Kurz zusammengefasst:

Zunächst einmal: Weder als Hunde- noch als Katzenbesitzer musst du dir Sorgen machen, dass dein Haustier an dem derzeit in Umlauf befindlichen Coronavirus Sars-CoV-2erkrankt.

Irreführende Artikel haben in den letzten Tagen zahlreiche Tierbesitzer in Aufregung versetzt. Vor allem die Meldung bezüglich des Nachweises von Coronaviren bei dem Hund einer erkrankten Halterin in Hong Kong dürfte für Viele Anlass zur Besorgnis gewesen sein, ihr Tier könne sich nun ebenfalls mit dem Virus infizieren. Wie sich allerdings herausstellte, war lediglich im Schnauzenbereich des Hundes Sars-CoV-2, welches die Erkrankung Covid-19 auslöst, nachgewiesen worden. Demnach ist davon auszugehen, dass diese Viren oberflächlich auffindbar waren, weil der Hund mit seiner Besitzerin gekuschelt hatte. Infiziert oder gar erkrankt ist dieser Hund nicht. Der oberflächliche Nachweis des Virus alleine ohne entsprechende Krankheitssymptome lässt keinerlei Rückschlüsse auf eine Erkrankung zu. Im Laufe eines einzigen Tages kommen Mensch und Tier mit unzähligen potentiellen Krankheitserregern in Kontakt, eine echte Erkrankung ist in den seltensten Fällen die Folge. Auch der betreffende Hund hat keinerlei Symptome, die nahelegen, er könne tatsächlich erkrankt sein.


Sowohl das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) als auch die Weltgesundheitsorganisation WHO teilen mit:

Es gibt keinerlei Anzeichen, dass das Virus bei Hunden oder Katzen auftritt. Im gleichen Zug gibt es keine Hinweise, dass das Virus von diesen Heimtieren auf den Menschen übertragen werden könnte.

Dass das Coronavirus Covid-19 vom Menschen aufs Haustier - oder umgekehrt – übertragen werden kann, ist nach heutigem Stand also nicht bekannt. Experten halten eine derartige Ansteckung sogar nach wie vor für unwahrscheinlich. "Besonders in China gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien, die eine mögliche Infektion von Haustieren mit dem neuen Coronavirus im Allgemeinen untersuchen.", so Prof. Dr. Norbert Nowotny vom Institut für Virologie der veterinärmedizinischen Universität Wien:

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen das Virus bekommen oder weitergeben können. Eine Übertragung vom Hund auf den Menschen und auch umgekehrt, vom Menschen auf den Hund, wird als unmöglich angesehen. Besondere Schutzmaßnahmen bezüglich unserer Haustiere sind daher nicht notwendig.

Die ursprüngliche Übertragung des Coronavirus, so vermuten die Mediziner, erfolgte von Fledermäusen auf den Menschen. Dass es nun zu einem erneuten Wirtswechsel vom Menschen auf Hund oder Katze kommt, sehen Experten als mehr als unwahrscheinlich an. Dennoch empfiehlt die WHO, sich wie immer sinnvollerweise nach dem Kontakt mit Hund oder Katze, die Hände zu waschen. Hierdurch wird anderweitigen Gesundheitsrisiken wie E.coli-Bakterien, Salmonellen oder anderen Zoonosen vorgebeugt.

Ist Coronavirus gleich Coronavirus?

Der Name „Coronavirus“ gibt lediglich Aufschluss über die Familie, der das Virus angehört. Es gibt also eine Vielzahl unterschiedlicher Coronaviren.

Zur Zeit tritt ein gehäuftes Vorkommen des Virus Sars-CoV-2 bei Menschen auf. Die Krankheit, die durch dieses Virus übertragen wird, heißt offiziell Covid-19 (Coronavirus Disease 2019).

Das derzeit beim Menschen auftretende Virus Sars-CoV-2  hat nichts mit den Coronaviren zu tun, die seit Jahren immer wieder bei Hund und Katze nachgewiesen werden. Solltest du in der Vergangenheit also bereits von Coronavirusinfektionen bei einem Hund oder einer Katze gehört haben, so handelt es sich in diesem Fall um jene, die für den Menschen keine Rolle spielen.

Bei unseren Hunden sind es beispielsweise Viren mit den Abkürzungen CCoV oder CCV, Katzen können an FCoV erkranken. Während das menschliche Sars-CoV-2 grippeähnliche Symptome hervorruft, verursachen die an Hunde und Katzen angepassten Coronaviren – welche nicht ansteckend für den Menschen sind - jedoch keine Atemwegsinfektionen, sondern Darmentzündungen, die mit Durchfällen einhergehen können, nicht selten jedoch völlig symptomlos verlaufen. Im Gegensatz zu der Coronaviruserkrankung des Hundes, welche sich ausschließlich auf den Verdauungstrakt beschränkt, kann das feline Coronavirus der Katze mutieren, und so nicht nur Darmerkrankungen, sondern auch die sogenannte Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) hervorrufen.

Du siehst also, bei den Hund und Katze betreffenden und den für Menschen ansteckenden Viren handelt es sich um völlig unterschiedliche Angehörige der Coronavirusfamilie.

Auch wenn Coronaviren wie CCoV, CCV und FCoV immer wieder eine Rolle bei unseren Haustieren spielen, so sind es eben doch an Tiere angepasste wirtsspezifische Stämme. Das derzeit häufiger nachgewiesene Sars-CoV-2 ist auf den Menschen als Wirt spezialisiert und auch nach neuesten Untersuchungen nicht gefährlich für unsere vierbeinigen Lieblinge.

Solltest du noch Fragen zu den auf Hund und Katze spezialisierten Coronavirusstämmen haben, helfen dir wie immer gerne unsere Tierärzte, im persönlichen Gespräch.

Wir wünschen dir und deinem Haustier ein starkes Immunsystem für die aktuelle Erkältungszeit!

Mehr Informationen findest du auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts

Hast du noch eine Frage? Chatte jetzt mit einem Tierarzt von Dr. SAM. Unsere Tierärzte von Dr. SAM sind in der Telemedizin spezialisiert und können anhand von Telefon- und Videoberatung über dein Handy die Symptome einschätzen und dir sofortige Hilfe bieten!

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