstand „in Anspruch nimmst“ und den Hund auch vorsichtig aber bestimmt zurückweisen kannst. Viele junge Hunde reagieren zuerst mit wildem Bellen und Toben auf die Situation, denn sie wissen nicht wie sie mit dieser Herausforderung umgehen sollen, und lassen ihren Frust noch unkontrolliert heraus.

Immer wenn er sich dem Gegenstand nähert, sagst du deutlich „nein!“ und schubst ihn vorsichtig wieder zurück. Das kann, besonders bei energischen Welpen, ziemlich lange dauern, aber irgendwann wird der Hund sich abwenden und etwas anderes suchen, um seinen Frust abzubauen. Im besten Fall legt er sich hin, schaut dich an und wartet auf dein nächstes Kommando. Was auch immer zuerst eintritt, du darfst ihn jetzt belohnen!

Wenn das „Nein!“ in der Wohnung zuverlässig funktioniert, kannst du es auch in die Übungen auf dem Spaziergang mit einbauen. Ein solides „Nein!“ ist die Grundlage für das Anti-Giftköder- Training.

„Nein“ ist natürlich auch auf jede andere Verhaltensweise anzuwenden, die der Hund nicht zeigen soll. Anspringen, Kläffen, Schuhe zerstören und vieles mehr. Und es wird letztendlich ganz genau so trainiert.

Zum Beispiel: Wenn es klingelt, kläfft der Hund gerne an der Tür. Du beanspruchst den Raum, stellst dich also zwischen den kleinen Rabauken und die Tür. Du stupst ihn so lange immer wieder weg von der Tür, und sagst „Nein!“ wenn er nach vorne geht und kläfft, bis er die Situation anders löst und sich woanders hinlegt. Das kostet oft vor allem von Seiten der Gäste (und vielleicht des Postboten) ganz schön Nerven, aber wenn ihr es im Welpenalter verinnerlicht, habt ihr später keinen Kläffer, und hoffentlich weniger Ärger mit den die Nachbarn oder die Vermieter.

Bedenke aber immer: draußen ist alles sehr viel aufregender! Vieles wird nicht auf Anhieb so klappen, wie in der Wohnung, denn der Welpe hat endlos viele Eindrücke die auf ihn einprasseln und ihn ablenken. Bleibt also draußen besonders geduldig und konsequent


Hast du noch eine Frage? Chatte jetzt mit einem Tierarzt von Dr. SAM. Unsere Tierärzte von Dr. SAM sind in der Telemedizin spezialisiert und können anhand von Telefon- und Videoberatung über dein Handy die Situation einschätzen und dir sofortige Hilfe bieten!

Jetzt risikolos beraten lassen

Weitere Fachbeiträge

Mehr Wissen
Alle Fachartikel
Stelle deine Frage direkt per WhatsApp einem Tierarzt!
Jetzt chatten
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Zur Zeit ist Dr. SAM in der Nachtruhe und ist nicht verfügbar.

Unsere täglichen Sprechzeiten lauten:
Montag bis Sonntag: 8 - 24Uhr

Liebe Grüße,
dein Team von Dr. SAM